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Skispringen

Neue Idee präsentiert: Kommt die Skisprung-Revolution?

17.01.2023 09:17
Steht dem Skisprung-Zirkus eine Regel-Revolution ins Haus?
© IMAGO
Steht dem Skisprung-Zirkus eine Regel-Revolution ins Haus?

Dem Skispringen steht womöglich schon bald die nächste Revolution ins Haus. FIS-Renndirektor Sandro Pertile bestätigte in einem Interview, dass sich der Verband mit einem Plan beschäftigt, der eine gravierende Änderung des Ablaufs eines Weltcup-Springens vorsieht.

Um das Skispringen für Fans und TV-Zuschauer interessanter zu machen, wurde in den vergangenen Jahren einiges probiert. Der erhoffte Erfolg stellte sich jedoch nur bedingt ein. Der Sport kämpft nach wie vor mit stagnierenden, teils gar rückläufigen Zuschauerzahlen.

In der Analyse haben die Verantwortlichen um Renndirektor Sandro Pertile ein Problem im aktuellen Ablauf eines Springens ausgemacht. "Der erste Moment, der die Zuschauer nicht vor die Fernseher lockt, ist der Beginn des ersten Durchgangs. Der zweite ist der Beginn des zweiten Durchgangs", präsentierte Pertile gegenüber "TVP" die Ergebnisse der Analyse. 

Das Problem laut Pertile: Zu Beginn des ersten Durchgangs springen in der Regel nur Athleten, die mit Blick auf einen möglichen Sieg oder Podestplatz kaum wettbewerbsfähig sind. Gleiches gilt für den Finaldurchgang. Spannend wird es in der Regel erst in der letzten Phase, wenn die Favoriten auf die Schanze gehen. 

Am Ablauf des zweiten Durchgangs, so erklärte Pertile, werde es wohl nach wie vor keine Änderung geben. "Wir sind weit davon entfernt, die Zahl der 30 Springer zu reduzieren", sagte er dazu. Eine Reduzierung des Starterfeldes im ersten Durchgang sei ebenfalls kompliziert, denn auch die Athletinnen und Athleten der kleineren Nationen hätten schließlich ein Recht, im Weltcup dabei zu sein. Wie also könnte die Lösung aussehen? 

Neuer Wettkampf-Modus im Skispringen? So ist der Plan

Die Frage, die sich der Italiener und sein Team in diesem Zusammenhang gestellt haben: Ist es möglich, dass die Besten früher und nicht erst so spät im ersten Durchgang springen? Die Antwort: Ja, ist es. Wenn man sich den Langlauf zum Vorbild nimmt.

"Die besten starten dort zwischen den schwächeren Läufern. So bekommen die Zuschauer einige der Besten schon früher zu sehen, bleiben interessiert und verfolgen die Entwicklung des Wettbewerbs. So etwas können wir auch machen", versicherte Pertile. 

Bis und ob diese neue Idee je in die Tat umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Zunächst einmal müssten Pertile und sein Team den Vorschlag dem FIS-Council präsentieren. Dieses muss dann entscheiden, ob ein neuer Modus wirklich zielführend wäre und den Wettbewerb nicht massiv beeinflussen würde, schließlich können sich die Bedingungen im Laufe eines Durchgangs massiv verändern. 

Dass sich die Bedingungen schon innerhalb kürzester Zeit ändern können, zeigte sich zuletzt beim Springen in Zakopane. Dort war der Pole Dawid Kubacki der Leidtragende, was in seiner Heimat für großen Ärger sorgte