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Olympische Spiele, Doppel (M)

Ex-Trainer gesteht Lügen gegenüber Becker und Stich

03.08.2022 10:02

Obwohl Boris Becker und Michael Stich damals als Intimfeinde galten, holten die beiden bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona Gold im Doppel. Nikola Pilic, damaliger Trainer der deutschen Tennismannschaft, verriet nun, dass er das Duo auch durch Lügen zu einer Einheit formte.

"Die beiden haben ja nicht miteinander gesprochen. Ich musste meine Diplomatie maximieren und zwischen ihnen vermitteln", erinnerte sich Pilic in der "Sport Bild" zurück.

Der heute 82-Jährige sei damals mehr Psychologe anstatt als Teamchef gefordert gewesen. "Ich bin von einem zum anderen gegangen und habe Komplimente gemacht, die teilweise erfunden waren. Ich musste sie bei Laune halten", so Pilic, der zugab: "Ich habe für Gold sehr viel gelogen. Aber es war einfach nötig, ein bisschen zu übertreiben."

Im Herrendoppel-Finale hatten sich Becker und Stich in vier Sätzen [7:6 (7:5), 4:6, 7:6 (7:5), 6:3)] gegen die Südafrikaner Wayne Ferreira und Piet Norval durchgesetzt.

Eine gemeinsame Party gab es danach nicht. "Gerne hätte ich abends mit beiden gemeinsam gefeiert, aber Michael ist sofort zurück nach Hamburg geflogen. Das war schade, aber das musste ich akzeptieren", sagte Pilic.

"Mir war es egal, was die beiden wollten"

Zuvor waren Becker und Stich im Einzel früh ausgeschieden. Becker scheiterte im Achtelfinale an Fabrice Santoro aus Frankreich, für Stich war bereits nach der Niederlage gegen Landsmann Carl-Uwe Steeb in Runde zwei Schluss.

"Das Turnier war für uns ja nicht so lustig, in den Einzeln sind wir zu früh ausgeschieden", blickte Pilic zurück und betonte: "Mein einziger Wunsch war es, dass wir nach den verpatzten Einzeln eine Medaille gewinnen."

Daher war es dem Ex-Coach auch egal, dass er mit Becker und Stich zwei Spieler aufstellte, die sich nicht ausstehen können: "Mir war es egal, was die beiden wollten - ich war der Teamchef. Ich habe das entschieden!"