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Wintersport

FIS-Direktor schließt Skisprung-Revolution nicht aus

20.11.2022 08:41
Sieht das Skispringen als "Weltsport": FIS-Renndirektor Sandro Pertile
© IMAGO/Javad Parsa
Sieht das Skispringen als "Weltsport": FIS-Renndirektor Sandro Pertile

Revolutionäre Pläne im Skispringen? FIS-Renndirektor Sandro Pertile kann sich vorstellen, den Sommer-Grand-Prix in den Weltcup zu integrieren.

"Das ist natürlich eine mögliche Lösung. Wenn wir uns den Tennissport ansehen, werden die wichtigsten Veranstaltungen je nach Jahreszeit auf unterschiedlichen Belägen ausgetragen. Gleiches Spiel, gleiche Athleten, gleiches Spielfeld. Nur der Belag des Platzes ist unterschiedlich. So könnte es auch beim Skispringen sein", sagte der Italiener im Interview mit "berkutschi.com".

Skispringen kenne "keine Grenzen mehr" und sei "mehr als nur ein Wintersport", sagte Pertile, der auch die Formel 1 als "hervorragende Inspiration" nannte.

"Die klare Vision für unsere Zukunft wird stark mit der Klimasituation und dem weltweiten Interesse an unserer Disziplin verbunden sein. Wir können uns eine vielversprechendere Zukunft aufbauen, indem wir auf allen fünf Kontinenten Wettkämpfe auf verschiedenen Oberflächen austragen. Das ist ein riesiger Vorteil, vor allem im Hinblick auf einen möglichen, wahrscheinlichen Klimawandel", erklärte der FIS-Direktor.

Wettbewerbe auf Matten, wie beim Weltcup-Auftakt im polnischen Wisla, sollen im Winter 2022/2023 trotz des Schneemangels in vielen Regionen aber eine "Ausnahme bleiben", stellte Pertile klar. "Wir planen für diese Saison keine weiteren Veranstaltungen auf Kunststoffmatten. Für die laufende Saison ist es das klare Ziel, auf Schnee zu springen."

Hybride Lösung eine "Chance" fürs Skispringen

Die hybride Lösung in Wisla sei jedoch als "Chance" zu verstehen. "Letztlich hat uns die Fußball-Weltmeisterschaft dazu gezwungen, neue Szenarien zu entwickeln. Am Ende des erfolgreichen Wochenendes in Wisla ist das Selbstvertrauen innerhalb der Skisprungfamilie gestärkt."

Die FIS hatte den Weltcup-Auftakt auf Anfang November vorverlegt, um Terminkollisionen mit der WM zu vermeiden. Die Saison dauert dadurch bis in den April hinein.

"Eine längere Saison hat den großen Vorteil, dass sie unserem Sport und unseren Athleten eine weltweite Plattform bietet", sagte Pertile. "Skispringen sollte wirklich das Ziel haben, ein Weltsport zu sein, der nicht nur in Europa populär ist, sondern in der Lage ist, Interesse, Sponsoren und Zuschauer in jedem Winkel der Welt anzuziehen. Dies ist eine langfristige Vision, sie wird nicht im nächsten Jahr verwirklicht werden."