Max Verstappen wird auch im kommenden Jahr für Red Bull im Auto sitzen, wie inzwischen alle Beteiligten bestätigten. Einem Formel-1-Insider zufolge waren die Gespräche mit Mercedes jedoch durchaus in einem fortgeschrittenen Stadium.
Geht es nach Formel-1-Experte Robert Doornbos, waren die Gespräche zwischen Mercedes und Red-Bull-Star Max Verstappen über einen Wechsel "intensiv", wie er gegenüber dem niederländischen Ableger von "Motorsport.com" bekräftigte.
Denn: "Sonst hätte Mercedes längst beide Fahrer bestätigt. Toto Wolff hat alles versucht, um Max zum Wechsel zu bewegen. Auch wenn Max sagt, für ihn sei das nie ein Thema gewesen, prüft das Management natürlich Optionen."
Doornbos hatte sich zuvor in einem Podcast überzeugt gezeigt, dass Verstappen Red Bull verlässt - wofür er im Nachgang teils heftige Kritik hatte einstecken müssen. Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko hatte den Verbleib des vierfachen Weltmeisters Ende Juli exklusiv gegenüber RTL/ntv und sport.de bestätigt, wenig später brach auch Max Verstappen selbst sein Schweigen und bekannte sich zu seinem Arbeitgeber.
Doornbos, selbst ehemaliger Formel-1-Pilot, rechtfertigte sich nun für seine Aussagen: "Ich bin seit fast zwölf Jahren als TV-Analyst tätig. Da kannst du nicht immer die Sechs würfeln. Ich war fest davon überzeugt, dass es passiert."
Verstappen-Entscheidung eine "Risikoabwägung"
Hinter den Kulissen passiere "so viel, das du nicht vorhersehen kannst. Ich will das den Leuten erklären, die in sozialen Medien aggressiv reagieren. Ich erfinde nichts - ich spreche mit diesen Leuten, ich weiß, dass es solche Gespräche gibt", so der 43-Jährige, der 2005 und 2006 in der Königsklasse startete.
Dass es zu einem Verstappen-Hammer hätte kommen können, liege laut Doornbos auch an den Erfahrungen aus der Vergangenheit. "Mercedes ist in Phasen mit neuem Motorenreglement oft stark gestartet, wie 2014 beim Wechsel zu den Hybridmotoren. Grundsätzlich hast du bei einem Hersteller größere Chancen als bei einem Privatteam ohne lange Motoren-Historie. Red Bull hat Expertise eingekauft - ob das reicht, wird sich zeigen", so die Einschätzung.
Dass Verstappen nun bleibt, überrascht ihn aber nicht völlig. "Am Ende ist es eine Risikoabwägung. Wie viel Vertrauen hast du in ein neues Projekt unter neuen Regeln? Wenn Mercedes anklopft, musst du es ernsthaft prüfen. Deshalb hat es wohl so lange gedauert, bis etwas offiziell verkündet wurde."



