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Mick kämpft um seine Zukunft - Ferrari will die Saison retten

Die fünf heißesten Brennpunkte in der Formel 1

25.08.2022 14:36

Nach der vierwöchigen Sommerpause heulen die Motoren in der Königsklasse des Rennsports wieder auf. Die Formel 1 startet in Spa-Francorchamps in die heiße Phase der Saison und in die letzten drei Europa-Rennen des Jahres.

Obwohl Weltmeister Max Verstappen die Fahrerwertung so deutlich wie nie zuvor in seiner Karriere anführt, versprechen die kommenden Wochen in vielerlei Hinsicht noch Hochspannung. Das sind die fünf heißesten Brennpunkte in der Formel 1:

Brennpunkt I: Mick Schumacher kämpft um seine Formel-1-Zukunft

Die deutsche Formel-1-Hoffnung Mick Schumacher gehört zu den wenigen Piloten, deren Zukunft für die kommende Saison noch immer nicht geklärt ist. Während Haas-Teamkollege Kevin Magnussen einen sicheren Vertrag bis mindestens Ende 2023 in der Tasche hat, bleiben dem Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher noch neun Rennen Zeit, um die Haas-Bosse weiter von sich zu überzeugen.

Auf Nachfrage, was Schumacher tun müsse, um seine Zukunft im Haas zu sichern, meinte Teamchef Günther Steiner gegenüber dem Portal "GPFans" zuletzt unmissverständlich: "Mehr Punkte holen."

Zweimal ist dem 23-Jährigen in diesem Jahr bereits ein Top-Ten-Resultat geglückt. In den direkten Rennduellen gegen Magnussen liegt der Deutsche ebenfalls mit 8:4 deutlich vorne. Nach seinem schwachen Saisonstart mit zwei schweren Crashs in Saudi-Arabien und Monaco hat sich Schumacher klar gesteigert, und mit Platz sechs in Spielberg den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere hingelegt. 

Seine Zukunft ist dennoch ungewiss, vermeidet die Teamleitung doch ein klares Bekenntnis zum ehemaligen Formel-2-Champion. Vor allem der Name Antonio Giovinazzi wurde zuletzt immer heißer rund um das US-Team gehandelt.

Der Italiener darf im September (Monza) und im Oktober (Austin) die Trainingssessions am Freitag bestreiten und würde das Schumacher-Cockpit im nächsten Jahr nur allzu gerne vollends übernehmen.

Brennpunkt II: Wie verpackt Ricciardo sein McLaren-Aus?

Die Vertragssituation war eigentlich klar: Daniel Ricciardo hatte die einseitige Option, die Zusammenarbeit mit McLaren bis 2023 zu verlängern. Dennoch bestätigte der 33-Jährige am Mittwoch die Trennung zum Ende der laufenden Saison. Wahrscheinlich gegen eine satte Abfindungszahlung von Seiten des britischen Konstrukteurs. 

Die Spekulationen hielten sich Monaten hartnäckig, dass der Australier beim Traditionsrennstall vor die Tür gesetzt werden könnte. Seit dieser Woche besteht Gewissheit. 

"Nach mehrmonatigen Gesprächen mit Zak [Brown] und Andreas [Seidl] haben wir beschlossen, meinen Vertrag mit dem Team vorzeitig aufzulösen und uns darauf zu einigen, dass sich unsere Wege am Ende dieser Saison trennen", so das Ricciardo-Statement vom Mittwoch. 

Über den Nachfolger im McLaren-Cockpit wird weiter munter spekuliert. Heißester Anwärter ist und bleibt Landsmann Oscar Piastri, der jüngst eine Zusammenarbeit mit Konkurrent Alpine als Stammfahrer im kommenden Jahr öffentlich dementierte.

Ricciardo zeigte sich zuletzt fest entschlossen, seine bisherige Katastrophen-Saison noch zu einem guten Ende zu bringen. 19 mickrige WM-Zähler - Vergleich Teamkollege Lando Norris: 76 - sind für die Ansprüche des achtmaligen Grand-Prix-Siegers sowie des Rennstalls aus Woking einfach zu wenig.

Folgt keine deutliche Steigerung, droht sogar das komplette Formel-1-Aus nach zwölf Jahren. Ricciardo selbst meinte dazu bislang schmallippig: "Ich werde zu gegebener Zeit meine eigenen Zukunftspläne bekannt geben."

Brennpunkt III: Vettel droht ein Karriereende voller Frust 

Das hatte sich der viermalige Weltmeister eigentlich ganz anders vorgestellt: Als er vor knapp zwei Jahren seinen Wechsel zu Aston Martin bekanntgab, sorgte Vettel für neue Aufbruchstimmung beim einstigen Team Racing Point. Der Konstrukteur wollte schnelle Erfolge erzielen, sich zu einem Spitzenteam entwickeln. 

Jetzt, da es im zweiten Jahr im Aston Martin noch schlechter läuft als im ersten und das Team auf den vorletzten Platz der Konstrukteurswertung abgestürzt ist, steht auch für Vettel fest: Nach diesem Krisenjahr ist Schluss in der Formel 1! 

In den letzten neun Rennen kämpft der Fahrer, der in der Geschichte mehr Rennen als Alain Prost, Ayrton Senna oder Niki Lauda gewonnen hat, noch um einen würdigen Abschluss. Nur allzu gerne will der Heppenheimer zumindest noch ein paar Achtungserfolge einfahren, um sich zufriedengestellt aus der Königsklasse verabschieden zu können. 

Das dritte Jahr in Folge in keinem siegfähigen Auto mehr zu sitzen, hat dem 35-Jährigen die nötige Motivation genommen. Nach dieser Saison will er sich mehr der Familie widmen. Bis dahin bleiben Vettel noch neun Gelegenheiten, die schwächste Saison seiner 15-jährigen Formel-1-Karriere noch irgendwie zu retten. 

Brennpunkt IV: Verspielt Ferrari auch noch Platz zwei?

Wie groß war Euphorie bei der Scuderia nach der Anfangsphase des Formel-1-Jahres 2022, nachdem Charles Leclerc zwei der ersten drei Rennen gewonnen und Max Verstappen um 56 Punkte distanziert hatte. Mit dem Ferrari F1-75 war den Italienern offenbar ein Meisterstück geglückt, um nach den bitteren Krisenjahren zuvor wieder um die WM fighten zu können.

Es folgten Rennen um Rennen, in denen sich die Scuderia immer wieder selbst im Wege stand. Fahrfehler von Leclerc und Teamkollege Carlos Sainz, Strategiefehler am Kommandostand und technisch bedingte Ausfälle: Bei den Roten war alles dabei, um zur Sommerpause schon vorentscheidend mit 80 Punkten distanziert zu sein.  

Statt um die beiden Weltmeisterschaften mitzufahren, geht es für Ferrari nur noch darum, den zweiten Platz in der Konstrukteurswertung über die Ziellinie zu retten, ist der Vorsprung auf Mercedes doch auf 30 Punkte zusammengeschmolzen.

Brennpunkt V: Welche Rekorde bricht Verstappen? 

Im Jahr eins nach dem WM-Titel ist Max Verstappen fahrerisch auf einem neuen Niveau angekommen. Der Niederländer produziert praktisch keine Fahrfehler mehr, lenkt seinen Red Bull zudem mit der Gelassenheit eines amtierenden Champions durch die Kurven dieser Formel-1-Welt. 

In direkten Duellen knallhart, in den Longruns diszipliniert und auf die schnellen Runden zumeist auf den Punkt da: Knüpft Verstappen an die vergangenen Monate mit sieben Siegen aus zehn Rennen an, kann er noch in diesem Jahr Geschichte schreiben. 

Der Rekord der 13 Rennsiege in einer Saison von Michael Schumacher (2004) und Sebastian Vettel (2013) kann in diesem Jahr ebenso fallen wie der bisher größte Vorsprung aller Zeiten auf den ersten Verfolger. Dieser liegt bei 155 Punkten von Sebastian Vettel auf Fernando Alonso (2013). 

Mats-Yannick Roth

Fahrerwertung

#FahrerTeamPunkte
1NiederlandeMax VerstappenRed Bull Racing454
2MonacoCharles LeclercFerrari308
3MexikoSergio PérezRed Bull Racing305
4GroßbritannienGeorge RussellMercedes AMG F1 Team275
5SpanienCarlos SainzFerrari246
6GroßbritannienLewis HamiltonMercedes AMG F1 Team240
7GroßbritannienLando NorrisMcLaren122
8FrankreichEsteban OconAlpine F1 Team92
9SpanienFernando AlonsoAlpine F1 Team81
10FinnlandValtteri BottasAlfa Romeo F1 Team49
11DeutschlandSebastian VettelAston Martin F1 Team37
12AustralienDaniel RicciardoMcLaren37
13DänemarkKevin MagnussenHaas F125
14FrankreichPierre GaslyAlphaTauri23
15KanadaLance StrollAston Martin F1 Team18
16DeutschlandMick SchumacherHaas F112
17JapanYuki TsunodaAlphaTauri12
18ChinaGuanyu ZhouAlfa Romeo F1 Team6
19ThailandAlex AlbonWilliams Racing4
20KanadaNicholas LatifiWilliams Racing2
21NiederlandeNyck de VriesWilliams Racing2
22DeutschlandNico HülkenbergAston Martin F1 Team0

Belgien GP 2022

1NiederlandeMax Verstappen1:25:52.894h
2MexikoSergio Pérez+17.841s
3SpanienCarlos Sainz+26.886s
4GroßbritannienGeorge Russell+29.140s
5SpanienFernando Alonso+1:13.256m
6MonacoCharles Leclerc+1:14.936m
7FrankreichEsteban Ocon+1:15.640m
8DeutschlandSebastian Vettel+1:18.107m
9FrankreichPierre Gasly+1:32.181m
10ThailandAlex Albon+1:41.900m

Fahrerwertung