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Wintersport

Thomas Dreßen geht auf die FIS los: "Absoluter Schwachsinn"

24.01.2023 14:16
Thomas Dreßen kritisiert den Ski-Weltverband FIS
© Guenter Schiffmann via www.imago-images.de
Thomas Dreßen kritisiert den Ski-Weltverband FIS

Deutschlands Ski-Superstar Thomas Dreßen hat die Expansionspläne von FIS-Präsident Johan Eliasch in deutlichen Worten kritisiert.

"Dass darüber diskutiert wird, in Dubai ein Skirennen zu machen, das finde ich absoluten Schwachsinn. Es müsste ein nachhaltiger Markt sein. Und ich bezweifle, wenn dort ein Rennen stattfindet, dass die Kinder in Dubai dann in 10 oder 15 Jahren Skifahrer werden wollen", sagte Dreßen im "BR Fernsehen".

Grundsätzlich zeigte sich der 29-Jährige Neuerungen gegenüber aber aufgeschlossen. "Etwas Neues machen, ist nicht immer falsch. Es ist wichtig, dass man sich überlegt: Wie kann man Sport, wie kann man Wettkämpfe besser machen. Und wie kann man es für die Jugend attraktiver machen, damit die Jugend nicht wegbricht. Damit die Kinder nach wie vor Skifahren lernen wollen", sagte Dreßen, der 2018 das legendäre Hahnenkammrennen auf der Streif in Kitzbühel gewann.

Dreßen ergänzte: "Man darf sich auch nichts vormachen: Skifahren wird nie eine Weltsportart werden. Dafür sind wir viel zu sehr an Orte und an Jahreszeiten gebunden. Fußball kann man auf der ganzen Welt spielen."

Ski Alpin: Deutsches Speed-Team muss "brutal arbeiten"

Zum aktuellen sportlichen Zustand des deutschen Speed-Teams äußerte sich Dreßen in dem TV-Interview ebenfalls kritisch.

"Leider geht uns allen im Moment noch ein bisschen die Konstanz ab. Daran muss das ganze Team brutal arbeiten. Uns fehlen elementare Sachen, teilweise technischer Natur. Wir müssen das wieder in den Griff kriegen", sagte Dreßen.

Er sei aber "felsenfest überzeugt davon, dass wir dann wieder vorne mitfahren können", erklärte der fünfmalige Weltcup-Sieger in der Abfahrt.

Er persönlich sieht sich nach vielen Verletzungsproblemen in den letzten Jahren zwar "auf einem guten Weg, der Grundspeed stimmt", sagte Dreßen. "Nach den Erfolgen in der Vergangenheit bin ich aber mit einem 13. Platz nicht zufrieden, auch wenn ich weiß, dass das in meiner Situation ein gutes Ergebnis ist. Dann will man zu viel und dann passieren Fehler. Da muss ich mich an die eigene Nase fassen und das in den Griff kriegen."