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Wintersport

Kult-Skispringer wohnte fünf Wochen in der Psychiatrie

16.08.2022 13:20
Michael Edwards (2.v.r.) avancierte als "Eddie the Eagle" zum Kult-Skispringer
© GEPA pictures/ Andreas Pranter
Michael Edwards (2.v.r.) avancierte als "Eddie the Eagle" zum Kult-Skispringer

Kult-Skispringer Michael Edwards, besser bekannt als "Eddie the Eagle", wohnte 1988 vor den Olympischen Winterspielen in Calgary nach eigener Aussage mehrere Wochen in einer Psychiatrie.

"Ich erinnere mich an die Umstände, unter denen ich erfahren habe, dass ich zu den Olympischen Spielen gehe. Ich war damals in Finnland, dort wurde ich eingeladen, mit der finnischen Mannschaft zu trainieren. Ich hatte keine Unterkunft, kein Geld für ein Hotel", schilderte der Brite in einem Interview mit dem ungarischen "Sportradio".

Einer der Springer habe als Maler und Stuckateur am Bau einer psychiatrischen Klink gearbeitet, so Edwards. "Er brachte mich zum Empfang des Krankenhauses und sagte, wer ich sei, dass ich mit der finnischen Mannschaft trainiere und dass ich versuche, zu den Olympischen Spiele nach Calgary zu kommen. In dem Gebäude dieser psychiatrischen Klinik wurde einer der Flügel renoviert und ich durfte eines der Zimmer bewohnen. Dort habe ich ungefähr fünf Wochen geschlafen."

Unterkunft in der Psychiatrie "gemütlich und warm"

Es sei "gemütlich und warm" gewesen, sagte der 58-Jährige, der sich mit seinen Auftritten in Kanada den Ruf als Publikumsliebling erwarb, die Finnen seien "sehr nett" gewesen. Dann habe er vom Britischen Olympischen Komitee die Bestätigung seiner Olympia-Teilnahme erhalten.

Sein Popularität sei trotz der sportlich durchwachsenen Auftritte in Calgary dann "gigantisch" geworden, erinnerte sich Edwards, der sowohl von der Normal- als auch von der Großschanze den letzten Platz belegte.

Alleine im restlichen Jahr 1988 habe er 700.000 Pfund (heute rund 830.000 Euro) verdient. "Ich bekam 10.000 pro Stunde, indem ich ein Einkaufszentrum eröffnete. Ich habe manchmal 65.000 an einem Tag verdient."

Kein Adler, sondern ein "Strauß"

Geflogen sei er auf der Schanze allerdings nicht wie ein Adler, sondern "wie ein Strauß", gab Edwards zu.

1990 änderte das IOC dann die Regeln und der Skisprung-Exot schaffte die Qualifikation für die Winterspiele in Albertville zwei Jahre darauf nicht mehr.

Heute reist "Eddie the Eagle" für Vorträge durch die ganze Welt. "Und wenn ich es nicht tue, baue und renoviere ich Häuser. Ich mache mir immer noch gerne die Hände schmutzig und erledige meine tägliche Arbeit. Ich verputze und baue", so der Kult-Star.