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Biathlon

Deutsche Ex-Biathlon-Vizeweltmeisterin wird Hebamme

21.09.2022 09:54
Karolin Horchler hängte im vergangenen März ihr Biathlon-Gewehr an den Nagel
© Harald Deubert via www.imago-images.de
Karolin Horchler hängte im vergangenen März ihr Biathlon-Gewehr an den Nagel

In der vergangenen Biathlon-Saison fuhr Karolin Horchler noch um die Punkte, anschließend gab sie ihr vorzeitiges Karriereende bekannt. Nun hat die 33-Jährige einen neuen Beruf vor Augen: Die gebürtige Hessin will Hebamme werden.

Karolin Horchler hat gut sechs Monate nach ihrer Entscheidung, dem professionellen Biathlon den Rücken zu kehren, ein neues Ziel vor Augen. "Studentin der Hebammenwissenschaft. Ich bin voller Vorfreude, diesen besonderen Beruf zu erlernen", schrieb die ehemalige DSV-Athletin in einem Beitrag auf Facebook.

Horchler war bis zuletzt bei der Bundeswehr als Hauptfeldwebel aktiv, dieses Kapitel endete nun. "DANKE für die langjährige Unterstützung als Biathletin. Heute startet mein neuer Lebensabschnitt an der Hochschule Furtwangen und am Ortenau Klinikum", führte sie fort. "Los geht's", schloss Horchler, der auf den mitgelieferten Bildern ihre Vorfreude sichtlich anzumerken ist.

Karolin Horchler hatte 2014 ihr Debüt im Weltcup gefeiert, zuvor war sie drei Jahre lang sehr erfolgreich im IBU-Cup unterwegs. Ihren größten Erfolg feierte die Sportsoldatin im Jahr 2020 bei den Biathlon-Weltmeisterschaften im italienischen Antholz. Damals gewann sie mit der Staffel die Silbermedaille. 

Biathletin Horchler von Verletzungen zurückgeworfen

In der anschließenden Sommerpause unterzog sich Horchler wegen anhaltender Schmerzen im Schienbein einer Operation, brach sich wenige Wochen später beim Krafttraining zudem eine Rippe. Aufgrund des großen Trainingsrückstands verpasste sie letztlich die komplette Winter-Saison 2020/21. 

In der vergangenen Saison verpasste sie den Sprung in den deutschen Weltcup-Kader. Den zweitklassigen IBU-Cup beendete sie auf dem 81. Rang im Gesamtklassement.

Ihre Entscheidung, die Biathlon-Karriere vorzeitig zu beenden, fiel der 33-Jährigen dennoch alles als leicht. "Ich habe mein ganzes Herz und meine Leidenschaft reingesteckt. Nur deshalb habe ich letztlich so lange durchgehalten", sagte Horchler im vergangenen März. Biathlon sei "24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche" ihr Leben gewesen.