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Sechs "neue" Piloten im Fahrerfeld

Hülkenberg und Co. müssen in der Formel 1 liefern

01.12.2022 11:50
Logan Sargeant fährt in der nächsten Formel-1-Saison für Williams
© IMAGO/nordphoto GmbH / Bratic
Logan Sargeant fährt in der nächsten Formel-1-Saison für Williams

Drei komplett neue Gesichter, ein Rückkehrer und zwei Fahrer, die das Team gewechselt haben: Auf dem Formel-1-Fahrermarkt war in den vergangenen Wochen einiges los. Welche Erwartungen gibt es an die "Neuen" um Nico Hülkenberg? sport.de liefert den Überblick:

  • Nico Hülkenberg (Aston Martin -> Haas)

Durch den Tausch Hülkenberg für Schumacher erhofft sich das US-Team mehr Konstanz, mehr Punkte, mehr Fortschritt und gleichzeitig weniger Kosten und weniger Nebenkriegsschauplätze.

Haas wollte einen Piloten, der den Wagen mit seiner Erfahrung sofort weiterentwickeln kann und nebenbei vielleicht noch den ein oder anderen Zähler holt. An dieser Aufgabe war Mick Schumacher zu oft gescheitert. Hülkenberg scheint dagegen für diesen Job prädestiniert zu sein.

"Ein bisschen Sorgen" macht sich Teamchef Günther Steiner über die dreijährige Auszeit des Emmerichers. "Er wird sicher etwas Zeit brauchen. Und das waren auch unsere größten Bedenken, als wir uns mit ihm beschäftigt haben", gab der Südtiroler zu. Am Ende sehe er bei Hülkenberg aber das nötige "Feuer", das es braucht, um das Team nach vorne zu bringen: "Er hat uns davon überzeugt, dass er es noch drauf hat."

  • Oscar Piastri (Alpine -> McLaren)

Selten produzierte ein Youngster vor seinem ersten Formel-1-Rennen so viele Schlagzeilen wie der Australier. Nachdem Piastris Wechsel zu McLaren vor Gericht durchgesetzt wurde, dürfen sich die McLaren-Fans auf eine der spannendsten Fahrer-Paarungen des gesamten Formel-1-Feldes freuen.

Das Team hofft, mit Piastri den "nächsten Norris" unter Vertrag genommen zu haben. Und die Ergebnisse des 21-Jährigen in den Nachwuchsklassen lassen das durchaus auch vermuten. Problematisch ist allerdings die Situation, in die sich der Youngster mit der Vertragsposse mehr oder weniger unfreiwillig manövriert hat. Selbst die Konkurrenz schaut schon jetzt mit Argusaugen auf den Neuling.

"Mit seiner Vertragssituation hat er so viel Staub aufgewirbelt, obwohl er noch keinen Meter gefahren ist, dass er jetzt schon unter Druck steht. Er muss abliefern. Ich bin mal gespannt, ob er das kann und tun wird", sagte etwa Red Bulls Helmut Marko. Es liegt an Piastri und McLaren, die Zweifler verstummen zu lassen. 

  • Nyck de Vries (Mercedes -> AlphaTauri)

Nach Jahren im Wartestand bekommt der Niederländer jetzt endlich die Chance, sich als Stammfahrer in der Formel 1 zu beweisen. Mit seiner Verpflichtung gelang AlphaTauri ein cleverer Schachzug, denn de Vries saß als Ersatzfahrer in den letzten zwei Jahren bei Mercedes in der ersten Reihe, hat demnach von den Besten gelernt.

Gleichzeitig sammelte er Erfahrung in der WEC, der Formel E und Le-Mans-Serie. Auf gewisse Art und Weise bekommt Red Bulls B-Team also ausnahmsweise schon einen "fertigen" Rennfahrer. Es ist eine Abkehr von der bisherigen Team-Philosophie. 

Die letzten Zweifel an seiner Formel-1-Tauglichkeit räumte der 27-Jährige in diesem Jahr bei seinem Feuerwehrmann-Einsatz in Monza für den erkrankten Alex Albon aus, als er sensationell in die Punkte fuhr. Diese 53 Runden öffneten letztlich die Tür, die de Vries eigentlich schon geschlossen hatte. "Um ehrlich zu sein, habe ich die Formel 1 nicht mehr als realistische Möglichkeit betrachtet", gab der Niederländer zu, seinen Traum von der Königsklasse bereits aufgegeben zu haben - bis er eine einmalige Chance beim Schopfe packte.

  • Fernando Alonso (Alpine -> Aston Martin)

Der zweifache Champion soll bei Aston Martin den Job beenden, für den die Briten eigentlich Sebastian Vettel vorgesehen hatten. Beide sind in Sachen Erfahrung, Erfolge und Einstellung auf ähnlichem Level. Fahrerisch hatte der Spanier die Nase zumindest in den letzten beiden Jahren allerdings leicht vorn. Dazu bringt er Hintergrundwissen von der Arbeit mit fünf verschiedenen Teams und aus diversen Rennklassen mit. 

Von eben jenem Wissen will der Rennstall besonders profitieren. Die Entwicklung des Wagens ist das A und O, um die hoch gesteckten Ziele zu erreichen. Bei den ersten Testfahrten in Abu Dhabi hinterließ der "Samurai" direkt einen exzellenten Eindruck.


Mehr dazu: Das Formel-1-Saisonzeugnis


"Das war sehr beeindruckend", lobte Teamchef Mike Krack den Asturier vor allem für dessen Art, dem Team Feedback zu geben. "Es war immer alles auf den Punkt", schwärmte Krack, der sich von Alonso eine Initialzündung erhofft: "Wenn man jemanden mit dieser Leidenschaft und diesem Antrieb hat, hat das einen Einfluss auf das Team. Ich denke, er lässt einen Funken von sich auf das Team überspringen."

  • Logan Sargeant (Carlin -> Williams)

Nach der überraschend starken Saison 2021 ist Williams in diesem Jahr wieder auf dem harten Boden der Tatsachen gelandet. Und weil das Team mit Blick auf 2023 entsprechend wenig zu verlieren hat, können es sich Jost Capito und Co. auch leisten, auf einen Rookie zu setzen. Dass dieser Rookie im boomenden US-Markt beheimatet ist, hat die Entscheidung ohne Zweifel beeinflusst.

Die Kehrseite: Niemand weiß, ob Sargeant wirklich bereit für die Formel 1 ist. Seine Leistungen in den Nachwuchsklassen waren teils ordentlich, teils gut, aber nur ganz selten überragend. Fragezeichen hinter seiner Eignung für die Königklasse bleiben - das galt bis zuletzt aber auch für Nicholas Latifi. Insofern hält sich das Risiko für den Traditions-Rennstall unter dem Strich dann doch in Grenzen.  

  • Pierre Gasly (AlphaTauri -> Alpine)

Seit dem Wiedereinstieg 2016 rennt das Renault-Werksteam seinen eigenen Ansprüchen hinterher. An der Qualität im Cockpit mangelte es dabei selten. Mit Fernando Alonso, Daniel Ricciardo, Nico Hülkenberg und auch Carlos Sainz hatte das Team in den letzten sechs Jahren viele Top-Piloten in seinen Reihen. So richtig gezündet haben aber auch sie nicht. 

Nun kommt mit Gasly ein weiterer Fahrer ins Team, an dessen Fähigkeiten es keine Zweifel gibt. Der Franzose hat bei AlphaTauri sehr oft aus sehr wenig sehr viel gemacht. Gleichzeitig zeigte die Formkurve bei Alpine in diesem Jahr leicht bergauf. Viel spricht demnach für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. 

"Ich glaube wirklich, dass dieses Team für mich einen Neustart bedeutet und wir zusammen etwas Großartiges erreichen können", sagte der 26-Jährige nach den Abu-Dhabi-Testfahrten im Dezember. Nichts weniger als großartige Ergebnisse erwartet auch die Konzernspitze von ihrem neuen Fahrer, der in den Planungen bis vor wenigen Monaten allerdings noch keine Rolle spielte und erst ins Spiel kam, als die Piastri-Posse vor Gericht entschieden wurde. 

Christian Schenzel

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1GroßbritannienGeorge RussellMercedes AMG F1 Team0
2GroßbritannienLewis HamiltonMercedes AMG F1 Team0
3DänemarkKevin MagnussenHaas F10
4DeutschlandNico HülkenbergHaas F10
5NiederlandeMax VerstappenRed Bull Racing0
6MexikoSergio PérezRed Bull Racing0
7NiederlandeNyck de VriesAlphaTauri0
8JapanYuki TsunodaAlphaTauri0
9FinnlandValtteri BottasAlfa Romeo F1 Team0
10ChinaGuanyu ZhouAlfa Romeo F1 Team0
11FrankreichEsteban OconAlpine F1 Team0
12FrankreichPierre GaslyAlpine F1 Team0
13AustralienOscar PiastriMcLaren0
14GroßbritannienLando NorrisMcLaren0
15KanadaLance StrollAston Martin F1 Team0
16SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team0
17MonacoCharles LeclercFerrari0
18SpanienCarlos SainzFerrari0
19ThailandAlex AlbonWilliams Racing0
20USALogan SargeantWilliams Racing0