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Ski Alpin

Nachtslalom in Schladming

Aus am zweiten Tor: Straßer scheitert spektakulär

24.01.2023 22:12
Linus Straßer schied beim Nachtslalom in Schladming schon am zweiten Tor aus
© IMAGO/GEPA pictures/ Mathias Mandl
Linus Straßer schied beim Nachtslalom in Schladming schon am zweiten Tor aus

Vorjahressieger Linus Straßer scheidet beim Nachtslalom in Schladming schon am zweiten Tor aus. Den Frust darüber will er bis zur WM aber verarbeitet haben.

Linus Straßer griff sich entsetzt an den Helm, fuhr an den Rand der Planai, stützte sich dort auf die Stöcke und senkte den Kopf. Welch ein Kontrast!

Vor einem Jahr war der Münchner beim prestigeträchtigen Nachtslalom in Schladming noch zu einem spektakulären Sieg gefahren, diesmal ereilte ihn die Höchststrafe für einen Skirennläufer: Straßer, mit Karacho oben aus dem Starthaus gekommen, fädelte im ersten Lauf schon am zweiten Tor ein.

"Das muss ich, das werde ich abhaken. Das ist mir noch nie passiert, und ich habe vor, dass es ein einmaliges Erlebnis bleibt", sagte Straßer, der nach seinem kurzen Nachdenken am Pistenrand im Dunkeln zu Tal fuhr, im "BR".

Nein, ergänzte er dort, "das ist kein schönes Erlebnis, da schaust du ziemlich ungläubig danach." Schnell aber betonte er auch: "Ich lasse mich nicht betrüben von dem Ausfall und freue mich auf die Weltmeisterschaften."

Noel sichert sich den Sieg

Vor 40.000 Fans fuhr Clement Noel aus Frankreich von Platz sechs zum Sieg. Er gewann vor Ramon Zenhäusern aus der Schweiz (+0,07 Sekunden) und Lucas Braathen aus Norwegen (+0,38).

Henrik Kristoffersen aus Norwegen fiel im zweiten Lauf vom ersten auf den elften Platz zurück.

Als einziger Deutscher im Finale erkämpfte sich Sebastian Holzmann einen respektablen 18. Rang, er verbesserte sich um zehn Plätze und egalisierte damit seine beste Saisonleistung.

Straßer hörbar gefrustet

Die WM in Courchevel und Meribel/Frankreich beginnt am 6. Februar, der Slalom der Männer bildet am 19. Februar den Abschluss der Medaillenvergabe.

Straßer kann sich bis dahin noch beim Weltcup-Slalom am 4. Februar in Chamonix Selbstvertrauen zurückholen - obwohl dies angesichts der bisherigen Saisonresultate nicht nötig sein dürfte. Zwar schied er auch beim Slalom in Garmisch-Partenkirchen am 4. Januar aus, fährt ansonsten aber eine starke Saison.

Zwei dritte und zwei vierte Plätze hat Straßer bereits eingesammelt in diesem Winter und sich damit in die Rolle eines Medaillenanwärters gedrängt.

Diese "guten Ergebnisse kann mir keiner mehr nehmen", sagte er mit doch erkennbarem und hörbarem Frust, auch wenn er selbstredend anmerkte: "So ein Einfädler gehört dazu." Und doch war es ein zweiter Wirkungstreffer nach dem Rennen in Kitzbühel zwei Tage zuvor, als er um eine Hundertstel Rang drei verpasste.