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Tennis

"Salopp gesagt: Boris kann sich den Job aussuchen!"

Job-Angebot für Boris Becker nach Haft-Entlassung

23.11.2022 11:03
Tennis-Idol Boris Becker könnte bald wieder nach Deutschland zurückkehren
© IMAGO/WIktor Szymanowicz
Tennis-Idol Boris Becker könnte bald wieder nach Deutschland zurückkehren

Tennis-Ikone Boris Becker sitzt seit April in einem englischen Gefängnis. Einem englischen Medienbericht zufolge kann er jedoch darauf hoffen, vorzeitig aus der Haft entlassen zu werden. Nun erhält der 54-Jährige sogar schon ein erstes Job-Angebot.

Der Deutsche Tennis-Bund will seinen größten Spieler nicht fallen lassen. "Die Türen beim DTB stehen Boris Becker immer offen", bekannte Vizepräsident Dirk Hordorff im Gespräch mit "Sport Bild". Konkret meint der 66-Jährige: "Wenn er seine Strafe abgesessen hat, spricht nichts dagegen, dass er wieder eine Funktion übernimmt. Das Gebot der Resozialisierung gilt für jeden, auch für Boris Becker."

Becker sei "Teil der deutschen Tennis-Familie", diese wolle die tief gefallene Sport-Ikone "wieder in die Arme" schließen. "Man kann ihn nicht ein Leben lang büßen lassen", so Hordorff weiter.

Der 54 Jahre alte Becker verbüßt derzeit Huntercomb-Gefängnis in England eine zweieinhalbjährige Haftstrafe. Ein Gericht in London hatte es im April diesen Jahres als erwiesen angesehen, dass der dreifache Wimbledon-Sieger während seines Insolvenzverfahrens Vermögenswerte verschleiert hatte, um diese der Vollstreckung zu entziehen. Sein Vermögen stand nach einem Gerichtsspruch von 2017 unter strengen Auflagen.

"Salopp gesagt: Boris kann sich den Job aussuchen!"

Laut "Sun" könnte Becker aber noch vor Weihnachten entlassen werden und nach Deutschland zurückkehren. Im englischen Gefängnissystem sind Spezialprogramme möglich, die ausländischen Insassen eine Abschiebung ins Heimatland des Verurteilten ermöglichen. Da Becker der Abschiebung freiwillig zustimmen dürfte, wird ihm zudem ein Teil der abzusitzenden Haftstrafe erlassen.

Wie geht es für den einstigen Weltklasse-Sportler also künftig weiter? Dirk Hordorff könnte sich bei DTB "vieles für Boris vorstellen: Head of Men's Tennis, Repräsentant, Präsidium oder was auch immer". Beim Verband stehen Becker die Türen mehr als offen. "Salopp gesagt: Boris kann sich den Job aussuchen!" Einziger Knackpunkt: Die Arbeit beim Verband ist lediglich ehrenamtlich, "zu mehr ist der DTB nicht in der Lage".

Becker hatte zwischen 2017 und 2020 bereits als "Head of Men's Tennis" gearbeitet, zudem war er bis zu seiner Inhaftierung als Experte für die Sender Eurosport und BBC tätig. Bei Eurosport hatte Becker vor seiner Verurteilung noch einen Vertrag bis 2023, nach Angaben von "Sport Bild" wolle man sich in den nächsten Monaten mit dessen Management austauschen, ob eine Zusammenarbeit möglich ist. Eine Rückkehr scheint also auch hier durchaus denkbar.