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Martin reagiert auf hitzige MotoGP-Diskussionen

26.07.2022 12:01
Jorge Martin bezieht Stellung
© IMAGO/nordphoto GmbH / Bratic
Jorge Martin bezieht Stellung

Die Ride-Height-Devices sorgen weiterhin für hitzige Diskussionen im MotoGP-Fahrerlager. Von vielen Seiten wird eine Verbannung der Systeme zum Absenken von Front und Heck gefordert. Jorge Martin sieht das eher skeptisch.

Während gerne damit argumentiert wird, dass solche Systeme zusammen mit der ausgeprägten Aerodynamik das Racing in der MotoGP verschlechtern, ist der Pramac-Ducati-Pilot zumindest im Falle der Ride-Height-Devices vom Gegenteil überzeugt.

"Ich denke, ohne Ride-Height-Devices ist es noch schwieriger zu überholen", sagt der Spanier und begründet das damit, dass die Systeme auch als ein probates Mittel gegen Wheelies sind. Mit den Ride-Height-Devices lassen sich Front und Heck verstellen, dadurch kann mit Schwerpunkt und Balance herumgespielt werden.

"Und die Elektronik muss stärker eingreifen, wenn wir die Devices nicht haben. Ohne sie müssen wir mehr Power weglassen", fügt Martin hinzu. Trotz dieser Vorteile spricht sich der Pramac-Ducati-Pilot nicht explizit für eine Beibehaltung der Systeme aus.

"Für uns ist es besser, denn das Bike ist stabiler auf den Geraden. Es ist weniger gefährlich, sie zu haben, denn wir haben weniger Wheelies und es ist für uns einfacher [damit] zu fahren", meint der Spanier zwar. Aber er gibt auch zu Protokoll: "Für mich macht es keinen Unterschied. Sie können bleiben oder auch entfernt werden."

Das liegt auch daran, dass mittlerweile alle sechs MotoGP-Hersteller über eigene Ride-Height-Devices für Front und Heck verfügen. "Keiner hat da mehr einen Vorteil", ist sich Martin sicher. "Jetzt wo alle sie haben, ist es dasselbe, wie wenn man sie verbannen würde."

Ducati mittlerweile fast überall konkurrenzfähig

Fakt ist aber auch: Ducati war in dieser Hinsicht wieder mal Vorreiter. Gerade bei den Roten wird unter Federführung von Gigi Dall'Igna mit Hochdruck an neuen Entwicklungen gearbeitet. Mehr als einmal lotete man damit die Grenzen des Reglements aus.

So schaffte man es auch über die Jahre, eine Desmosedici zu entwickeln, die fast überall funktioniert. "Wenn man ein Bike für die schwachen Strecken verbessert, dann verliert man auch auf den guten Strecken. Jetzt sind wir wenigstens konstanter", erklärt Martin. "Aber es keine Ducati- oder Nicht-Ducati-Strecken mehr. Jetzt sind wir überall schnell."

"Wir haben nicht mehr den [großen] Vorteil auf den Geraden, so wie in früheren Jahren, das ist zu 100 Prozent sicher", so Martin mit Blick auf Hersteller wie KTM und Aprilia, die in Sachen Topspeed deutlich aufgeholt haben. "Aber auf Strecken wie dem Sachsenring oder hier [in Assen] können wir jetzt auch um Podiumsplätze kämpfen."

Dass die Ducati mittlerweile auf fast allen Strecken funktioniert, unterstreicht auch die Tatsache, dass die Roten 2020 und 2021 Konstrukteurs-Weltmeister geworden sind. Zudem fuhren in diesem Jahr bereits sechs der acht Ducati-Fahrer im Feld auf das Podium. Bestplatzierter Pilot der Roten in der Fahrer-WM ist Johann Zarco als Dritter.