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Biathlon

Klarer Bö-Sieg in Hochfilzen

Biathlon-Herren enttäuschen - Strelow als Lichtblick

09.12.2022 15:41
Das deutsche Biathlon-Team mit durchwachsenen Ergebnissen
© IMAGO/Kalle Parkkinen
Das deutsche Biathlon-Team mit durchwachsenen Ergebnissen

Bei der neuerlichen Machtdemonstration von Biathlon-Superstar Johannes Thingnes Bö war Benedikt Doll diesmal nicht mehr als ein Statist.

Fast sechs Jahre nach seinem WM-Triumph von Hochfilzen, als der Schwarzwälder den Norweger um 0,7 Sekunden auf den Silber-Rang verwies, musste sich der 32-Jährige im Duell der Familienväter diesmal im Pillerseetal klar geschlagen geben.

Der fünfmalige Olympiasieger Bö (29) hatte bei seinem 55. Weltcupsieg nach zehn Kilometern ganze 1:36,8 Minuten Vorsprung auf Doll, der das Rennen als 14. beendete. "Auf jeden Fall es ist nicht so verkehrt, wie es aussieht. Am Ende haben mir die drei Fehler das Genick gebrochen", sagte Doll im "ZDF".

"Es überrascht mich ein bisschen. Es ging sehr, sehr schwer los. Ich hatte schwere Beine und da musste ich ganz schön viel Energie reinstecken, dass ich ins Laufen komme. Das hat mir liegend am Schießstand dann ein bisschen gefehlt."

"Wir sehen einen neugeborenen Johannes"

Bö blieb bei seinem dritten Saisonerfolg fehlerfrei und lieferte mal wieder die Laufbestzeit ab. Doll dagegen musste drei Extrarunden drehen, war aber in der Loipe als Viertbester nur 30,5 Sekunden langsamer als der Ausnahmekönner aus Norwegen. Das gibt Mut für die abschließende Verfolgung am Sonntag, in der Doll Boden auf den fünfmaligen Olympiasieger Bö gut machen will: "Da schaue ich, dass es immer nach vorne geht."  

"Wir sehen einen neugeborenen Johannes. Ich bin sehr zufrieden", sagte Bö, der nach seinen vier Olympiasiegen in Peking die letzte Saison vorzeitig beendete, eine längere Trainingspause einlegte und viel Zeit mit seiner Frau und Söhnchen Gustav verbrachte.

Strelow knackt interne WM-Norm

Nach dem tollen Saisonstart in der Vorwoche in Kontiolahti mit zwei dritten Plätzen durch David Zobel (Einzel) und Roman Rees (Sprint) sowie Staffel-Rang zwei war diesmal Justus Strelow als starker Neunter der Beste des Teams von Bundestrainer Mark Kirchner. Er knackte damit nach Zobel, Rees und Doll die interne WM-Norm.

"Die WM-Norm ist sehr gut und sehr wichtig in diesem starken Team. Und es freut mich, dass ich vor so einer tollen Kulisse mein bisher bestes Weltcupergebnis einfahren konnte", sagte der 25-Jährige, der fehlerfrei blieb und mit einem Rückstand von 1:15 Minuten ins Jagdrennen geht.

Philipp Nawarth als 28., Roman Rees auf Rang 30, Vorjahressieger Johannes Kühn als 34. und David Zobel als 56. hatten mit den Topplatzierungen nichts zu tun. "Zwei Fehler ist nicht das, was ich von mir erwarte. Das Rennen war nicht so rund. Ich habe mich heute gehetzt gefühlt und nicht so die Ruhe gefunden", sagte der 29-jährige Rees.

Aufgrund des Schneemangels musste die Streckenführung geändert werden. Anstatt wie üblich drei Runden mit jeweils 3,3 Kilometern Länge zu absolvieren, wurde viermal eine 2,5-Kilometer-Runde gelaufen.

Herrmann-Wick Favoritin in der Verfolgung

Zwei Tage nach ihrem ersten Saisonsieg geht Einzel-Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick als Favoritin in das Verfolgungsrennen in Hochfilzen. In Österreich startet die 33-Jährige am Samstag (11:30 Uhr/ZDF) mit 18 Sekunden Vorsprung und kann sich mit einem weiteren Coup erstmals in ihrer Karriere an die Spitze des Gesamtweltcups setzen.

Die Sächsin hatte in Tirol am Donnerstag den Sprint gewonnen und hat als Gesamt-Dritte nur noch 25 Punkte Rückstand auf das Gelbe Trikot. Die deutschen Männer können anschließend (13:40 Uhr/ZDF und Eurosport) im zweiten Staffelrennen des WM-Winters den zweiten Podestplatz schaffen.