Suche Heute Live
Biathlon

"Gibt keine Zweifel, auf welcher Seite er steht"

Pidruchnyi bedankt sich bei Erik Lesser

28.07.2022 10:21
Erik Lesser steht seinen ukrainischen Kollegen zur Seite
© Eibner-Pressefoto / Soelzer via www.imago-images.d
Erik Lesser steht seinen ukrainischen Kollegen zur Seite

Normalität mitten Krieg: Trotz des russischen Angriffs auf ihre Heimat bereiten sich die ukrainischen Biathletinnen und Biathleten derzeit auf den neuen Weltcup-Winter vor. Im Sommertrainingslager in Oberhof kümmerte sich jüngst Erik Lesser um die Gäste - sehr zur Freude der ukrainischen Delegation. 

"Wir haben viel mit Erik Lesser gesprochen und uns oft getroffen. Ich möchte ihm noch einmal für seine Unterstützung für unser Land danken und dafür, dass er seinen Instagram-Account dazu nutzt, Fakten zu verbreiten", wird der ukrainische Athlet Dmitry Pidruchnyi von "Fondo Italia" zitiert.

Lesser hatte seine aktive Laufbahn nach der letzten Saison beendet. Noch immer wohnt er allerdings in Oberhof. Die Unterstützung von Ukrainerinnen und Ukrainer ist ihm seit dem russischen Überfall ein wichtiges Anliegen. Schon frühzeitig hatte sich Lesser öffentlich an der Seite der Ukraine positioniert.

Laut Pidruchnyi habe sich der ehemalige DSV-Start auch in den Gesprächen mit ihm sehr aufgeschlossen gezeigt. "Wir hatten lange Fahrrad-Trainings zusammen, während denen wir über viele Dinge sprachen - natürlich war der Krieg das Hauptthema. Er war sehr bewandert auf diesem Gebiet. Erik unterstützt uns vollständig und es gibt keine Zweifel, auf welcher Seite er steht. Wir hatten sehr einfühlsame Gespräche. Er unterstützt die Ukraine vollständig", so der Weltmeister, der zu Beginn des Konfliktes selbst Kriegsdienst leistete.

Ukraine-Stars freuen sich auf die Biathlon-Sommer-WM

Dass er seinem Land nun nicht mehr aktiv helfen kann, falle ihm nicht leicht, betonte Pidruchnyi: "Im Ausland zu sein, ist sehr schwer, weil du jeden Tag die Nachrichten verfolgst und den Horror in deiner Heimat siehst."

Pidruchnyi weilte zuletzt zusammen mit Artem Pryma, Bogdan Tsymbal, Anton Dudchenko, Taras Lesiuk, Denys Nasyk und der Biathletin Darya Blashko zur Vorbereitung im thüringischen Biathlon-Mekka. 

Pidruchnyi, Pryma und ihr Trainer Juraj Sanitra hatten während des Trainingslagers teilweise eindrucksvoll über die Schwierigkeiten des Trainings in der Ukraine mitten im Krieg gesprochen.

Das große Ziel der Biathlon-Gruppe lautet nun vorerst: Die IBU-Sommer-Biathlon-Weltmeisterschaft in Ruhpolding (24. bis 28. August 2022). Hier ist für die Ukrainer Flaggezeigen angesagt.