Die Zukunft des vor wenigen Tagen vom polnischen Skisprungverband entlassenen Trainers Thomas Thurnbichler ist womöglich entschieden. Das berichten polnische Medien mit dem Verweis auf eine Sitzung des deutschen Verbandes, in der diskutiert wurde, ob der Österreicher verpflichtet werden soll.
Skisprung-Trainer Thomas Thurnbichler könnte schon bald einen neuen Job haben - und zwar beim deutschen Skisprungverband. Das zumindest berichtet das polnische Portal "gazeta.pl".
In dem Bericht ist die Rede von einem Treffen des DSV, an dem nicht nur die Offiziellen, sondern auch sämtliche Skisprung-Trainer teilgenommen haben sollen. Laut "gazeta"-Angaben könnte in diesem Rahmen auch die Thurbichler-Frage beantwortet worden sein. Wie die Antwort ausgefallen ist, ist allerdings nicht bekannt.
Durchaus pikant: Auch vom polnischen Verband soll der Österreicher eine neue Offerte bekommen haben. Präsident Adam Malysz bestätigte am Wochenende einen Austausch mit Thurnbichler, der nun doch als Nachwuchstrainer in Polen bleiben könnte. "Ich hoffe, er nimmt das Angebot an", zitieren polnische Medien den ehemaligen Skispringer.
Thurnbichler dementiert Gerüchte nicht
Thurnbichler selbst hatte die Gerüchte über einen möglichen Wechsel nach Deutschland vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem großen polnischen Webportal "Wirtualna Polska" angeheizt. Konkret auf einen Wechsel angesprochen, sagte der 35-Jährige: "Ich weiß nicht, woher diese Informationen stammen. Ich kann nur sagen, dass ich einige sehr interessante Angebote habe." Ein Dementi ging ihm damals nicht über die Lippen.
Wie seine Zukunfts-Entscheidung am Ende ausfallen wird, konnte oder wollte Thurnbichler noch nicht beantworten. "In den nächsten Wochen werde ich darüber nachdenken, was das Beste für mich und meine Familie ist", meinte er.
Über das eher unschöne Ende seiner Zeit im polnischen Team wollte der Coach ebenfalls nicht zu viele Worte verlieren. Allerdings deutete der Österreicher an, dass es letztlich die erfahrenen Athleten im Team waren, die seiner Vorgabe nicht immer folgen wollten.
Skisprung-Stars wollten nicht mit Thurnbichler arbeiten
Springer wie Kamil Stoch, Dawid Kubacki und Piotr Żyła hätten natürlich das Zeug, noch einmal ganz vorne mitzuspringen. Dies schaffen sie laut Thurnbichler aber nur, "wenn sie verstehen, dass sie einige Veränderungen brauchen. Weil sich das Skispringen jedes Jahr weiterentwickelt".
Letztlich habe er aber erkennen müssen, dass die älteren Springer "nicht mit mir arbeiten wollten. So weiterzumachen, hätte keinen Sinn gemacht. Wenn sie nicht den Wunsch haben, mit dem Trainer weiterzuarbeiten, verschwenden sie ihre und ich meine Zeit und Energie", erklärte der Österreicher, der dem polnischen Verband vorschlug, das Coaching der jüngeren Springer künftig zu übernehmen. Diese Idee wurde jedoch von den Verantwortlichen abgeschmettert. Thurnbichlers Abschied wurde somit alternativlos.

