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Ski Langlauf

Langlauf-Legende schlägt Alarm: "Tod für den Sport"

04.12.2022 18:14
Ex-Langlauf-Star Devon Kershaw sorgt sich um seine Sportart
© imago sportfoto
Ex-Langlauf-Star Devon Kershaw sorgt sich um seine Sportart

Die großen Stars des Langlauf-Weltcups kommen auch in 2022/2023 wieder zum überwiegenden Teil aus Norwegen. Spätestens seit dem Bann aller Athleten aus Russland dominieren die Skandinavier nach Belieben. Ist ihre Dominanz gar ein ernsthafte Gefahr für die gesamte Sportart?

Dieser Ansicht ist zumindest die kanadische Langlauf-Legende Devon Kershaw.

Der 40-Jährige sieht in der Dominanz der Norweger ein nachhaltiges Problem für viele weiteren Wintersport-Nationen, vor allem in puncto Nachwuchsarbeit und -rekrutierung. 

"Der Langlauf der Männer ist ein Desaster, vor allem ohne Russland. Ich kann nicht verstehen, dass mein Sport so geworden ist. Andere Länder bauen keine neuen Teams auf", haderte der Teamsprint-Weltmeister von 2011.

Am vergangenen Wochenende im finnischen Ruka belegten die norwegischen Star-Langläufer um Johannes Hösflot Kläbo, Pal Golberg oder Martin Löström Nyenget im 10-km-Rennen am Samstag fünf der ersten sieben Plätze. Im Gesamtweltcup dominieren die Norweger ebenfalls nach Belieben.

Droht dem Langlauf sogar der "Tod"?

Laut Kershaw werde auf dem amerikanischen Kontinent in Kanada und den Vereinigten Staaten zwar weiterhin gute Nachwuchsarbeit im Langlauf betrieben. Für viele klassische Wintersportnationen wie Frankreich oder Italien gelte das aber nicht mehr.

Kershaw, viermaliger Olympiateilnehmer für Kanada, schlug mit deutlichen Worten Alarm: "Die anderen europäischen Länder müssen nachziehen. Wenn sich das nicht ändert, ist es der Tod für den Sport."

Insgesamt bezeichnete Kershaw die große Überlegenheit der Norweger im Langlauf als "deprimierend". Er gehe davon aus, dass auch in der weiteren Weltcup-Saison die Skandinavier die Rennen diktieren werden.

Bisher gingen acht der neun Podestplätze in der laufenden Weltcup-Saison der Langlauf-Männer an Athleten aus Norwegen.