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Biathlon

Dahlmeier als Bundestrainerin? "Sag niemals nie"

03.08.2022 20:54
Auch nach ihrer aktiven Karriere im Biathlon noch gerne auf den Skiern: Olympiasiegerin Laura Dahlmeier
© GEPA pictures/ Marcel Engelbrecht via www.imago-im
Auch nach ihrer aktiven Karriere im Biathlon noch gerne auf den Skiern: Olympiasiegerin Laura Dahlmeier

Laura Dahlmeier hat den deutschen Biathlon bis zu ihrem Karriereende im Jahr 2019 so geprägt wie kaum eine andere. Nicht wenige wünschen sich, die 28-Jährige würde zum DSV zurückkehren und eine Laufbahn als Trainerin beginnen. Nun hat sich Dahlmeier über ihre Zukunftspläne geäußert.

Laura Dahlmeier verfügt über einen riesigen Erfahrungsschatz im Biathlon: Zweimal gewann die in Garmisch-Partenkirchen geborene Skijägerin eine olympische Goldmedaille, einmal holte sie zudem Bronze. Insgesamt brachte sie in ihrer so erfolgreichen Biathlon-Karriere 15 WM-Medaillen, darunter sieben goldene, nach Hause.

Vorerst wird sie ihr Wissen allerdings nicht an die nächste Wintersport-Generation weitergeben, sagte Dahlmeier im Gespräch mit "heimatsport.de". Zwar sei es "grundsätzlich" schön, "Erfahrungen weitergeben zu können und sie nicht im Keller verschwinden zu lassen". Aber: "Aktuell bin ich noch dabei, meinen Weg zu finden. Ich habe verschiedene Projekte, deswegen glaube ich nicht, dass ich jetzt sofort wieder zurückgehe." Aber, schob sie zugleich hinterher: "Sag niemals nie."

Eines ihrer Ziele ist ein Abschluss in Sportwissenschaften. Derzeit studiert sie im 6. Semester an der Technischen Universität München. 

Spitzensport manchmal auch eine "Belastung und ein Korsett"

An ihr altes Leben als Leistungssportlerin denkt die ehemalige Biathletin indes noch gerne zurück. "Wie überall im Leben haben die Dinge ihre positiven und negativen Seiten. Ich bin dankbar für die Zeit, habe so viel erleben und sehen dürfen. Es haben sich Freundschaften entwickelt, daran erinnere ich mich gern zurück. Und manchmal sehne ich mich auch danach."

Gleichwohl wisse sie "eben auch, was dazugehört, um ganz oben stehen zu können". Der Spitzensport sei auch "eine enorme Belastung" und "ein Korsett". Schon im April wisse man als Biathletin, "was das restliche Jahr mit dir vorhat. Ich genieße es, jetzt deutlich freier zu sein".

Deutscher Biathlon-Sport: "Von unten kommt nicht der ganz große Druck"

Trotz ihres Rücktritts verfolgt die Gesamtweltcupsiegerin der Saison 2016/17 die Entwicklungen beim DSV noch ganz genau. "Man merkt gerade schon, dass die Jungen ganz schön Gas geben. Aber das deutsche Biathlon hängt in einer Zwischenphase, gerade bei den Damen. Es gibt einige Arrivierte, die ihre Leistung bringen, und von unten kommt noch nicht der ganz große Druck nach."

Man müsse nun den Nachwuchs "über die nächsten Jahre Schritt für Schritt heranzuführen. Man darf keine Wunderdinge erwarten. Einen Top-Athleten kann man nicht aus dem Hut zaubern, aber wenn er da ist, muss man ihn sehen und fördern. Insgesamt wird es aber nicht leicht, weil international ganz schön die Post abgeht".