Suche Heute Live
Eiskunstlauf

Valieva über Skandal-Trainerin: "Sie lobt uns nur selten"

05.01.2023 14:01
Kamila Valieva und Trainerin Eteri Tutberidze bei den Olympischen Spielen in Peking
© David McIntyre/Penta Press via www.imago-images.de
Kamila Valieva und Trainerin Eteri Tutberidze bei den Olympischen Spielen in Peking

Bei den Olympischen Spielen in Peking geriet nicht nur Eiskunstlauf-Wunderkind Kamila Valieva in die Schlagzeilen, sondern auch die russische Trainerin Eteri Tutberidze, die ihre damals 15-jährige Schülerin nach einem dramatischen Zusammenbruch auf dem Eis vor den Augen der Weltöffentlichkeit maßregelte. Übel nimmt ihr Valieva dies heute nicht mehr, wie die Teenagerin in einem Interview mit dem Magazin "7 Days" erklärte.

Eigentlich hätte Kamila Valieva nach den Olympischen Spielen 2022 jeden Grund gehabt, die Trainingsgruppe von Eteri Tutberidze zu verlassen. Obwohl das Eiskunstlauf-Wunderkind auf dem Eis von Peking die wohl schlimmsten vier Minuten ihres Lebens erlebte, musste sich die Teenagerin nach ihrer völlig verpatzten Kür vor Millionen von Zuschauern noch eine Standpauke ihrer Trainerin anhören. 

Die Szenen im Pekinger Eisstadion gingen um die Welt und lösten heftige Reaktionen aus. Sogar IOC-Boss Thomas Bach schaltete sich ein und erklärte, er sei "verstört" von den Bildern, für die Tutberidze sorgte. Valieva blieb der später als "Skandal-Trainerin" titulierten Tutberidze trotzdem treu - trotz der teils überharten und gnadenlosen Methoden der 48-Jährigen. 

"Sie ist sehr fordern und kann auch schimpfen. Aber sie lobt auch, wenn es notwendig ist", sagte Valieva über ihre Trainerin im Gespräch mit dem Magazin "7 Days". Tutberidze könne durchaus "ein paar Worte" sagen, wenn die Athletinnen etwas neben der Spur sind, gab die Teenagerin zu. Dennoch versuche sie, zu der Trainerin aufzusehen: "Ich will mich selbst auch fordern, mich schön kleiden und gut aussehen."

Dass die Gerüchte von der "harten Hand" nicht von ungefähr kommen, bestätigte die heute 16-jährige Valieva. Auf die Frage, ob es stimmt, dass Tutberidze ihre Schülerinnen nur sehr selten lobt, sagte sie: "Ja, selten. Sie lobt nur, wenn es wirklich einen Grund dazu gibt. Natürlich würde ich gerne häufiger gelobt werden, aber ich weiß, was dazu nötig ist: Ich muss sehr hart trainieren. Und das versuche ich." 

Valieva: "... dann hätte ich den Eiskunstlauf verlassen"

Ohne Tutberidze, gab Valieva darüber hinaus zu, würde sie heute wohl nicht mehr auf dem Eis stehen. "Wenn sie mich nicht in ihre Gruppe aufgenommen hätte, hätte ich den Eiskunstlauf verlassen." Nach einer schweren Phase sei sie in die Trainingsgruppe von Tutberidze gewechselt, schilderte Valieva. Was sie dort sah, überzeugte sie sofort.

"Wir wussten, dass sie mir etwas Neues beibringen kann. Außerdem gab es in dieser Gruppe Mädchen, die Vierfach-Sprünge gemacht haben. Das war vielleicht auch ein entscheidender Faktor", blickte die Olympiasiegerin auf ihre ersten Eindrücke des Trainings zurück.

Sie könne sich noch sehr gut an die ihre erste Einheit unter Tutberidze erinnern, sagte Valieva: "Alle sind endlos gesprungen, ohne müde zu werden. Meine Kräfte haben mich schon nach der Hälfte des Trainings verlassen. Ich musste meine Zähne zusammenbeißen, um bis zum Ende durchzuhalten."