Weil dem FC Bayern die erste komplett titellose Saison seit 2012 droht, steht bei den Münchnern alles auf dem Prüfstand. Auch Vorstandsboss Oliver Kahn gilt als angezählt. Jetzt gibt es gleich mehrere Berichte, dass der 53-Jährige intern ersetzt werden könnte - und zwar durch einen, der eigentlich beim deutschen Rekordmeister aufhören wollte.
Es rumort beim FC Bayern. Aller Voraussicht nach wird sich Borussia Dortmund am Samstagnachmittag zum Deutschen Meister krönen, ein Nackenschlag für die Ambitionen des FC Bayern, der vor nicht einmal zwei Monaten noch das Triple im Visier hatte. Kaum verwunderlich also, dass auch Oliver Kahn in die Kritik geraten ist, der den FCB seit Sommer 2021 als Vorstandsvorsitzender leitet und seitdem nur den Bundesliga-Triumph 2022 nachweisen kann.
Offenbar ist die Unzufriedenheit mit Kahn im Klub so groß, dass es konkrete Überlegungen gibt, den "Titan" zu ersetzen.
Wie die "Münchner Abendzeitung" aus mehreren Quellen erfahren hat und mit Verweis auf die "tz" berichtet, denkt man beim FC Bayern darüber nach, Jan-Christian Dreesen die Rolle als Vorstandschef zu geben. Auch "Bild" und "ran.de" haben von den Plänen erfahren. Letztgenannte Quelle bringt Dreesen als mögliche Übergangslösung für die kommende Zeit ins Spiel - möglicherweise sogar bis 2025. Dann könnte man in Ruhe eine Dauerlösung finden.
Intern soll die Idee mit Dreesen bereits diskutiert worden sein und wichtige Befürworter beziehungsweise Unterstützer haben, wie die "AZ weiter berichtet. "Bild" fügt an, dass Dreesen als großer Kritiker Kahns gilt und gleichzeitig eng verbandelt ist mit den Ex-Bossen Karl-Heinz Rummenigge (ehemals Vorstand) und Uli Hoeneß (früher Präsident und Manager). Laut "ran.de" ist die Situation derzeit "sehr dynamisch"
Doch es gibt gleich zwei Probleme: Jan-Christian Dreesen ist derzeit noch Finanzvorstand bei den Münchnern, wollte diese Aufgabe aber eigentlich nach der Saison abgeben - laut "Bild" wohl auch wegen Kahn - und sich anderen Dingen widmen. Damit hatte der studierte Diplom-Kaufmann aber vermutlich nicht die Rolle als Vorstandsboss im Sinn. Wie Dreesens Meinung zum im Klub wabernden Plan ist, ist noch nicht bekannt. Dreesens Nachfolger, Dr. Michael Diederich, bestens bekannt aus dem Aufsichtsrat, wird unabhängig davon gerade als neuer Finanzchef eingearbeitet. Auch er soll Kahns Arbeit laut "Bild" kritisch sehen.
Punkt zwei: Der FC Bayern könnte bei Dreesen außerdem Konkurrenz durch die Deutsche Fußball-Liga bekommen. Denn dort ist der gebürtige Ostfriese ebenfalls als neuer Chef im Gespräch. Erste Sondierungen mit der DFL soll es schon gegeben haben, laut "Sport1" wurde sogar schon über Geld gesprochen.
Dreesen würde prominente Hilfe beim FC Bayern bekommen
Allerdings vermutet die "Münchner Abendzeitung", dass sich Dreesen im Fall der Fälle wohl eher für den FC Bayern entscheiden würde, falls es dort wirklich konkret wird. Helfen würde ihm wohl das Duo Hoeneß und Rummenigge. Der Ehrenpräsident und der frühere Vorstandschef sollen laut der Tageszeitung wieder eine größere Rolle im Klub spielen. Laut "Bild" soll "nur" Rummenigge wieder ins Boot geholt, er würde im Fall der Fälle Berater von Dreesen sein.
Eine Entscheidung über Kahns Zukunft wird in der kommenden Woche erwartet. In einer sport.de-Umfrage mit Tausenden Teilnehmenden votieren 62 Prozent für eine Trennung von Kahn. Nur 38 Prozent sprechen sich für eine weitere Chance für den 53-Jährigen aus.
FC Bayern: Wird Salihamidzic durch Sauer ersetzt?
Am 30. Mai ist die Aufsichtsratssitzung der Münchner anberaumt. Dort wird es um die Weichenstellungen für die nächsten Jahre gehen.
Auch Sportchef Hasan Salihamidzic darf sich seines Jobs bis dahin nicht sicher sein, er sitzt nicht komplett fest im Sattel. Wie "ran.de" erfahren hat, ist auch eine Trennung vom 46-Jährigen denkbar.
Das Portal bringt Jochen Sauer als internen Nachfolgekandidaten ins Spiel. Der Campus-Chef des FC Bayern steht zwar ebenfalls vor einem Abschied, möglicherweise bewegt ihn eine neue Rolle aber zum Umdenken, heißt es.