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Turnen

Deutsche Turner bei Großbritannien-Sieg ohne Chance

20.08.2022 17:05
Die deutschen Turner konnten nicht ins Medaillenrennen eingreifen
© IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON
Die deutschen Turner konnten nicht ins Medaillenrennen eingreifen

Erneuter "Kniefall" bei den deutschen Kunstturnern: Wie Andreas Toba 2016 in Rio de Janeiro geht Glenn Trebing trotz einer Knieverletzung an das Pauschenpferd, seine Mannschaft kommt auf den siebten Platz.

Zur "Halbzeit" auf Medaillenkurs, am Ende bitter enttäuscht: Eine Knieverletzung von Glenn Trebing hat die leisen Hoffnungen der deutschen Kunstturner auf eine EM-Medaille für das Team platzen lassen. Der 22 Jahre alte Hannoveraner humpelte nach seiner Bodenübung unter Schmerzen von der Bodenfläche.

Dennoch raffte sich der Sportsoldat auf und nahm sich ein Beispiel an seinem Vereinskollegen Andreas Toba. Der hatte vor sechs Jahren bei Olympia in Rio sogar mit einem Kreuzband am Pauschenpferd geturnt. Nach diesem Zwischenfall mussten sich die Schützlinge von Cheftrainer Valeri Belenki mit dem siebten Platz begnügen.

Auch der DM-Dritte Trebing hielt am Zittergerät bemerkenswert gut durch, allerdings soll nach ersten Informationen seine Blessur am rechten Knie weniger schwerwiegend sein als seinerzeit beim "Hero de Janeiro". Zur Übung an den Ringen aber konnte der Pechvogel nicht mehr antreten und musste durch Lukas Dauser ersetzt werden.

Das Mannschafts-Gold sicherte sich nach Anfangsschwierigkeiten das Team aus Großbritannien. Der ohnehin favorisierten Riege am nächsten kamen Italien und die Türkei.

Dabei hatten die EM-Gastgeber vor 9000 Zuschauern einen prächtigen Start erwischt. Alle drei Sprünge wurden sauber in den Stand gesetzt und das DTB-Quintett setzte sich nach dem ersten von sechs Durchgängen sogar an die Spitze.

Diese Führung hatte auch nach dem Barren noch Bestand. Den Hauptanteil daran hatte der Olympia-Zweite Dauser aus Unterhaching, der mit 15,333 Punkten eine Weltklasseleistung bot. Da fielen auch leichte Unsicherheiten bei Trebing noch kaum ins Gewicht.

Auch am Reck blieben die deutschen Gerätartisten ohne Sturz, mussten aber Großbritannien vorbeiziehen lassen. Nach dem Schock durch Trebings Verletzung ging diese weiterhin gute Ausgangsposition am Boden verloren.

Die letzten beiden Medaillenchancen ergeben sich für die deutschen Athleten am Sonntag. Der Hallenser Nils Dunkel hat das Finale am Pauschenpferd erreicht, Dauser qualifizierte sich am Barren für den Endkampf.