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Keine großen Talente in Sicht

So düster sieht die deutsche Formel-1-Zukunft aus

24.09.2022 00:24
Sebastian Vettel (l.) fährt 2023 sicher nicht mehr in der Formel 1
© IMAGO/Zak Mauger
Sebastian Vettel (l.) fährt 2023 sicher nicht mehr in der Formel 1

Sebastian Vettel vor dem Karriere-Ende, Mick Schumacher vor dem Aus? Im schlimmsten Fall startet 2023 kein einziger Deutscher in der Formel 1. Richtig große Talente sind nicht in Sicht. Größter Hoffnungsträger ist ein alter Bekannter.

Es war längst nicht immer so, dass mit Sebastian Vettel und Mick Schumacher nur zwei deutsche Piloten im Starterfeld der Formel 1 vertreten waren.

2010 stellte die schwarz-rot-goldene Fraktion noch beinahe ein Drittel aller Fahrer. Sebastian Vettel, Michael Schumacher, Nico Rosberg, Nico Hülkenberg, Timo Glock, Adrian Sutil und Nick Heidfeld waren allesamt zur selben Zeit in der Königsklasse. Der Schumacher-Hype aus den 90ern machte es möglich.

Trotz vier Weltmeistertiteln von Sebastian Vettel blieb der Boom im Nachwuchs in den 2010er-Jahren aus. Und als Resultat gibt es derzeit nur wenige deutsche Talente, die wirklich Ambitionen nach ganz oben hegen.

David Schumacher

Der Name Schumacher taucht hier gleich noch einmal auf. Der Cousin von Mick und Sohn von Ralf kam mit großen Vorschusslorbeeren aus dem Kartsport. Andreas Dresen, Vizepräsident des Kartclub Kerpen, attestierte „DSC“ sogar noch mehr Talent als Cousin Mick.

Ganz auf die Straße bringen konnte der heute 20-Jährige diese Fähigkeiten aber nicht. In der Formel 3 hatte er nach seiner Debüt-Saison im Hinterbänklerteam Charouz dann im Jahr 2021 beim Rennstall Trident eine gute Chance auf den Titel. Während seine Teamkollegen Jack Doohan und Clement Novalak mit den Plätzen zwei und drei ganz nah am Triumph dran waren, gelang Schumacher nur Rang elf im Championat.

2022 wechselte er nach dem missglückten Abenteuer bei den Monoposti in die DTM. Hier wartet Schumacher immer noch auf seinen ersten Punkt und liegt in der Gesamtwertung nur auf Position 26. Zu wenig, um in den höheren Klassen auf sich aufmerksam zu machen.

David Beckmann

Einen Schritt weiter ist da schon David Beckmann. Der 22-Jährige ist seit den Kartzeiten der große Herausforderer von Mick Schumacher und schlug seinen Landsmann bei allen wichtigen Meisterschaften. Das übertrug sich zunächst auch in den Formelsport, denn in der GP3-Serie rockte der Hagener mit dem kleinen Jenzer-Rennstall die Rennstrecken und wurde zu Trident befördert. Mit dem Wechsel zu ART machte Beckmann aber einen großen Fehler und schloss die neu eingeführte Formel 3 nur auf Rang 15 ab. Ein schwerer Verkehrsunfall seines Vaters warf den jungen Deutschen ebenfalls zurück. Die Rückkehr zu Trident und eine bessere Saison folgten, doch der Schaden war bereits angerichtet.

2021 reichte es nur für ein schwaches Team in der Formel 2, trotzdem zeigte Beckmann mit zwei Podestplätzen sein Talent, konnte die Saison aber aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nicht zu Ende fahren. Es blieb nur eine Rolle als Test- und Ersatzfahrer in der Formel E, ehe sich eine erneute Chance in der F2 auftat. Hier fährt Beckmann die Saison für Van Amersfoort 2022 zu Ende. Dabei zeigt er weiterhin gute Leistungen, doch die Magie aus früheren Tagen scheint ihm etwas abhanden gekommen zu sein.

Nico Hülkenberg

Ja, Nico Hülkenberg ist mit 34 Jahren sicher kein Talent mehr, aber de facto der wahrscheinlichste deutsche Kandidat für ein Cockpit in der Königsklasse, sollte es bei Mick Schumacher nicht funktionieren. Verliert Mick seinen Sitz bei Haas, ist Hülkenberg der Favorit auf seine Nachfolge.

Dass Hülkenberg sofort performen kann, ist durch seine Einsätze als starker Ersatzfahrer bekannt. Großes Entwicklungspotential gibt es beim Emmericher natürlich nicht mehr.

Er ist einfach eine Konstante, die trotz drei Jahren mit kaum Rennerfahrung immer noch hoch eingeschätzt wird.

Tim Tramnitz

Die größte Nachwuchshoffnung ist aber Tim Tramnitz. Der 17-Jährige Hamburger tritt momentan in der Formula Regional an, der Vorstufe zur Formel 3. Rang zwölf in der Rookie-Saison ist zwar keine Sensation, doch im hochkarätigen Fahrerfeld sammelt Tramnitz nahezu immer Punkte. Und das junge Alter gibt ihm noch reichlich Zeit, die nötigen Schritte in der Entwicklung zu gehen.

2021 wurde er Vize-Champion in der deutschen Formel 4. Nur Oliver Bearman war knapp vor ihm – und der Brite kämpfte dieses Jahr direkt aus dem Stand um den Titel in der F3. Von Tramnitz wird also in Zukunft sicher noch zu hören sein. Ob es für den großen Wurf reicht, liegt dabei leider nicht nur an seinem Talent.

Ludwig Degmayr

© RTL

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1NiederlandeMax VerstappenRed Bull Racing335
2MonacoCharles LeclercFerrari219
3MexikoSergio PérezRed Bull Racing210
4GroßbritannienGeorge RussellMercedes-AMG Petronas203
5SpanienCarlos SainzFerrari187
6GroßbritannienLewis HamiltonMercedes-AMG Petronas168
7GroßbritannienLando NorrisMcLaren88
8FrankreichEsteban OconAlpine F1 Team66
9SpanienFernando AlonsoAlpine F1 Team59
10FinnlandValtteri BottasAlfa Romeo F1 Team46
11FrankreichPierre GaslyAlphaTauri22
12DänemarkKevin MagnussenHaas F122
13DeutschlandSebastian VettelAston Martin F1 Team20
14AustralienDaniel RicciardoMcLaren19
15DeutschlandMick SchumacherHaas F112
16JapanYuki TsunodaAlphaTauri11
17ChinaGuanyu ZhouAlfa Romeo F1 Team6
18KanadaLance StrollAston Martin F1 Team5
19ThailandAlex AlbonWilliams Racing4
20NiederlandeNyck de VriesWilliams Racing2
21KanadaNicholas LatifiWilliams Racing0
22DeutschlandNico HülkenbergAston Martin F1 Team0

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