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Tour de France

Tour-Route 2023 ein Geschenk für Buchmann?

25.10.2022 10:40
Emanuel Buchmann will 2023 bei der Tour de France antreten
© IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Nagel
Emanuel Buchmann will 2023 bei der Tour de France antreten

Am Donnerstag wird in Paris die Strecke der Tour de France 2023 vorgestellt. Es könnte ein Bergspektakel ganz nach dem Geschmack von Emanuel Buchmann werden.

Nach der Saison ist vor der Saison: Gerade erst hat Emanuel Buchmann ein kräftezehrendes Radsport-Jahr 2022 abgehakt, da blickt Deutschlands bester Rundfahrer schon gespannt nach Paris. Im Palais de Congres wird am Donnerstag (11:30 Uhr) die Route der 110. Tour de France vorgestellt.

Schöne Bescherung oder böse Überraschung - für Bergliebhaber Buchmann wird das Streckenprofil des größten Rennens der Welt ausschlaggebend für die Jahresplanung 2023.

"Es ist immer noch mein Ziel, bei einer großen Rundfahrt aufs Podium zu fahren", sagte Buchmann unlängst dem SID: "Und es wäre schön, nächstes Jahr wieder die Tour zu fahren." 2019 war er bei der Großen Schleife Vierter - so nah am Podest war kein Deutscher der Post-Ullrich-Klöden-Ära.

Danach aber wurde die Romanze zwischen "Emu" und Tour schwierig: 2020 sturzgeschwächt auf Platz 38, 2021 als Helfer 33., 2022 nicht dabei - zu zeitfahrlastig die Tour, der bergigere Giro d'Italia "hat mich schon angelacht", sagte Buchmann, der dort Siebter wurde.

Startschuss wieder nicht in Frankreich

Der Giro hat bereits Mitte Oktober seinen Streckenverlauf 2023 vorgestellt, der gerade in der Schlussphase spektakuläre Bergetappen in loser Folge bietet. Buchmann-Terrain also. Die Tour aber, soviel ist bereits über den Flurfunk der Radsportszene durchgesickert, wird dem in nichts nachstehen - das nächste Duell der Superkletterer Jonas Vingegaard (Dänemark/Sieger 2022) und Tadej Pogacar (Slowenien/2020 und 2021) verspricht Drama.

Bestätigt sind der Auftakt und das Finale. Die Grande Boucle startet am 1. Juni im spanischen Baskenland und damit nach Kopenhagen 2022 erneut außerhalb Frankreichs. Drei Etappen umfasst der Grand Depart rund um Bilbao, San Sebastian und Vitoria-Gasteiz, allesamt anspruchsvoll. Enden wird die Tour am 23. Juli traditionell in Paris - wo am gleichen Tag die Frauen-Tour beginnt, deren Strecke ebenfalls am Donnerstag vorgestellt wird.

Der Weg von Bilbao nach Paris lässt sich anhand von Gerüchten und Verlautbarungen lokaler Politgrößen schon nachvollziehen: Vom Baskenland wird es wohl recht direkt in die Pyrenäen gehen, im Kampf um Gelb die erste Woche schon heiß werden. Am zweiten Sonntag (9. Juli) wartet ein besonderes Spektakel: Wie die Zeitung La Montagne berichtete, geht es nach 35 Jahren wieder auf den Puy de Dome, einen Vulkan im Zentralmassiv, zwischen 1952 und 1988 Schauplatz legendärer Tour-Schlachten.

Über den brutal schweren Grand Colombier im Jura könnte die Strecke weiter in die Alpen führen, wo am vorletzten Wochenende die entscheidende Tour-Phase beginnen würde. Und über die Vogesen - eine Bergankunft auf dem Grand Ballon ist ein Thema - soll es nach Paris gehen.

Es könnte eine Tour zum Verlieben werden - nicht nur für Buchmann.