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Bundesliga

Kapitän und Stammkeeper nach WM-Debakel umstrittten

Warum Neuer (nicht) um seinen Platz im DFB-Tor zittern muss

07.12.2022 07:50
Bislang in der Nationalmannschaft ebenso unangefochten wie beim FC Bayern: Manuel Neuer
© IMAGO/nordphoto GmbH / Bratic
Bislang in der Nationalmannschaft ebenso unangefochten wie beim FC Bayern: Manuel Neuer

Nach dem peinlichen WM-Aus soll die deutsche Nationalmannschaft auf Herz und Nieren überprüft werden. Jeder Beteiligte, seien es Spieler, Trainer oder Funktionäre, wird hinterfragt, damit die Heim-EM in eineinhalb Jahren nicht das nächste Desaster wird. Sogar der einst unantastbare Kapitän Manuel Neuer steht neuerdings zur Debatte. Läuft die Zeit des Bayern-Keepers im DFB-Team ab?

Um eine messerscharfe Analyse zur DFB-Auswahl ist Lothar Matthäus grundsätzlich nie verlegen. Der Rekordnationalspieler scheut sich nicht davor, auch etablierte Kräfte kritisch zu beleuchten, wenn er das Gefühl hat, dass etwas schiefläuft.

Eine Ausnahme machte der 61-Jährige bislang stets bei Manuel Neuer, der seit mehr als einem Jahrzehnt den deutschen Kasten hütet und gar zum Mannschaftsführer aufgestiegen ist.

Doch nach der Gruppenphase der Weltmeisterschaft und teils haarsträubenden Aussetzern sind auch bei Matthäus Zweifel entstanden.

"Er hat Fehler gemacht, die man von ihm nicht kennt", urteilte der frühere Weltklasse-Spieler bei "Bild TV" und forderte im selben Atemzug einen offenen Konkurrenzkampf um den Platz im deutschen Tor für die Heim-EM 2024.

Noch einen Schritt weiter ging Stefan Effenberg, der eine sofortige Veränderung auf der Torhüterposition anregte. Neuer habe "bei dem einen oder anderen Gegentreffer nicht glücklich" agiert, "das hat jeder gesehen", kritisierte der ehemalige Nationalspieler in seiner "t-online"-Kolumne.


Mehr dazu: Effenberg wird deutlich: "Neuer nicht mehr unantastbar"


Körperliche Abnutzungserscheinungen nicht zu übersehen

Die nackten Zahlen sprechen tatsächlich nicht unbedingt für Neuer. Zwölf Schüsse bekam der Schlussmann in drei WM-Gruppenspielen aufs Tor - fünf waren drin, bei dreien davon sah er nicht gut aus. Vom Analyse- und Bewertungs-Portal "sofascore" erhielt er die drittschlechteste Durchschnittsnote aller Stammtorhüter des Turniers.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Neuer in jeder Partie Weltklasse-Paraden lieferte. Gegen Japan hielt er gegen Junya Ito zunächst das 1:0 fest, gegen Spaniens Dani Olmo reagierte er in der Anfangsphase herausragend, und im Gruppenfinale gegen Costa Rica, das ihn zum deutschen Rekordtorhüter bei Weltmeisterschaften machte, schnellte sein Arm beim Schuss von Keysher Fuller schnell wie eh und je in die Höhe (Stand 1:0).

Für Matthäus verkörpert Neuer trotz der Diskussionen noch immer "Weltklasse", für Bundestrainer Hansi Flick ist er sowieso "der beste Torhüter der Welt".

Doch Neuer blieb bei einem Turnier zuletzt im EM-Achtelfinale 2016 ohne Gegentor. Und sein Körper zeigt unübersehbar Abnutzungserscheinungen. Vor der WM 2018 war es der Mittelfuß, diesmal die Schulter. Beide Male wirkte der Routinier aller Beteuerungen zum Trotz nicht komplett fit.

FC Bayern hegt bislang keinerlei Zweifel an Neuer

Noch will Neuer aber nicht abtreten. "Solange ich eingeladen werde und meine Leistung zeige, kann ich das ausschließen", sagte der Keeper nach dem WM-Debakel über einen möglichen Rücktritt.

In München planen sie ebenfalls weiter mit ihm. "Bei Manuel müssten wir sicherlich nicht lange überlegen", kommentierte Bayern-Boss Oliver Kahn eine mögliche Vertragsverlängerung über 2024 hinaus bei "Sky".

Neuers Ende beim Rekordmeister sei nicht absehbar. "Manuel bringt weiterhin Weltklasse-Leistung, und solange das so ist - das kann er ja auch noch bis 40 machen oder mit über 40 - warum sollten wir seinen Vertrag nicht immer wieder verlängern?", so Kahn.

Während also alles darauf hindeutet, dass der Weltmeister von 2014 im Verein noch einige Jahre weitermachen kann, stellt sich die Lage im DFB-Team ein wenig anders dar.

In Katar schien die Abstimmung mit den Vorderleuten nicht zu stimmen, selbst mit seinem langjährigen Klub-Kollegen Niklas Süle kam es zu Missverständnissen. Ein Grund mehr für Neuers Kritiker, dessen Status als Unantastbaren in Frage zu stellen.

Auch Neuers Konkurrenten verkörpern Top-Niveau

Doch wie steht es um die teaminternen Herausforderer? Marc-André ter Stegen (30, FC Barcelona) und Kevin Trapp (32, Eintracht Frankfurt) verkörpern internationale Klasse, sind gleichwohl selbst nicht mehr die Jüngsten und am Ball nicht so stark wie Neuer, dessen Ausflüge aus dem Strafraum längst legendär sind.

Trotzdem müsste kein Fan der Nationalmannschaft Bauchschmerzen haben, sollte es tatsächlich zur Wachablösung zwischen den Pfosten kommen. Mit Ausnahme des offensiven Mittelfelds ist Deutschland auf keiner Position (in der Breite) besser besetzt.

Entscheidend wird daher sein, ob Hansi Flick als Bundestrainer weitermachen darf. Mit Neuer im Kasten gewann er 2020 als Bayern-Coach die Champions League, entsprechend groß ist die Verbundenheit. Eine Demission des fünfmaligen Welttorhüters dürfte nahezu ausgeschlossen sein.

Und da ein Rücktritt für Neuer augenscheinlich (noch) nicht zur Debatte steht, dürften die Forderungen von Matthäus, Effenberg und Co. vorerst unerhört bleiben.

Heiko Lütkehus (mit "AFP"-Material)

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