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"... vielleicht nicht gerade ein Höhepunkt"

Hockenheim 2018 der Wendepunkt von Vettels Karriere?

30.11.2022 09:54
Sebastian Vettel ist nach seinem Aus in Hockenheim 2018 am Boden zerstört
© Octane
Sebastian Vettel ist nach seinem Aus in Hockenheim 2018 am Boden zerstört

Beim Großen Preis von Deutschland stehen die Vorzeichen im Titelkampf der Formel-1-Saison 2018 gut für Sebastian Vettel. Nach einem Sieg in Silverstone hat der Ferrari-Pilot acht Punkte Vorsprung auf WM-Rivale Lewis Hamilton, wobei auch das Qualifying am Hockenheimring klar an den Deutschen geht.

Hamilton wird nur 14., nachdem er sich seinen Mercedes bei einem harten Ritt über den Randstein ausgangs Kurve eins beschädigt hatte. Zum großen Jubel der deutschen Fans holt sich Vettel die Pole mit einer überragenden Zeit im dritten Qualifyingsegment und startet damit vor Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und Teamkollege Kimi Räikkönen.

Auch den Grand Prix hat Vettel zunächst klar im Griff, ehe gegen Rennmitte Regen einsetzt und die Strecke immer feuchter wird. In Führung liegend rutscht Vettel in Runde 51 in der Sachs-Kurve im letzten Sektor von der Strecke in die Leitplanken. Der Ferrari bleibt im Kies stecken, das Heimrennen ist für Vettel vorbei.

Doch Vettel schreibt nicht nur einen Nuller, sondern nun gewinnt auch noch WM-Rivale Hamilton den verregneten Deutschland-Grand-Prix von Startplatz 14. Die WM-Führung für Vettel ist weg, die er in der restlichen Saison auch nicht mehr zurückerobern wird.

Vettel blickt zurück: Vielleicht musste ich diese Lektion machen

"Ich würde im Nachhinein wahrscheinlich nichts anders machen. Aber dieser Moment im Kiesbett in Hockenheim war vielleicht nicht gerade ein Höhepunkt", sagt Vettel im Formel-1-Podcast "Beyond the Grid" vor einigen Wochen.

"Ich habe früh gebremst, aber ich hätte noch früher bremsen müssen. Andererseits: Du musst danach ja auch noch den Rest des Rennens fahren. Wer weiß, was da noch passiert wäre?"

Auf die Frage, ob es ihm damals geholfen hätte, wenn er schon so entspannt und reflektiert wie heute gewesen wäre, antwortet er: "Ich weiß nicht. Vielleicht. Ich habe damals immer versucht, mein Bestes zu geben. Durch die Erfahrung habe ich schon viel gelernt."

"Vielleicht war meine Herangehensweise hier und da falsch, vielleicht wollte ich manchmal zu viel. Trotzdem habe ich daraus ja was gelernt. Diese Lektion hätte ich sonst wahrscheinlich an einem anderen Punkt lernen müssen. So gesehen würde ich nichts anders machen", erklärt der Heppenheimer.

Noch bis heute wird der fatale Fehler in Hockenheim als ein Wendepunkt in der Karriere von Sebastian Vettel angesehen. Nur noch zwei weitere Siege in der Formel 1 konnte er nach dem Vorfall gewinnen: Belgien 2018 und Singapur 2019. Davor waren es insgesamt 51, davon 12 für Ferrari.

Zudem wird vermutet, dass die Dynamik bei Ferrari nach Hockenheim kippte. Viel wurde spekuliert über den fehlenden Rückhalt seines Teams in der weiteren Folge, damals noch unter Teamchef Maurizio Arrivabene.

Während des Hockenheim-Wochenendes wurde auch bekannt, dass Ferrari-Boss Sergio Marchionne schwer erkrankt ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Nur eine Woche später vor dem Grand Prix von Ungarn folgte die Schockmeldung für Ferrari: Marchionne ist gestorben.

In der Folge übernahm John Elkann das Ruder bei Ferrari und wechselte Teamchef Arrivabene nach der Saison gegen den bisherigen Technikchef Mattia Binotto aus, der nun auch seinen Hut nehmen musste, wie die Scuderia am Dienstag bestätigte. Zudem wurde Marchionnes letzter Wunsch erfüllt: Er wollte unbedingt Ferrari-Junior Charles Leclerc von Sauber zu Ferrari befördern.

Vor dem Wochenende in Singapur 2018 wurde der Tausch von Leclerc und Räikkönen dann offiziell bestätigt. Für Vettel folgten daraufhin zwei schwierige Jahre bei der Scuderia. Leclerc löste ihn als Nummer eins ab, ehe der Heppenheimer nach der Saison 2020 durch McLaren-Pilot Carlos Sainz ausgewechselt wurde.

Nach zwei weiteren durchwachsenen Jahren bei Aston Martin beendete Vettel seine Formel-1-Karriere mit dem Rennen in Abu Dhabi 2022. In 299 Grands-Prix-Starts hat der Deutsche vier Weltmeisterschaften (alle für Red Bull) sowie 53 Rennsiege errungen. Hinzu kommen 57 Polepositions und 38 schnellste Rennrunden.

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1GroßbritannienGeorge RussellMercedes AMG F1 Team0
2GroßbritannienLewis HamiltonMercedes AMG F1 Team0
3DänemarkKevin MagnussenHaas F10
4DeutschlandNico HülkenbergHaas F10
5NiederlandeMax VerstappenRed Bull Racing0
6MexikoSergio PérezRed Bull Racing0
7NiederlandeNyck de VriesAlphaTauri0
8JapanYuki TsunodaAlphaTauri0
9FinnlandValtteri BottasAlfa Romeo F1 Team0
10ChinaGuanyu ZhouAlfa Romeo F1 Team0
11FrankreichEsteban OconAlpine F1 Team0
12FrankreichPierre GaslyAlpine F1 Team0
13AustralienOscar PiastriMcLaren0
14GroßbritannienLando NorrisMcLaren0
15KanadaLance StrollAston Martin F1 Team0
16SpanienFernando AlonsoAston Martin F1 Team0
17MonacoCharles LeclercFerrari0
18SpanienCarlos SainzFerrari0
19ThailandAlex AlbonWilliams Racing0
20USALogan SargeantWilliams Racing0