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Skispringen

Nur Wellinger unter den Top 10

DSV-Adler enttäuschen in Sapporo

20.01.2023 10:02
Andreas Wellinger sorgte für den deutschen Lichtblick im Skispringen
© IMAGO/GEPA pictures/ Thomas Bachun
Andreas Wellinger sorgte für den deutschen Lichtblick im Skispringen

Andreas Wellinger wird Achter, die übrigen DSV-Adler enttäuschen dagegen in Japan. Einen Heimsieg holt Ryoyu Kobayashi.

Zumindest Japan-Fan Andreas Wellinger hatte im Land des Lächelns gute Laune, die übrigen DSV-Adler ließen dagegen enttäuscht die Schultern hängen.

Zum Auftakt der strapaziösen Reise nach Sapporo haben die deutschen Skispringer wie schon bei der Vierschanzentournee nahezu komplett enttäuscht. Während Lokalmatador Ryoyu Kobayashi einen überraschenden Heimsieg feierte, war Rang acht durch Wellinger der einzige Lichtblick im deutschen Team.

"Ich mag Japan und die Kultur sehr gerne, zudem liegt mir die Schanze. Es ist immer wieder cool, auch wenn es für ein Wochenende ein langer Trip ist", hatte Wellinger schon vor der 8700-Kilometer-Reise in die Olympiastadt von 1972 gesagt.

Wellingers Kollegen springen hinterher

Am Freitag ließ er dann Tagen folgen: Der zweimalige Olympiasieger lag nach einem Sprung auf 133,5 m zunächst als Fünfter sogar in Podest-Nähe, verlor im zweiten Durchgang bei immer schlechter werdenden Windverhältnissen mit nur 122,0 m aber an Boden. Dennoch stimmt zumindest bei dem Bayern die Formkurve.

Für seine Teamkollegen galt das im ersten Weltcup-Springen außerhalb von Europa seit drei Jahren allerdings nicht. Hoffnungsträger Karl Geiger (Oberstdorf) enttäuschte auf Rang 20 ebenso wie Markus Eisenbichler (Siegsdorf) auf Platz 23. Dabei hatte gerade der sechsmalige Weltmeister Eisenbichler am vergangenen Wochenende in Zakopane als Sechster noch aufhorchen lassen.

In die Punkte schafften es im ersten von insgesamt drei Einzel-Wettkämpfen außerdem Constantin Schmid (Oberaudorf/22.) und Stephan Leyhe (Willingen/24.), der 2020 auf der Olympia-Schanze von 1972 noch Zweiter geworden war. Tournee-Überraschung Philipp Raimund (Oberstdorf(35.) verpasste dagegen erstmals seit dem Saisonstart in Wisla den zweiten Durchgang.

Kasai zurück im Skisprung-Weltcup

Kobayashi meldete sich derweil mit seinem ersten Podestplatz des Winters in der Weltspitze zurück. Der zweimalige Gewinner der Vierschanzentournee segelte auf 135,0 und 130,0 m und gewann vor Dawid Kubacki, der zum zehnten Mal in Folge auf dem Podest stand.

Der Pole jagt damit weiter den Rekord des Finnen Janne Ahonen aus der Saison 2004/05, der 13 Podestplätze in Folge geschafft hatte. Dritter wurde Tournee-Champion Halvor Egner Granerud aus Norwegen.

Eine Überraschung hatte es gleich zu Beginn gegeben: Nach fast drei Jahren tauchte Noriaki Kasai (50) wieder im Weltcup auf.

Der Skisprung-Oldie startete kurzfristig für den erkrankten Rikuta Watanabe mit der Startnummer 1 in der Qualifikation und verpasste dort mit 108,0 m auf Rang 51 den Einzug in den Wettkampf der besten 50 denkbar knapp. Kasai ließ immerhin den Schweizer Kilian Peier, WM-Dritter von 2019, hinter sich und hofft am Samstag auf eine zweite Chance. Zumindest das hat er mit dem Großteil der DSV-Adler gemein.