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Wintersport

Eisenbichler kritisiert Verband: "Niemand hat uns gefragt"

03.08.2022 09:53
Markus Eisenbichler kritisiert den frühen Saisonstart der Skispringer
© IMAGO/GEPA pictures/ Matic Klansek
Markus Eisenbichler kritisiert den frühen Saisonstart der Skispringer

In diesem Jahr beginnt die Skisprung-Saison früher als gewohnt. Aufgrund der Fußball-WM in Katar wurde das Programm geändert. Diese Änderungen zwingen den Weltverband FIS und die Veranstalter der ersten Wettbewerbe zum Improvisieren. Das schmeckt Markus Eisenbichler überhaupt nicht.

Traditionell beginnt die Skisprung-Saison erst Ende November. Dieser Termin steht seit Jahren und hat sich im Wintersport-Kalender fest etabliert. In diesem Jahr ist aber alles anders. Weil die FIS und die Veranstalter der Springen nicht mit der Fußball-WM in Katar (ab 21. November) konkurrieren wollen, haben sie den Saisonstart der Skispringer auf Anfang November vorverlegt. Das wiederum bringt ganz neue Herausforderungen mit sich.

Weil zum Beispiel nicht garantiert werden kann, dass beim Auftaktspringen im polnischen Wisla (ab 05. November) schon genug Schnee liegt, werden die Athleten auf den von den Sommer-Springen bekannten Plastik-Matten landen müssen. Das gefällt unter anderem Markus Eisenbichler überhaupt nicht.

"Ich habe es akzeptiert, aber es stört mich ein bisschen", sagte Eisenbichler im Gespräch mit dem Portal "skijumping.pl". "Wenn die Fußballer ihre WM unbedingt im Winter in Katar spielen müssen, dann sollen sie. Wir sind offensichtlich zu klein, um da mitreden zu können. Das ist definitiv keine perfekte Lösung für uns", klagte der deutsche Skisprung-Star.

"Wir sind eine Wintersportart und sollten springen, wenn es Schnee gibt. Aber es wurde anders entschieden und niemand hat uns nach unserer Meinung gefragt. Es ist schade, dass wir als Athleten keinen Einfluss auf solche Entscheidungen haben", ärgerte sich Eisenbichler über den Alleingang des Verbandes, bei dem sich "alles um Politik" dreht.

Er könne "Stunden über dieses Thema reden, aber das will ich nicht, weil es mich zu viel Energie kostet", hat sich der 31-Jährige mit dem neuen Status quo wohl oder übel abgefunden. Allerdings werde ihn dieses Thema trotzdem weiter beschäftigen, ergänzte Eisenbichler.

Skisprung-Schanzen in Deutschland? "Da passiert gerade nichts"

Ganz und gar nicht gefällt Eisenbichler zudem die aktuelle Situation im deutschen Skisprung-Lager. Vor allem die Zukunft bereitet ihm Kopfzerbrechen.

"Es sieht vielleicht nicht sehr schlecht aus, aber es ist auch nicht komplett rosig. Wir versuchen mit jungen Springern zu arbeiten und sie auf den Weg an die Spitze vorzubereiten, aber da haben wir immer noch viele Jahre vor uns. Im Moment kann man nur hoffen, dass die älteren Springer ihre Karriere noch für ein paar Jahre fortsetzen", sieht Eisenbichler in der Jugendarbeit einige Probleme.

Auch die Situation an den heimischen Schanzen sei schlecht, urteilte der 31-Jährige. "Ruhpolding war mal ein wichtiges Skisprung-Zentrum, aber da passiert gerade nichts. Auch in Oberstdorf, Hinterzarten und Garmisch ist das Springen gerade unmöglich. Das ist traurig. Als Team können und müssen wir auf Schanzen im Ausland wechseln, für die Jugend ist das aber schwer", kritisierte er die für den Nachwuchs unüberwindlichen Hürden.