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Skispringen

Podestplatz beim Heimspiel

"Die Richtung ist klar": Geiger durchbricht Durststrecke

09.12.2022 15:23
Karl Geiger sprang aufs Podest
© IMAGO/Eibner/Memmler
Karl Geiger sprang aufs Podest

Endlich Podest: Rechtzeitig vor der Vierschanzentournee beendet Karl Geiger in Titisee-Neustadt die längste Durststrecke der deutschen Skispringer seit zwölf Jahren.

Karl Geiger brüllte vor Freude und wirbelte seine Fäuste wild durch die Schwarzwälder Luft. Selten hat Deutschlands bester Skispringer einen dritten Platz so gefeiert wie jenen am Freitag in Titisee-Neustadt. Im fünften Saisonspringen und rechtzeitig vor dem Beginn der Vierschanzentournee verbuchten die DSV-Adler ihren ersten Podestplatz - so lange hatte es zuletzt vor zwölf Jahren gedauert.

"Unglaublich. Ich hätte noch nicht damit gerechnet, dass es für das Podium reicht", sagte Geiger: "Die Sprünge werden immer besser, die Richtung ist klar, was ich zu tun habe. Ich bin überglücklich."

Für den 29 Jahre alte Oberstdorfer war es die 31. Podestplatzierung seiner Karriere. Mehr Freude über einen dritten Platz hatte Geiger nur bei Olympia 2022 in Peking nach den schwierigsten Tagen seiner Karriere gezeigt. Vor dem Tourneestart in seiner Heimat im Allgäu am 29. Dezember schiebt sich Geiger in den Kreis der Mitfavoriten.

Mit 135,0 und 141,5 m (269,2 Punkte) auf der Hochfirstschanze musste er sich nur dem Slowenen Anze Lanisek (272,8) und dem polnischen Weltcup-Spitzenreiter Dawid Kubacki (271,5) geschlagen geben. Nach dem ersten Durchgang bei höchst anspruchsvollen Windbedingungen hatte Geiger noch auf Platz vier gelegen. Der zur Halbzeit führende Norweger Halvor Egner Granerud fiel noch auf Platz fünf zurück.

Deutsche Skispringer werden stärker

"Mit dem Podest habe ich eigentlich nicht mehr gerechnet", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher im "ZDF": "Wir haben mehr als unser Ziel erreicht. Ich bin sehr zufrieden, Karl hat sich in die alte Form hingearbeitet."

Länger bis zum ersten Podestplatz hatte es zuletzt in der Saison 2010/11 gedauert. Damals schaffte Severin Freund gar erst im 14. Wettkampf - als Sieger in Sapporo - nach dem Jahreswechsel den Sprung aufs Stockerl.

Auch hinter Geiger zeigten die DSV-Adler Erfreuliches. Constantin Schmid überzeugte nach schwierigem Saisonauftakt mit Rang sieben, damit haben fünf deutsche Springer bereits einen Top-10-Platz erreicht.

Ex-Weltmeister Stephan Leyhe kam auf Rang 15 und erreichte sein bestes Saisonergebnis. Markus Eisenbichler konnte erneut nicht sein großer Potenzial abrufen und wurde 21. vor Pius Paschke (22.).

Eisenbichler hadert

"Ich bin noch nicht optimal in Form, das Gefühl kommt nur langsam zurück", sagte der sechsmalige Weltmeister Eisenbichler. Der zweimalige Olympiasieger Andreas Wellinger schied bereits im ersten Durchgang aus.

Am Samstag (11:45 Uhr/ZDF und Eurosport) findet in Titisee-Neustadt der erste Mixed-Team-Wettbewerb der Saison statt. Am Sonntag stehen Einzelwettbewerbe der Männer und Frauen an.

Titisee-Neustadt 2022/2023

1SlowenienAnze Lanisek272.80
2PolenDawid Kubacki271.50
3DeutschlandKarl Geiger269.20
4ÖsterreichMichael Hayböck265.40
5NorwegenHalvor Egner Granerud262.20
6PolenPiotr Żyła255.10
7DeutschlandConstantin Schmid251.20
8ÖsterreichStefan Kraft248.30
9ÖsterreichManuel Fettner244.10
10JapanRyoyu Kobayashi243.20