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Skispringen

Skisprung-Star war nach Horror-Stürzen "an ganz dunklen Orten"

15.11.2022 08:37
Eva Pinkelnig feierte ein beeindruckendes Comeback im Skispringen
© IMAGO/GEPA pictures/ Wrofoto/ Piotr Hawalej
Eva Pinkelnig feierte ein beeindruckendes Comeback im Skispringen

Mit Platz drei und Platz eins in Wisla feierte Eva Pinkelnig einen beeindruckenden Start in die neue Weltcup-Saison im Skispringen. Anschließend sprach die 34-jährige Österreicherin nicht nur über ihren Erfolg, sondern auch ihre lange Leidenszeit, die ihr drei heftige Stürze bescherten.

Der Sonntag in Wisla am vorletzten Wochenende geriet für Eva Pinkelnig zu einer wahrlich runden Angelegenheit: Bei ihrem 100. Weltcup-Start feierte die 34-Jährige ihren vierten Weltcup-Erfolg.

"Es war ein perfekter Tag! Die Spur war super beisammen und das Team hat mich hervorragend auf den heutigen Tag vorbereitet. Ich habe auch einen guten Job auf der Schanze gemacht", frohlockte sie nach ihren Sprüngen auf 129 und 128,5 Metern, die das zweite starke Ergebnis nach Rang drei im ersten Springen am Samstag und die Führung im Gesamtweltcup bedeuteten.

Dass Pinkelnigs Husarenritt in Wisla gleichzeitig den vorläufigen Höhepunkt ihres beeindruckenden Comebacks markierte, machte ihn für die frühere Erzieherin, die erst im Alter von 24 Jahren erstmals von einer Skisprungschanze sprang, umso emotionaler.

Drei heftige Stürze von Skisprung-Star Eva Pinkelnig

Im Dezember 2020 hatte sich Pinkelnig bei einem Trainingssturz in Seefeld einen Milriss zugezogen und musste daraufhin notoperiert werden. Es war bereits der dritte schwere Sturz in ihrer Karriere. 2016 stürzte sie binnen weniger Wochen zweimal schwer.

Dabei erlitt sie ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Ihr Gehirn blieb lange angeschwollen, neurologische Probleme traten auf. Untersuchungen zeigten sogar Anzeichen von Alzheimer.

Skispringen: Eva Pinkelnig war "an ganz dunklen Orten"

Sie sei in dieser Zeit "an ganz dunklen Orten" gewesen, schilderte Pinkelnig nun gegenüber dem Schweizer "Blick". "Noch heute halte ich mich täglich mit neuro-athletischen Übungen fit. Das gehört jetzt zu mir. Genauso wie der Milzriss."

Ein Rücktritt war aber nach den dramatischen Rückschlägen kein Thema für sie. "Ich habe beide Male klar gespürt: Doch, ich schaffe es noch einmal zurück", sagte Pinkelnig, die 2019 WM-Silber im Team-Springen holte.

Die aktuelle Entwicklung, mit Wisla als Höhepunkt, sei "sehr emotional" für sie, sagte Pinkelnig. "Ich genieße es einfach, körperlich und geistig gesund zu sein."