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"Lange Karriere auf dem Superbike"

Marcel Schrötter bestätigt Moto2-Aus

01.10.2022 14:05
Marcel Schrötter will die Rennserie wechseln
© IMAGO/FSA /Eibner-Pressefoto
Marcel Schrötter will die Rennserie wechseln

Seit dem Misano-Wochenende steht fest, dass Marcel Schrötter mit Saisonende 2022 das IntactGP-Team verlassen wird. Nun bestätigte der Deutsche im Rahmen des Rennwochenendes in Thailand, dass er im kommenden Jahr auch nicht mehr in der Moto2-Klasse an den Start gehen wird.

"Ich werde das Fahrerlager wechseln, aber ich sehe es nach doch langer Zeit hier als neuen Start", sagt Schrötter bei "ServusTV". "Ich denke, im Fahrerlager der Supersport, Superbike kann ich eine lange Karriere vor mir haben."

Seit 2010 ist der zweimalige IDM-Meister (125er-Klasse) in der Motorrad-WM unterwegs, und seit Sommer 2012 in der Moto2-Klasse. Insgesamt hat Schrötter 223 Grands Prix bestritten. Fünf Podestplätze waren seine besten Ergebnisse.

Marcel Schrötter verrät noch keine Details

Mit einem Sieg hat es in über zehn Jahren bisher nicht geklappt. "Der Traum MotoGP war bei jedem da, aber es schafft einfach nicht jeder", blickt er den Tatsachen ins Auge. "Es ist einfach so, dass die Leistung dafür nicht gereicht hat."

"Mit 29 jetzt der Wechsel, im nächsten Jahr werde ich 30. Wenn man sieht, dass die Topleute mit Ende 30 noch absolut konkurrenzfähig sind, denke ich, dass ich noch ein paar gute Jahre vor mir haben kann. Deswegen kommt der Wechsel jetzt zum richtigen Zeitpunkt."

Konkrete Details über seine Zukunft verriet Schrötter noch nicht. In der Superbike-WM sind die besten Teams bereits besetzt. Nur bei Satellitenteams wie bei Puccetti, Pedercini, Orelac, Motocorsa oder MIE sind noch keine Fahrer bestätigt. Anders sieht es in der Supersport-WM aus.

In der WorldSSP gibt es noch viele Fragezeichen für das nächste Jahr. Am kommenden Wochenende gastiert die Superbike-WM samt Rahmenserien in Portimao (Portugal). Eventuell gibt es dann konkretere Details, mit welchem Team sich Schrötter geeinigt hat.

Stefan Bradl: "Zeit für einen Wechsel"

"Die Leistungen von Marcel waren jetzt nicht so, dass er sich das aussuchen konnte", findet Stefan Bradl. "Da ist natürlich ein guter Manager gefragt. Ich bin gespannt, wo er am Ende im nächsten Jahr fahren wird. Ich drücke ihm die Daumen, dass es sich für ihn gut ausgeht."

Bradl gewann in seiner Karriere sieben Rennen und wurde 2011 Moto2-Weltmeister. Das war damals seine Eintrittskarte in die MotoGP. Erfolge, die Schrötter nicht vorweisen kann. "Er ist ja lange genug dabei, das ist klar", hält Bradl fest. "Moto2 ist eine heiß umkämpfte Klasse."

"Er hat über die Jahre viel Erfahrung gesammelt. Ich glaube, jetzt ist es für ihn Zeit, einen Wechsel vorzunehmen. Er hat sich vielleicht etwas mehr ausgerechnet. Die MotoGP ist auch ein Thema gewesen, aber das ist in zu weite Ferne gerückt. Ich drücke ihm für sein nächstes Kapitel die Daumen."

In die Fußstapfen von Cortese und Co.?

Schrötter ist in jüngerer Vergangenheit nicht der erste deutschsprachige Fahrer, der von der Motorrad-WM ins Superbike-Fahrerlager wechselt. Sandro Cortese wurde 2018 Supersport-Weltmeister und stieg dann in die Superbike-WM auf.

2019 gewann der Schweizer Randy Krummenacher die Supersport-WM. Dessen Landsmann Dominique Aegerter dominiert seit dem Vorjahr und hat gute Chancen auf eine WM-Titelverteidigung. Im nächsten Jahr fährt Aegerter Superbike-WM für GRT-Yamaha.

Philipp Öttl eroberte 2020/21 einige Podestplätze in der Supersport-WM. Seit diesem Jahr fährt der Deutsche in der Superbike-WM eine Ducati im Satellitenteam GoEleven. Sein Vertrag wurde jüngst verlängert.

Alex Hofmann: "Es ist kein Selbstläufer"

Deshalb rechnet sich Schrötter ebenfalls aus, ein neues und erfolgreiches Kapitel in seiner Karriere in Angriff zu nehmen. "Es ist aber kein Selbstläufer", hält "ServusTV"-Experte Alex Hofmann fest. "Da muss man abwarten. Automatisch funktioniert das nicht, aber das Potenzial ist natürlich da."

"Wir sehen, dass es Philipp Öttl in diesem Jahr in der Superbike-WM sehr gut macht. Er hat gute Ergebnisse gebracht. Dafür muss aber auch das Team passen, die Struktur passen. Die guten Teams sind, glaube ich, in der Superbike-WM voll."

"In der Supersport hat Marcel natürlich den Anspruch, sofort durchzustarten. Wenn er da rüberkommt, erwartet das Fahrerlager auch, dass er da von Anfang an permanent in den Top 3, Top 5 mitfährt. Da muss er sich reinboxen."