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Biathlon

Biathlon-Star nach Impfung außer Gefecht

27.10.2022 11:21
Biathlon-Profi Sivert Bakken laboriert an den Folgen einer Corona-Impfung
© IMAGO/JON OLAV NESVOLD
Biathlon-Profi Sivert Bakken laboriert an den Folgen einer Corona-Impfung

Inzwischen mehr als fünf Monate kann der norwegische Biathlon-Star Sivert Bakken seinem Sport nicht nachgehen. Die lange Leidenszeit ist wohl die Folge einer Impfung gegen das Coronavirus.

"Im Training hat etwas nicht mehr funktioniert, der Körper fühlte sich müde an. Deswegen begab ich mich in medizinische Behandlung und trainierte gar nicht mehr. Dann wurde es schlimmer und schlimmer. Ich fühlte mich physisch unwohl und hatte einen Druck in der Brust. Es war sehr schmerzhaft", blickte Bakken gegenüber "TV 2" auf die Zeit nach dem Ende der vergangenen Weltcup-Saison zurück.

Die Ärzte diagnostizierten eine Herzmuskelentzündung beim 24-Jährigen. Seit dem 18. Mai habe er nicht mehr trainieren können, so Bakken. "Das sind jetzt mehr als fünf Monate."

Besonders bitter für Bakken: Die schwere Erkrankung erlitt er ausgerechnet kurz nach dem bisherigen Höhepunkt seiner Biathlon-Karriere, dem Massenstart-Erfolg beim Weltcup-Finale am Holmenkollen, mit dem er sich zudem die kleine Kristallkugel in seiner Paradedisziplin sicherte.

Corona-Impfung "zu annähernd 100 Prozent" der Auslöser der Probleme

Wenige Wochen später erhielt Bakken seine dritte Impfung, den so genannten "Booster", gegen das Coronavirus - wohl der Startschuss für seine Leidenszeit.

"Es ist zu annähernd 100 Prozent sicher, dass meine Probleme auf die Impfung zurückzuführen sind", sagte der Norweger. "Ich habe von anderen Fällen gehört, in denen Menschen ähnliche Probleme nach der Impfung hatten."

Bakken habe im fraglichen Zeitraum keine Infektionen gehabt, die Impfung käme als einziger Auslöser in Frage, bestätigte auch Teamarzt Ola Berger.

Tatsächlich sind Herzmuskelentzündungen sowie auch Herzbeutelentzündungen laut der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) gerade bei jungen Männern eine seltene Nebenwirkung des Corona-Vakzins.

"Es ist sehr selten", sagte Berger, "und die Vorteile der Impfung überwiegen ihre Nachteile deutlich. Jedoch nicht immer für jedes Individuum, wie Siverts Fall zeigt. Aber er hatte zuvor ja schon zweimal die gleiche Impfung bekommen und sie gut vertragen."

Biathlon-Saison gelaufen? Das sagt Sivert Bakken

Bakkens Situation sei "zum Verzweifeln", klagte der Mediziner. "Er wird aller Wahrscheinlichkeit nach wieder ganz gesund, aber er hat den Schwung verloren und wird wohl einen Großteil der Saison verpassen. Es gibt schlimmere Diagnosen, aber es ist sehr schlimm für jemanden, dessen Kapital der eigene Körper ist."

Bakken zeigte sich im Hinblick auf ein mögliches Comeback im Laufe des Weltcup-Winters 2022/2023 zurückhaltend.

"Es ist zu früh, dazu etwas zu sagen. Sicher ist, dass ich vor Weihnachten nicht mehr auf Skiern stehen werde. Es braucht eben die Zeit, die es braucht. Ich weiß aber, dass ich noch viele gute Jahre vor mir habe. Meine Motivation ist groß", sagte der Biathlon-Pechvogel.