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Alter als Knackpunkt?

Das steckt hinter dem Alonso-Abgang von Alpine

04.08.2022 14:50

Nach dem Chaos um die Piloten von Alpine bestätigt das französische Team, dass die Ungewissheit über die Auswirkungen des Alters auf Fernando Alonsos Leistungen in der Formel 1 der Grund war, warum man ihm keinen garantierten Langzeitvertrag anbieten wollte.

Das Team aus Enstone stand kurz vor einem neuen Vertrag mit dem zweifachen Weltmeister, bevor der Spanier Anfang der Woche überraschend zu Aston Martin wechselte, um den zurückgetretenen Sebastian Vettel nach der Saison zu ersetzen.

Einer der Schlüsselfaktoren für Alonsos Entscheidung, das Team zu wechseln, war die Tatsache, dass Aston Martin bereit war, ihm einen viel längerfristigen Vertrag anzubieten, der angeblich bis zu drei Jahre einschließlich Optionen umfasst.

Alpine war nur für Eins-plus-Eins-Vertrag bereit

Alpine hingegen war nur bereit, sich auf einen Eins-plus-Eins-Vertrag einzulassen, da man sich eine gewisse Flexibilität wünschte, falls Alonsos Leistung nachlässt.

Der 41-jährige Alonso hält diese Sorge zwar für unbegründet, da er nach eigener Aussage noch keine Anzeichen für ein Nachlassen seiner Form zeigt, doch Alpine bestand darauf, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem sich die Dinge ändern könnten.

Auf die Frage, was Alpine bereit gewesen sei, Alonso anzubieten, sagt Teamchef Otmar Szafnauer, dass das Alter nicht außer Acht gelassen werden konnte und man sich deshalb absichern wollte.

Alpine-Option wäre an Bedingung geknüpft gewesen

"Es ist schwer, die Zukunft vorauszusagen", erklärt Szafnauer. "Wie ich immer sage: 'Wenn ich die Zukunft vorhersagen könnte, wäre ich nicht hier, sondern in Las Vegas.'"

"Wir haben einen Eins-plus-Eins-Deal angeboten und wir haben mit Fernando besprochen, dass wir ihn natürlich weiterhin nehmen, wenn er nächstes Jahr um diese Zeit auf dem gleichen Niveau fährt. So hätte es weitergehen können."

"Aber ich glaube, er wollte mehr Sicherheit, unabhängig von der Leistung. Er wollte länger bleiben und ich glaube, das war der springende Punkt, warum er sich gegen die Eins-plus-Eins-Option entschieden hat. Anders wäre es mit einer Zwei-plus-Eins, Drei-plus-Eins oder gleich drei Jahren Vertragslaufzeit gewesen."

Szafnauer: Auch Schumacher war am Ende nicht mehr so gut

Szafnauer verteidigt sein Vorgehen, indem er sagt, dass selbst die größten Fahrer wie Michael Schumacher am Ende ihrer Karriere nicht mehr so gut waren wie noch am Anfang.

"Es kommt eine Zeit, in der etwas physiologisch mit einem Fahrer passiert und man hat nicht mehr die gleichen Fähigkeiten wie in jungen Jahren", so der Alpine-Teamchef.

"Ich glaube, das ist bei Michael passiert. Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Michael Schumacher mit 42 nicht mehr der gleiche Fahrer war wie mit 32 oder 35. Und das passiert auch anderen Sportlern."

Szafnauer zieht Vergleich zum Cricket

"Für Cricketspieler ist es zum Beispiel kein so körperlich anstrengender Sport. Es geht vor allem um die Auge-Hand-Koordination und darum, den Schläger im richtigen Millimeterbereich zu bewegen, um [die Stümpfe] zu schützen.

"Aber nach 32, 33 oder 34 Jahren kann der beste Schlagmann der Welt das nicht mehr machen. Und das liegt daran, dass etwas mit ihnen passiert. Und das passiert auch mit Rennfahrern", erklärt Szafnauer.

"Wir waren also dafür, dass wir sagen: 'Ja, wenn du auf einem hohen Niveau spielst, werden wir dich natürlich behalten, aber lass uns ein Jahr nach dem anderen machen.' Und ich glaube, er wollte einfach eine längere Laufzeit."

Alonso sollte angeblich weniger als Ocon verdienen

Doch neben der Vertragslaufzeit scheint auch das Geld eine Rolle für den Wechsel von Alonso zu Aston Martin gespielt zu haben. Es wird vermutet, dass Alonso mehr Geld wollte, als Alpine eigentlich bereit war zu zahlen.

Wie die britische "Motorsportmagazine.com" erfahren haben will, wurde dem Spanier dabei möglicherweise sogar weniger geboten, als Alpine-Teamkollege Esteban Ocon 2023 in der dritten Saison seines Vertrages verdienen wird. Demnach wird das Gehalt des Franzosen im kommenden Jahr automatisch drastisch erhöht.

Mit dem Wechsel zu Aston Martin konnten Alonsos Hauptkriterien, die lange Vertragslaufzeit sowie ein sattes Gehalt jedoch erfüllt werden. Da Reservefahrer Oscar Piastri auf dem Weg zu McLaren zu sein scheint, steht man somit bei Alpine aktuell nur noch mit einem Fahrer für 2023 da.

Szafnauer verteidigt LMDh-Plan mit Alonso

Szafnauer wies auch Andeutungen zurück, wonach Alonso von den Plänen, ihn in das LMDh-Programm von Alpine aufzunehmen, nicht begeistert gewesen sei - und das zu einem Zeitpunkt, als er noch das Gefühl hatte, der Formel 1 viel mehr bieten zu können.

Über dieses Projekt, sagt Szafnauer: "Wir hatten Gespräche mit Fernando und auch mit Laurent [Rossi, CEO von Alpine]. Es hieß, dass wir uns freuen würden, wenn er nach der Formel 1 in der Familie weitermacht und andere Rennen mit Alpine fährt. Es war also keine wirkliche Überraschung für Fernando, denn er stimmte dem zu und hielt es für eine gute Idee."

"Die Frage war nur: Wann wird das passieren? Aber wenn es passiert, war er absolut glücklich, nach Le Mans zu fahren und diesen Weg weiterzugehen", beteuert der Alpine-Teamchef.

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