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Skispringen

Betrugsvorwürfe nach knapper Kubacki-Niederlage

16.01.2023 09:45
Dawid Kubacki wurde in Zakopane knapp bezwungen
© IMAGO/RADOSLAW JOZWIAK / CYFRASPORT
Dawid Kubacki wurde in Zakopane knapp bezwungen

Beim Heimspiel in Zakopane fehlten dem polnischen Skisprung-Star Dawid Kubacki am Sonntag nur 1,1 Punkte zum möglichen Sieg. Statt des 32-Jährigen jubelte am Ende sein norwegischer Rivale Halvor Egner Granerud über den Tagessieg bei dem Weltcup-Springen, welches unter anspruchsvollen Bedingungen stattfand. Nach der knappen Niederlage witterten polnische Medien nicht weniger als einen Betrug. 

Nach dem ersten Durchgang hatte Dawid Kubacki vor Zehntausenden euphorischen polnischen Fans noch klar in Führung gelegen. Fast 16 Punkte Vorsprung hatte der Gesamtweltcup-Führende auf seinen härtesten Rivalen Halvor Egner Granerud aufgebaut, nachdem er 8,5 Meter weiter gesprungen war.

Während des zweiten Durchgangs der besten 30 Springer wurden die Windverhältnisse in Zakopane dann aber immer kniffliger. Der Wind wurde böiger, wechselte dazu mehrfach seine Richtung. Gleich mehrere Springer mussten einige Momente oben auf dem Balken warten, ehe sie heruntergewinkt wurden. 

Der Norweger Granerud profitierte von den Bedingungen im zweiten Durchgang, nutzte die günstige Windrichtung bei seinem letzten Sprung und flog trotz verkürztem Anlauf sensationell auf 141 Meter. 

Nach Graneruds Sprung drehte der Wind wieder in eine andere Richtung. Statt auch beim polnischen Star-Springer Kubacki einige Sekunden abzuwarten und bessere Bedingungen zu ermöglichen, gab die Jury den Sprung aber schon zeitig frei. 

Bei schlechten Windverhältnissen sprang Kubacki nun 17 Meter kürzer als Granerud und musste sich trotz 20,1 zusätzlicher Windpunkte doch noch knapp geschlagen geben.

Kubacki bleibt Führender im Gesamtweltcup

Die polnischen Medien waren nach dem zweiten Platz ihres Skispring-Helden beim Heimspiel außer sich: Die Boulevardzeitung "Super Express" etwa witterte nicht weniger als einen Betrug. Kubacki sei des Sieges beraubt worden, hieß es.

Es sei "schwer zu verstehen", warum die Wettkampf-Jury nicht mindestens eine halbe Minute länger gewartet habe und Kubacki somit bessere Sprungbedingungen gegeben hätte. Schließlich hatte es zuvor auch immer wieder längere Pausen gegeben, um vergleichbare Wind-Bedingungen für die Springer zu ermöglichen.

Während sich die polnischen Medien und Zuschauer vor Ort mächtig über den verpassten Sieg ihres Top-Springers ärgerten, zeigte sich Kubacki selbst am Sonntagabend als fairer Verlierer und gratulierte seinem norwegischen Widersacher. Im Gesamtweltcup verteidigte der Pole seine Führung für Granerud und dem Slowenen Anze Lanisek ohnehin.