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Kommt es zum Wechsel-Beben in der Formel 1?

Hamilton zu Ferrari: Was ist dran am Mega-Gerücht?

24. Mai 2023 11:10
Lewis Hamilton (r.) wurde zuletzt mit einem Wechsel zu Ferrari in Verbindung gebracht
Lewis Hamilton (r.) wurde zuletzt mit einem Wechsel zu Ferrari in Verbindung gebracht
Foto: © IMAGO/Mark Sutton

Seit dem letzten Wochenende hat die Formel 1 ein riesiges Gesprächsthema mehr: Ferrari forciert angeblich einen Wechsel von Mercedes-Star Lewis Hamilton, soll dem Rekordweltmeister sogar schon ein millionenschweres Vertragsangebot gemacht haben. Wem würde dieser Mega-Wechsel etwas bringen - und was ist überhaupt dran? sport.de beantwortet die wichtigsten Fragen. 

Lewis Hamilton und Mercedes: Diese Paarung geht als die beste überhaupt in der Formel 1 in die Motorsportgeschichte ein. Sechs seiner sieben Weltmeistertitel hat Hamilton mit dem deutsch-britischen Konstrukteur eingefahren. Nie zuvor war ein Fahrer mit ein und demselben Team erfolgreicher in der Königsklasse des Motorsports.

Wird das elfte Jahr der Ehe nun das letzte zwischen dem Superstar und den Silberpfeilen? Potenzial hätte ein Abschied des 38-Jährigen in Richtung Ferrari in jedem Fall - und auch Charme.

  • Hamilton-Wechsel? Viele Hürden für Ferrari 

Der Traditionsrennstall aus Maranello soll laut "Daily Mail" der große Antreiber des Gerüchts sein. Die englische Zeitung hatte als erstes über das vermeintliche 45-Millionen-Euro-Angebot der Scuderia für Lewis Hamilton berichtet. So viel nämlich soll Ferrari angeblich bereit sein, Lewis Hamilton pro Saison zu bezahlen.

Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur gilt als wichtiger Förderer des jungen Lewis Hamilton. 2006 war er nämlich schon einmal sein Teamchef, in der Formel 2 beim Team ART Grand Prix. Sein damaliger Meistertitel ebnete Hamilton den Einstieg in die Formel 1 ein Jahr später. 

Daneben sind die Hürden aber sehr hoch, die beide Seiten zu nehmen hätten, um tatsächlich einen Hamilton-Wechsel nach Italien hinzubekommen. Als aller erstes sind da die beiden Stammpiloten Carlos Sainz und Charles Leclerc, die beide noch einen laufenden Vertrag bis Ende 2024 in der Tasche haben.

Gedankenspiele um ein mögliches Tauschgeschäft mit Leclerc zu Mercedes waren bis dato nicht mehr als wilde Spekulationen, nachdem sich der Monegasse mehrere Male unzufrieden mit seiner Entwicklung bei den Roten geäußert hatte.

Auch die Marke Lewis Hamilton an sich stellt einen großen Stolperstein da. Der schillernde Rekordchampion besitzt unter anderem sein eigenes Modelabel sowie eine Wohltätigkeitsorganisation, trat in den letzten Jahren bei mehreren Großinvestments in Erscheinung. Mit der Geschäftsstrategie des stolzen Global Players Ferrari birgt das durchaus Konfliktpotenzial.  

Wie eine Verpflichtung Hamiltons bei der italienischen Fan-Seele ankommen würde, muss ebenfalls hinterfragt werden. Nicht nur, dass Hamilton jahrelang als Hauptrivale im Kampf um die WM-Titel mit Kimi Raikkönen, Felipe Massa, Fernando Alonso oder Sebastian Vettel aufgetreten war.

Auch die Perspektive, dass er ausgerechnet in einem Ferrari seinen achten Fahrertitel einfahren und damit endgültig an F1-Legende Michael Schumacher vorbeiziehen könnte, dürfte Millionen von Tifosi ein Dorn im Auge sein. 

  • Startet Mercedes zu neuen Ufern?

Das Ende von Lewis Hamilton bei Mercedes würde nicht weniger als eine Zeitenwende in der Formel 1 bedeuten. Lewis Hamilton hält mit den Silber- respektive Schwarzpfeilen mittlerweile alle großen Rekorde: Die meisten WM-Titel als Team-/Fahrerpaarung (5), die meisten Siege (82), die meisten Pole Positions (77) und die meisten Starts (202). 

Sollte es nach elf Jahren tatsächlich zur Trennung kommen, wäre es ein Aufbruch ins Ungewisse. Seit dem Einstieg als Werksteam im Jahr 2010 hat Mercedes stets einen erfahrenen Weltmeister im Team gehabt. Zunächst Michael Schumacher, danach eben Hamilton. Ohne dieses Faustpfand auf die Strecken zu gehen, birgt entsprechende Risiken. 

Mercedes bekäme zwar seinen mit Abstand teuersten Angestellten von der Gehaltsliste, würde aber auch die schillerndste Figur im Motorsport verlieren.  Lewis Hamilton garantiert größtmögliche mediale Aufmerksamkeit und Publicity, ohne dabei große Skandale zu produzieren. Ein schwergewichtiger Faktor in der großen Zirkuswelt Formel 1.

Apropos Publicity: Für Mercedes-Teamchef Toto Wolff sind die ganzen Ferrari-Gerüchte sowieso nichts weiter als ein PR-Produkt, wie er gegenüber "oe24" erklärte: "Diese Gerüchte tauchen alle zwei Jahre, wenn wir einen neuen Vertrag machen müssen, auf. Wir diskutieren ohne jeden Zeitdruck. [...] Für mich gibt es da keinen Millimeter Zweifel", betonte der Österreicher, der Lewis Hamilton sogar als seinen "Blutsbruder" betitelte. 

  • Sucht der Rekordchampion seine letzte große Challenge?

Bleibt die vielleicht entscheidende Frage: Was will Lewis Hamilton selbst? Dass ihn das kolportierte 45-Millionen-Euro-Angebot aus Maranello überhaupt aus der Ruhe bringen könnte, wird von Insider und "Sky"-Reporter Ted Kravitz schon einmal stark angezweifelt: "Es ist wahrscheinlich weniger als das, was er im Moment bei Mercedes verdient. Und das wird ihm Mercedes wohl auch noch über sein Karriereende hinaus anbieten, wenn er weiter für die Marke arbeiten will."

Sind es also sportliche Beweggründe, die Hamilton in Richtung Maranello ziehen könnten? Fakt ist, dass er sich den Titel "Rekordweltmeister" derzeit noch mit Michael Schumacher teilt, unbedingt noch seine achte Fahrer-WM klarmachen will, um endgültig der Größte aller Zeiten zu sein. 

Dass sich die Wahrscheinlichkeit auf ein WM-taugliches Auto bei Ferrari in den nächsten Saisons deutlich erhöht im Vergleich zu Mercedes, daran glaubt aktuell eigentlich niemand. Auch in der laufenden Saison liegt Ferrari nicht nur meilenweit hinter Dominator Red Bull, sondern auch noch hinter Aston Martin und Mercedes zurück und ist nur noch die vierte Kraft in der Formel 1. 

So lange ihm die Scuderia keinen roten Renner präsentieren kann, mit dem er garantiert als Verstappen-Herausforderer um Titel Nummer acht fahren kann, wird auch Hamilton selbst mit dem silbernen Stern statt dem tänzelnden Pferd auf dem Auto weiterfahren wollen. 

Mats-Yannick Roth 

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1NiederlandeMax VerstappenRed Bull Racing144
2MexikoSergio PérezRed Bull Racing105
3SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team93
4GroßbritannienLewis HamiltonMercedes AMG F1 Team69
5GroßbritannienGeorge RussellMercedes AMG F1 Team50

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