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Wintersport

Ski-Star über lange Leidenszeit: "Es war ein Leben am Limit"

09.08.2022 11:16
Michelle Gisin blickt mit Zuversicht auf die kommende Ski-Saison
© Eibner/Memmler via www.imago-images.de
Michelle Gisin blickt mit Zuversicht auf die kommende Ski-Saison

Doppel-Olympiasiegerin Michelle Gisin hat ihre schwere Infektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber endgültig überwunden. Sportlich schlägt sie in der kommenden Saison der alpinen Ski-Asse ein neues Kapitel auf.

"Das letzte Jahr war schwer zu fassen, sehr extrem. Ich steckte die ganze Energie, die ich hatte, ins Skifahren rein. Es war ein Leben am Limit", blickte die Schweizerin gegenüber dem "Blick" zurück auf die letzten zwölf Monate, die für sie auch eine lange Leidenszeit waren.

Gisin hatte in der Vorbereitung auf die Saison 2021/2022 wegen ihrer Erkrankung fast vollständig auf das Training verzichten müssen.

Dennoch überzeugte sie mit starken Leistungen im Weltcup und holte bei den Olympischen Winterspielen in Peking eine Bronzemedaille im Riesenslalom sowie wie schon 2018 in Pyeongchang Gold in der Kombination.

"Seit einigen Wochen fühle ich mich wieder wie ich selbst"

Inzwischen sind die Nachwirkungen des Pfeifferschen Drüsenfiebers abgeklungen. "Ich brauche am Morgen nicht mehr eine oder zwei Stunden Aufwachzeit. Seit einigen Wochen fühle ich mich wieder wie ich selbst", schilderte die 28-Jährige, deren Blutwerte von ihrem Arzt aber weiterhin akribisch überwacht werden.

Bei ihrer Genesung half Gisin auch ein Segeltörn mit Freunden. "Wir hatten bewusst keinen Luxus und lebten sehr simpel, nahe an der Natur. Das war richtig cool", sagte der Ski-Star.

Einen Kühlschrank oder eine Dusche habe es an Bord nicht gegeben. "Das Boot ist 30 Jahre alt, ein Katamaran mit ganz wenig Platz. Ich habe mir oft den Kopf angeschlagen", so Gisin.

Ski-Wechsel "könnte in die Hosen gehen"

Neben den körperlich fordernden Tätigkeiten beim Segeln habe sie gelesen, sei viel geschwommen "und konnte meine Batterien aufladen", erzählte die zweimalige WM-Medaillengewinnerin. "Und nun weiß ich fast alles über Segelboote."

Sportlich beschreitet Gisin im kommenden Winter neue Wege. Nach 14 Jahren entschied sie sich für einen Ausrüsterwechsel von Rossignol zu Salomon.

"Ich finde es extrem spannend, auch mal ins Ungewisse zu springen. Die neuen Ski geben mir einen Motivationsschub", begründete sie diese durchaus risikoreiche Entscheidung. "Es könnte in die Hosen gehen, klar. Aber es könnte auch mega gut kommen. Und jetzt, mit 28 Jahren, ist der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen."