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WM

Ex-Nationalspieler regt Trainer aus dem Ausland an

Hamann fordert Flick-Aus: "Die ganze Welt lacht über uns"

02.12.2022 20:37
Geht es nach Dietmar Hamann (l.), muss Hansi Flick (r.) seinen Posten als Bundestrainer räumen
© Frank Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-images.de
Geht es nach Dietmar Hamann (l.), muss Hansi Flick (r.) seinen Posten als Bundestrainer räumen

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Dietmar Hamann hat seine Kritik an Bundestrainer Hansi Flick nach dem katastrophalen Abschneiden bei der WM erneuert. Der TV-Experte fordert einen Wechsel - und beim Deutschen Fußball-Bund einen raschen Umbruch. Dessen Außendarstellung sei in Katar desolat gewesen.

Im Moment der größten Niederlage seiner Trainerlaufbahn blickte Hansi Flick entschlossen: Ja, er wolle weiterhin Bundestrainer bleiben - trotz des blamablen Ausscheiden in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft. Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff will an Flick festhalten, wie er kurz nach Abpfiff am Donnerstagabend klarstellte. 

Klar ist: Flick und Bierhoff werden sich mit Verbandspräsident Bernd Neuendorf und dessen Vize Hans-Joachim Watzke in der kommenden Woche zusammensetzen, um eine Analyse vorzunehmen. Neuendorf hatte kurz vor dem Rückflug in einer ersten Reaktion eine Jobgarantie für Flick und Bierhoff verweigert.


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Geht es nach Ex-Nationalspieler Dietmar Hamann, kann es dabei nur ein Ergebnis geben: "In dieser Konstellation kann und darf es nicht weitergehen. Warum? Bundestrainer Hansi Flick hatte 16 Monate lang Zeit, eine Mannschaft zu formen. Das ist ihm nicht gelungen", schrieb er in seiner "Sky"-Kolumne und forderte damit einen schnellen Wechsel an der Spitze. "Ich weiß daher gar nicht, was es da zu diskutieren gibt. Misserfolge dürfen nicht geduldet werden", so Hamann. Flick habe es nicht geschafft, eine Einheit zu formen: "Davon war in Katar nichts zu sehen. Und wenn ich die Kommentare im Anschluss höre: Ausreden, Ausreden, Ausreden!"

Hamann fordert Bundestrainer aus dem Ausland

Fehler habe Flick schon bei der Kaderzusammenstellung gemacht. Es sei die Aufgabe des Trainers gewesen, "dass er sieht, welche Spieler zusammenpassen. Ich hatte in den drei Spielen nicht den Eindruck, dass da elf Spieler auf dem Platz stehen, die für das deutsche Trikot durchs Feuer gehen. Wenn ich das nicht hinbekomme, sehe ich keinen Grund, warum das bis zur Heim-EM besser werden sollte."


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Geht es nach dem 49-Jährigen braucht es nun ein Umdenken bei der Besetzung des Bundestrainer-Postens. "Natürlich wäre Jürgen Klopp der logische Nachfolger, doch er ist in den nächsten drei Jahren noch an Liverpool gebunden. Thomas Tuchel ist frei, ein kritischer und unbequemer Geist, der alles hinterfragt, aber ich denke, wir sind an einen Punkt angelangt, an dem wir uns öffnen müssen", brachte er zwei Optionen ins Spiel. Klopps Berater Marc Kosicke hatte bereits klargestellt, dass sich sein Klient allein auf seine Aufgaben beim FC Liverpool konzentriert.

Hamann zufolge würde aber auch ein Einfluss aus dem Ausland helfen: "Wir sind eine der wenigen Nationen, die in ihrer Geschichte noch keinen Trainer aus dem Ausland hatte. Warum nicht jetzt diesen Schritt wagen, denn so wie im Moment kann es nicht weitergehen. Die vergangenen vier Jahre waren nicht Stillstand, sondern Rückschritt."

"Die ganze Welt lacht über uns"

Der einstige Profi von Klubs wie Bayern München oder FC Liverpool polterte in seiner Kolumne für den TV-Sender jedoch nicht nur gegen Bundestrainer Flick, Kritik muss sich auch Geschäftsführer Bierhoff gefallen lassen. Dessen Position müsse "natürlich hinterfragt" werden. Der DFB habe sich in Katar von seiner schlechtesten Seite gezeigt, ätzte Hamann: "Wie wir uns als Nation und Verband in der Außendarstellung verkauft haben, war jämmerlich. Die ganze Welt lacht über uns."

Hamann spielte dabei vor allem auf die Diskussion um das Tragen der "One Love"-Binde an, das letztlich von der FIFA verboten wurde. Da den Spielern mit Sanktionen gedroht wurde, verzichtete die Mannschaft letzten Endes trotz vorheriger Absichtserklärung auf das Tragen der Binde. 

"Alle anderen Nationen haben beschlossen: Wenn es Sanktionen gibt, können wir die One Love-Binde nicht tragen. Was machen wir?", fragte Dietmar Hamann rhetorisch: "Wir versuchen, den Kampf mit der FIFA aufzunehmen, doch wer am längeren Hebel sitzen würde, wusste man vorher. Was sich die DFB-Spitze in diesem Fall erlaubt hat, war an Naivität nicht zu überbieten. Das Ganze hat die Mannschaft belastet, möglicherweise auch gespalten."

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18.12.2022 16:00
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Torjäger 2022 in Katar

#Spieler11mTore
1FrankreichKylian Mbappé28
2ArgentinienLionel Messi47
3ArgentinienJulián Álvarez04
FrankreichOlivier Giroud04
5SpanienÁlvaro Morata03