Der Sieg im Mehrkampf-Turnen der Männer geht wie im Vorfeld erwartet an das russische Team (257,260 Punkte), das am Ende besonders von den Patzern am Reck der lange gut mithaltenden Briten (253,362 Punkte) profitiert, die sich die Silbermedaille sichern. Den Bronzerang belegen die Franzosen (246,928 Punkte).
Das Team von Trainer Andreas Hirscher kann den Rückstand auf das französische Quintett nicht mehr aufholen. Klessing (13,200), Bretschneider (13,300) und Nguyen (13,633) liefern eine solide Vorstellung am Boden ab und sichern sich den vierten Rang (243,629 Punkte).
Les Bleus bleibt am Pauschenpferd fehlerlos und scheint die Bronzemedaille sicher zu haben. Bei den Briten fällt indes der nächste Akteur vom Reck. Das wird sich Russland nicht nehmen lassen.
Großbritanniens Cunningham leistet sich am Reck einen groben Schnitzer und fällt gleich zweimal auf die Matte. Das könnte es gewesen sein für die Lokalmatadoren. Jetzt bleibt das Hoffen auf einen Fehler der Russen.
Infolges des Sturzes von Bretschneider und einer ebenfalls niedrigen Bewertung von Toba fällt Deutschland wieder auf den sechsten Rang zurück und braucht nun eine Topleistung am Boden um doch noch Bronze zu gewinnen. Im Gesamttableau liegt Russland vor dem letzten Gerät knapp vor Großbritannien, gefolgt von Frankreich, der Schweiz, der Türkei und Deutschland. Auf Platz drei fehlen Nguyen und Co. allerdings nur zwei Punkte.
Nach vier Geräten führte Russland mit 0,5 Punkten vor den Briten. Doch das Team um Max Whitlock gibt sich hier keinesfalls geschlagen. Am Barren ruft James Hall mit 14,800 eine tolle Leistung ab, die sein Teamkollege Joe Fraser im Anschluss sogar noch übertrumpfen kann.
Deutschlands Team kann am Barren liefern und schiebt sich dank Nguyens Spitzen-Wertung von 14,733 nach vier Geräten an den Mannschaften aus Frankreich und Spanien vorbei auf Platz vier. Nach dem Patzer von Onder liegt die Türkei nur noch knappe drei Punkte vor den Deutschen. Bronze ist in Sichtweite!
Das kann teuer werden. Die bislang so stark auftretende Türkei muss ihren ersten herben Schnitzer hinnehmen. Am Reck kriegt Ahmet Onder die Stange zum Schluss nicht zu fassen und knallt auf den Boden.
Was der eine liegen lässt, gleicht der andere weitgehend wieder aus. Bretschneider muss bei der Landung am Sprung absitzen und bekommt eine entsprechend niedrige Bewertung von 13,433. Nguyen dagegen ist wie an den Ringen auch am Sprung gut unterwegs und erhält starke 14,466 Punkte.
Am Ende des Tableaus befinden sich nach zwei Übungen weit abgeschlagen die Italiener, die gleich bei ihrem ersten Gerät am Sprung eine Null hinnehmen musste. Auch am Reck sieht der Start nun alles andere als gut aus, sorgt Andrea Russo mit einem Sturz doch für die nächste schlechte Bewertung. Die Deutschen befinden sich ihrerseits nun am Sprung.
Deutschlands neuer Teamkapitän weiß an den Ringen zu überzeugen, wenn auch nicht zu euphorisieren. Am Ende steht eine Wertung von 14,333. Nils Dunkel lieferte 13,933 Punkte ab. In der Gesamtwertung schieben sich die Deutschen mit dieser Übung an der Schweiz vorbei auf Platz sechs.
Jedes Team schickt übrigens pro Gerät nur drei seiner fünf Sportler ins Rennen. Überraschend gut sind bislang die Türken, die bereits in der Quali zu überzeugen wussten.
Großbritanniens prominentester Turner legt eine brilliante Vorstellung am Pauschenpferd hin und sorgt für die bislang beste Bewertung an diesem Gerät. Bei den Deutschen ist nun Andreas Toba an den Ringen, ruft eigentlich ebenfalls eine starke Leistung ab, bekommt jedoch nur eine Wertung von 13,900.
Deutschlands Turner verlassen das Pauschenpferd und ziehen weiter zu den Ringen. Hier ist vor allem Marcel Ngyuen ein Hoffnungsträger. Der 30-Jährige qualifizierte sich im Einzel-Wettkampf fürs Finale und muss nun eine gute Vorstellung abliefern, wenn sich das Team wieder an die ersten drei Ränge herankämpfen will.
Für die Briten geht es am Boden mit Rio-Olympiasieger Max Whitlock los. In der Quali konnte der 25-Jährige hier nicht restlos überzeugen und verpasste das morgige Finale. Diesmal läuft es allerdings deutlich besser. Nach einer gelungenen Vorstellungen holt sich Whitlock den gebührenden Beifall bei seinen Teamkollegen James Hall, Joe Fraser, Courtney Tullock und Dominick Cunningham ab.
Besonders Andreas Toba dürfte wohl für immer gemischte Gefühle mit dem Pauschenpferd verknüpfen. Bei den Olympischen Spielen in Rio vor zwei Jahren turnte der Deutsche mit einem Kreuzbandriss, um seiner Mannschaft noch den Einzug ins Finale zu ermöglichen. Am Ende wurde das Team, das damals noch von Fabian Hambüchen angeführt wurde, Siebter.
Die acht besten Teams Europas haben die SSE Hydro-Arena betreten. Bei Deutschland sind mit Marcel Ngyuen, Andreas Toba und Andreas Bretschneider noch drei Akteure aus dem Olympia-Team von 2016 erhalten geblieben. Als erstes geht es für das Team von Trainer Andreas Hirsch an das deutsche Angstgerät: das Pauschenpferd!
Am vorletzten Tag der European Championships in Glasgow wird die Männer-Turnmannschaft im Mehrkampf gefordert. In der SSE Hydro Arena zählt die Truppe von Cheftrainer Andreas Hirsch ab 14:00 Uhr zu den Medaillenkandidaten. Zur größten Konkurrenz zählen die Ensembles aus Russland und Großbritannien. In der Qualifikation belegte die deutsche Mannschaft aus Marcel Nguyen, Andreas Toba, Andreas Bretschneider, Nils Dunkel und Nick Klessing den dritten Rang genau hinter diesen beiden Teams.