Thomas Müller steht nach seinem Abschied vom FC Bayern vor einem Wechsel in die MLS, wo die Vancouver Whitecaps die besten Karten haben sollen. Wie ist die Erwartungshaltung in der kanadischen Metropole, woran hakt der Deal noch? sport.de beantwortet die wichtigsten Fragen zum Müller-Hammer.
Wie ist die Stimmung in Vancouver?
Thomas Müller in Kanada? Vancouver und die Whitecaps sind heiß auf den möglichen Promi-Zugang vom FC Bayern. "Das Ding mit Wundern ist, dass sie extrem selten sind - aber sie geschehen", frohlockte die "Vancouver Sun".
Sollte der 35-Jährige tatsächlich bei den Caps unterschreiben, "wäre dies der mit Abstand größte Transfer in der Geschichte des Teams und würde als einer der größten sportlichen Schritte in die Geschichte der Stadt eingehen", schrieb die Zeitung.
Ein bemerkenswerter Vergleich, immerhin hat Vancouver 2010 die olympischen Winterspiele veranstaltet.
Was würde Thomas Müller in Vancouver erwarten?
Allzu verwöhnt mit sportlichen Erfolgen sind sie an der kanadischen Westküste bisher nicht. Die Whitecaps sind zwar viermaliger Landesmeister, in der MLS reichte es aber noch nicht zum Titel.
Erst im Juni unterlag man im Finale des Champions Cup, dem CONCACAF-Pendant zur Champions League, dem mexikanischen Vertreter Cruz Azul überdeutlich mit 0:5.
Bezeichnend: Auch die Eishockey-Stars der Canucks verloren dreimal das Endspiel um den Stanley-Cup.
Aktuell spielen die Whitecaps aber eine starke Saison. Einzig der San Diego FC rangiert in der Western Conference aktuell vor Vancouver.
Wer könnte Thomas Müller bei der Integration helfen?
Vancouvers deutscher CEO und Sportdirektor Axel Schuster ist die treibende Kraft hinter den Bemühungen um Müller. Dabei wollte der frühere Mainzer Weggefährte von Jürgen Klopp und Thomas Tuchel eigentlich die Abwehr stärken.
Einen möglichen Müller-Transfer nannte Schuster jüngst "eine großartige Sache", betonte zugleich aber: "Wir arbeiten in der Realität."
So oder so dürfte der gebürtige Kölner eine wichtige Rolle bei Müllers ersten Schritten in Nordamerika spielen. Der Weltmeister von 2014 spricht zwar solides Englisch, hat aber noch nie außerhalb Deutschlands gelebt.
Der letzte deutsche Spieler in Vancouver war übrigens Florian Jungwirth, der beim SV Darmstadt einst Bundesliga-Luft schnupperte. Anfang 2023 beendete der Verteidiger seine Laufbahn.
Woran hakt der Müller-Wechsel noch?
Die Whitecaps haben ihre beiden Planstellen für "Designated Players", die oberhalb der Gehaltsgrenze verdienen dürfen, schon besetzt. Bis zum 21. August könnten sie aber einen dritten Topspieler dazuholen, sofern sie zugleich einen Profi verpflichten, der jünger als 22 ist.
Zum Vergleich: Beim FC Bayern hat Müller über Jahre hinweg bis zu 20 Millionen Euro pro Spielzeit kassiert.
Eine weitere Hürde besteht in den sogenannten "Discovery Rights", den Transferrechten, die sich der Cincinnati FC gesichert hatte. Vancouver soll dafür mehr als jene 400.000 Dollar bezahlen müssen, die LA Galaxy 2024 bei der Verpflichtung von Marco Reus an den Charlotte FC überwiesen hatte.
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In die Verhandlungen hat sich "Bild" zufolge nun auch die MLS eingeschaltet. Die Liga wolle einen Deal forcieren, heißt es. Offenbar fürchten die MLS-Bosse, dass der Transfercoup andernfalls scheitert und ihnen ein mögliches Aushängeschild und Werbegesicht durch die Lappen geht.
Wann hat sich Thomas Müller für die MLS entschieden?
Dass Thomas Müller überhaupt "übern großen Teich" wechseln wird, wie er in seinem emotionalen Abschiedsvideo kürzlich ankündigte, war zum Zeitpunkt der Aufnahme offenbar noch gar nicht klar.
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wurde es im Mai gedreht - und hat ein alternatives Ende. In diesem hätte Müller statt der Wechsel-Ankündigung schlicht gesagt: "Schee war's mit euch." Und dann wäre Schluss gewesen.
Doch jetzt scheint es anders zu kommen - und Müller nach 756 Einsätzen, 250 Toren und 276 Vorlagen für die Bayern-Profis ein letztes großes Karriere-Abenteuer zu wagen.






























