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Turn EM

Turnerinnen holen historische Medaille

13.08.2022 15:55
Die DTB-Frauen holten EM-Bronze
© IMAGO/Eibner Pressefoto / Heike Feiner
Die DTB-Frauen holten EM-Bronze

Als "Turn-Oma" Kim Bui nach ihrem letzten Auftritt in der deutschen Riege von den Teamkolleginnen in die Luft geschleudert wurde und den Gewinn der ersten EM-Bronzemedaille für ein deutsches Frauen-Team immer noch nicht fassen konnte, hielt es auch Fabian Hambüchen nicht mehr auf seinem Sitz.

"Das war eine Teamleistung vom Allerfeinsten. Und die Kimi turnt mit 33 immer noch wie ein junges Reh", kommentierte der Reck-Olympiasieger im ARD-Livestream den kaum erwarteten dritten Platz der deutschen Kunstturnerinnen bei den European Championships. Ein Erfolg, der nicht nur den Ex-Weltmeister, sondern auch knapp 10.000 Zuschauer in der Münchner Olympiahalle zu Begeisterungsstürmen animierte.

Noch vor der Ehrenrunde flossen die Freudentränen, mit der Deutschland-Fahne in den Händen verneigte sich das Quintett aus Dankbarkeit für die lautstarke Unterstützung des Publikums. "Schöner geht es kaum. Klasse, dass ich das noch miterleben darf", sagte Bui, die am Sonntag am Stufenbarren die letzte Übung ihrer langen Karriere turnen wird, am ZDF-Mikrofon.

Die deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz lobte den internen Zusammenhalt: "Gemeinsam eine Medaille zu gewinnen, vervielfacht die Freude. Das gibt auch noch mal einen Extra-Push."

In der Qualifikation noch auf Platz vier, blieb das Team des Deutschen Turner-Bundes (DTB) im Finale fast ohne Sturz. Nur die deutsche Mehrkampf-Meisterin Sarah Voss aus Köln, leicht gehandicapt durch eine Wadenverletzung, kam am Boden zum Ende ihrer Kür zu Fall. Der Titel ging an Italien vor Großbritannien.

Seitz beginnt mit Top-Leistung

Am Stufenbarren hatte Seitz mit einer Top-Leistung begonnen und ihre Ambitionen auf Edelmetall an diesem Gerät am Sonntag unterstrichen. Bui (ebenfalls Stuttgart), EM-Achte im Mehrkampf, und auch die Chemnitzerin Emma Malewski hingegen blieben hinter ihren Wertungen aus der Qualifikationsrunde am Donnerstag knapp zurück.

Aber am Schwebebalken bauten die EM-Gastgeberinnen ihren Vorsprung auf Frankreich, vermeintlicher Rivale um die Bronzemedaille, vorentscheidend aus. Alle deutschen Athletinnen blieben auf dem "Zitterbalken", die Französinnen hingegen hatten vier Absteiger.

Der Bodenpatzer von Voss fiel letztendlich nicht ins Gewicht, der Vorsprung konnte beim Sprung behauptet werden. Jubelnd lag sich die DTB-Riege in den Armen und auch der neue Bundestrainer Gerben Wiersma riss begeistert die Arme hoch.

Vier weitere Medaillenchancen eröffnen sich für die deutschen Athletinnen bei den Gerätefinals am Sonntag. Bui und Seitz haben sich für die Entscheidung am Stufenbarren qualifiziert, am Schwebebalken stehen Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer-Betz aus Chemnitz und Malewski im Endkampf.

Mannschaft (w) 2022

1ItalienItalien165.163
2GroßbritannienGroßbritannien161.164
3DeutschlandDeutschland158.430
4NiederlandeNiederlande156.464
5BelgienBelgien155.530
6FrankreichFrankreich155.162
7UngarnUngarn154.095
8SpanienSpanien151.695