Borussia Dortmund startet am Samstagabend mit dem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli in die neue Saison der Fußball-Bundesliga. Niko Kovac genießt beim BVB nach der erfolgreichen Königsklassen-Aufholjagd im Frühjahr großes Vertrauen. Die Schwarz-Gelben sind trotzdem nicht frei von Sorgen.
sport.de beleuchtet vor dem Bundesliga-Auftakt von Borussia Dortmund die aktuellen BVB-Sorgen.
BVB mit Verletzungspech
Niko Kovac ist bei Borussia Dortmund in der Defensive zum Umbauen gezwungen. Nico Schlotterbeck verpasste aufgrund einer Meniskusverletzung die gesamte Vorbereitung und wird wohl erst im Herbst wieder zur Verfügung stehen.
Kapitän Emre Can plagt sich seit Wochen mit Adduktorenbeschwerden herum. Zu allem Überfluss zog sich Niklas Süle im Testspiel gegen Juventus (1:2) Mitte August eine Muskelverletzung in der Wade zu. Der Verein sprach von zwei Monaten Ausfallzeit.
Nachdem Rechtsverteidiger Julian Ryerson den Auftakt im DFB-Pokal nach einem Schlag auf die Wade verpasste, erlebte der BVB im Revier-Derby gegen Rot-Weiss Essen (1:0) in der Schlussphase einen echten Schreckmoment. Yan Couto musste nach einem üblen Foul mit der Trage vom Platz.
"Ich muss ganz ehrlich sagen: So geht man nicht hin", ärgerte sich Trainer Kovac im "ARD"-Interview über das überharte Einsteigen von Essens Kelsey Owusu. Und weiter: "Ich will ihm keine Absicht unterstellen, aber das ist grob fahrlässig. Eigentlich ist das ein Anschlag."
Couto hatte immerhin Glück. "Hallo BVB-Fans, mir geht es wieder gut. Danke für all eure Nachrichten. Ich hoffe, dass ich am Samstag wieder dabei sein kann", meldete sich der Brasilianer in den Sozialen Medien zu Wort.
Abwehr-Youngster Filippo Mané dürfte nach seinem Auftritt gegen RWE für den Bundesliga-Start beim FC St. Pauli (Samstag, 18:30 Uhr im sport.de-Liveticker, die Highlights gibt es nach Abpfiff auf RTL+) erneut ein Kandidat für die Startelf sein.
Schleppender Transfer-Sommer beim BVB
Borussia Dortmund sucht auf dem Transfermarkt parallel offenbar noch nach Verstärkungen für die ausgedünnte Defensive. Laut "Bild" genießt ein neuer Innenverteidiger inzwischen sogar Priorität.
Für die Außenverteidiger-Positionen wurden in diesem Sommer die bisherigen Leihspieler Yan Couto und Daniel Svensson fest verpflichtet.
Mit Jobe Bellingham für das zentrale Mittelfeld und Patrick Drewes als Backup-Torwart sind bislang erst zwei externe Neuzugänge hinzugekommen. Dieser Umstand sorgt bei vielen BVB-Fans für Unmut. Medienberichten zufolge sollen die Schwarz-Gelben noch rund 30 Millionen Euro als Transferbudget zur Verfügung haben.
"Es fehlt an Kreativität im Mittelfeld, ein Spieler, der mit Esprit und spielerischer Klasse auch einmal für einen Überraschungsmoment sorgen kann, der die Verbindung zwischen Mittelfeld und Offensive besser herstellen kann", ordnet RTL-Reporter René Langhoff die Kader-Baustellen ein.
Der BVB-Experte stellt zudem die Frage: "Was passiert eigentlich, wenn sich mal ein Serhou Guirassy verletzen sollte? Nach dem Abgang von Sébastien Haller (zum FC Utrecht, Anm.d.Red.) gibt es da keinen Backup auf der Neun."
Ob Carney Chukwuemeka nach seiner Leihe während der vergangenen Rückrunde noch einmal zurückkehrt, steht in den Sternen. Der Mittelfeldmann ist vorerst zurück beim FC Chelsea. Wie Transfer-Insider Fabrizio Romano unlängst berichtete, sollen die Blues einen Verkauf und keine erneute Leihe anstreben.
"Sky" zufolge klopfte der BVB zuletzt an der Stamford Bridge bezüglich einer Leihe samt Kaufpflicht an. Chelsea fordere mehr als 20 bis 22 Millionen Euro für den 21-Jährigen, hieß es. Zeit bleibt bis zum Deadline Day am 1. September, dann wird die Borussia aber schon drei Pflichtspiele in den Beinen haben.
Kovac will von Unruhe aber nichts wissen. "Die Transferzeit läuft bei allen Klubs noch. Wir sind weiterhin am Eruieren und schauen was wir machen. Von unserer Seite gibt es da keine Unruhe", stellte der 53-Jährige auf der Pressekonferenz am Donnerstag klar.
Form-Frage beim BVB
Mit Blick auf die neue Pflichtspiel-Saison blieb der Borussia in diesem Sommer derweil weniger Zeit als gewohnt. Grund dafür war die reformierte Klub-Weltmeisterschaft in den USA. Am 5. Juli schied der BVB hier im Viertelfinale gegen Real Madrid (2:3) aus. Anschließend ging es für die Spieler in den Urlaub.
Am 26. Juli trommelte Kovac seine Schützlinge dann zum Trainingsauftakt in Dortmund-Brackel zusammen. Allein die drei Testspiele gegen die Sportfreunde Siegen (8:1), den OSC Lille (3:2) und Juventus (1:2) blieben, um sich zu finden.
Im DFB-Pokal bei Rot-Weiss Essen mühten sich die Schwarz-Gelben dann zum Pflichtspiel-Auftakt zu einem 1:0.
Borussia Dortmund tanzt in 2025/26 wieder einmal auf drei Hochzeiten. Die große Frage lautet: Können die BVB-Profis die noch einmal größer gewordene Belastung einfach so wegstecken? Bundesliga-Rivale FC Bayern steht als Teilnehmer an der Klub-WM vor derselben Herausforderung.
RTL-Experte Felix Kross glaubt zumindest nicht daran, dass die Dortmunder den Meister aus München in dieser Saison entthronen können.
"Ich sehe Dortmund schon als Favorit auf Platz zwei, relativ deutlich hinter den Bayern leider. Diese Position können sie schon wieder einnehmen", sagte der 34-Jährige exklusiv gegenüber RTL/ntv und sport.de.
In der Vorsaison rettete sich der BVB nach einem zwischenzeitlichen Rückstand von zehn Punkten auf die Champions-League-Ränge (nach dem 26. Spieltag) unter Kovac als Vierter doch noch in die Königsklasse.
BVB-Machtkampf hinter den Kulissen
Hinter den Kulissen geht bei Borussia Dortmund derweil der Machtkampf zwischen Amtsinhaber Reinhold Lunow und dem langjährigen Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke um das Amt des Präsidenten weiter. Die Mitgliederversammlung soll am 23. November stattfinden.

Zu einer Kampfabstimmung wird es dann aber nicht kommen. Ein Wahlausschuss trifft beim BVB eine Vorauswahl. Lunow oder Watzke? Borussia Dortmund muss in dieser hochsensiblen Frage also noch eine Antwort finden.
Frei von Sorgen sind die Dortmunder vor dem Saisonstart der Fußball-Bundesliga somit lange nicht.





























