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Eiskunstlauf-EM

Schott schielt nach Russen-Aus auf Eiskunstlauf-Medaille

24.01.2023 13:08
Nicole Schott hofft auf eine Medaille bei der Eiskunstlauf-EM
© IMAGO/Mathieu Belanger
Nicole Schott hofft auf eine Medaille bei der Eiskunstlauf-EM

Vielleicht ist es eine einmalige Chance: Noch vor einem Jahr gewannen Russlands Eiskunstläuferinnen mit der mittlerweile des Dopings überführten Kamila Valieva an der Spitze alle drei EM-Medaillen.

Nun werden die Karten bei den europäischen Titelkämpfen im finnischen Espoo komplett neu gemischt, und Nicole Schott will ihre Trümpfe wie Ästhetik und Ausdrucksstärke ganz gezielt und mit Erfolg ausspielen.

"Ohne Russinnen möchte ich möglichst weit vorne landen. Deshalb soll die EM ein Saisonhöhepunkt werden", sagte die Sportsoldatin aus Oberstdorf, die in ihrer Wahlheimat vor zwei Wochen ihren siebten nationalen Titel einfuhr. Vor den Toren Helsinkis könne "alles passieren. Jetzt kann diejenige gewinnen, die den besten Tag erwischt."

Schott schielt auf EM-Medaille

Zwar wäre Gold zweifellos ein unrealistisches Ziel, doch der Gewinn einer Medaille erscheint nicht völlig utopisch. Die 26-Jährige profitierte schon bei den letztjährigen Welttitelkämpfen im französischen Montpellier vom kriegsbedingten russischen Ausschluss und fuhr mit Rang zehn ihre mit Abstand beste WM-Platzierung ein.

An ein derart positives Abschneiden war vor Beginn des nach-olympischen Winters beileibe nicht zu denken, ganz im Gegenteil. Schott ging es mit Post-Covid "richtig schlecht, meine Lungenfunktion war so schwach wie die einer 90-Jährigen", berichtete die zweimalige Olympiateilnehmerin. Erst Ende Juli sei es besser geworden.

Ohne die normalerweise übermächtige russische Konkurrenz könnten auch die deutschen Paarlauf-Meister Annika Hocke und Robert Kunkel sportlich überraschen. Das Berliner Duo, das im italienischen Bergamo trainiert, ist jedoch bemüht, sich nicht selbst unnötig unter Druck zu setzen.

DEU-Sportdirektorin Pfeifer bremst Erwartungen

"Der deutsche Meistertitel war ein guter Selbstvertrauen-Booster. Aber wir wissen, dass eine Medaille nur drin ist, wenn wir gut laufen", sagte Hocke. Claudia Pfeifer, Sportdirektorin der Deutschen Eislauf-Union (DEU), spekuliert ein wenig darauf, "dass das Feld in den vorderen Platzierungen völlig offen ist".

Das EM-Aufgebot der DEU, Paarlauf: Annika Hocke/Robert Kunkel (Berlin), Alissa Jefimowa/Ruben Blommaert (Oberstdorf/Berlin). - Männer: Nikita Starostin (Dortmund). - Frauen: Nicole Schott (Essen). - Eistanz: Jennifer Janse van Rensburg/Benjamin Steffan (Oberstdorf).

Der EM-Zeitplan, Mittwoch: Kurzprogramm der Paare (12.15 Uhr), Kurzprogramm der Männer (16.30 Uhr). - Donnerstag: Kurzprogramm der Frauen (12.15 Uhr), Kür der Paare (18.30 Uhr). - Freitag: Rhythmustanz der Eistänzer (12.15 Uhr), Kür der Männer (17.00 Uhr). - Samstag: Kür der Frauen (12.00 Uhr), Kür der Eistänzer (17.30 Uhr).