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Wimbledon

Gebürtige Russin gewinnt auf Heiligem Rasen

Russland bejubelt Rybakina: "Haben Wimbledon gewonnen"

10.07.2022 07:43
Kate Middleton (r.) überreichte Elena Rybakina die Wimbledon-Trophäe
© IMAGO/John Patrick Fletcher
Kate Middleton (r.) überreichte Elena Rybakina die Wimbledon-Trophäe

Die gebürtige Russin Elena Rybakina hat nach dem Wimbledon-Triumph auf eine Frage nach Russland ihre Verbundenheit zu Kasachstan betont. Aus Russland kamen indes Glückwünsche - und Aussagen, die den Wimbledon-Veranstaltern überhaupt nicht gefallen dürften.

"Von meiner Seite aus kann ich nur sagen, dass ich Kasachstan repräsentiere. Ich habe mir nicht ausgesucht, wo ich geboren wurde", sagte die 23-Jährige, die seit 2018 für Kasachstan spielt.

Rybakina war nach ihrem Drei-Satz-Sieg im Finale gegen die Tunesierin Ons Jabeur gefragt worden, ob sie den Angriffskrieg Russlands und die Taten Vladimir Putins verurteile. "Menschen haben an mich geglaubt. Kasachstan hat mich so sehr unterstützt. Auch heute gab es so viel Unterstützung, ich habe die Flaggen gesehen. Ich weiß nicht, wie ich diese Fragen beantworten soll", sagte sie.

Ihre Eltern leben noch in Moskau, wo die Tennisspielerin geboren ist. Während des Turniers hatte sie sich nicht darüber äußern wollen, wie viel Zeit sie selbst noch in Russland verbringt.

Angesprochen auf den Krieg hatte sie zuvor im Turnier gesagt, dass sie wolle, dass dieser "so schnell wie möglich zu Ende ist".

Wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine waren Profis aus Russland und Belarus in Wimbledon ausgeschlossen gewesen. 

Russen vereinnahmen Wimbledon-Erfolg für sich

"Ich spiele sehr, sehr lange für Kasachstan. Ich repräsentiere es bei großen Turnieren, bei Olympia, als ein Traum wahr wurde", sagte Rybakina. Auf die Frage, ob sie befürchte, dass ihr Sieg in Russland politisch genutzt werden könnte, antwortete sie: "Ich weiß nicht, was passieren wird. Es wird immer einige Nachrichten geben, aber ich kann nichts deswegen machen."

Auch aus Russland erhielt Rybakina Gratulationen für ihren Sieg. "Wir haben viel zu ihrer Entwicklung beigetragen", sagte Shamil Tarpishchev, Chef des russischen Tennisverbandes, der russischen Zeitung "Sport-Express". "Gibt es Groll gegen sie? Nein. Das ist Sport. Jeder wählt seinen eigenen Weg. Das ist ihr Recht."

Schon vor dem Einzug ins Finale hatte Tarpishechev klargestellt: "Sie ist unser Produkt. Natürlich liegt uns etwas an ihr." Nach dem Triumph wurde der russische Tennis-Chef von der Nachrichten-Agentur "RIA" zitiert: "Es ist toll! Gut gemacht Rybakina! Wir haben Wimbledon gewonnen."

Aussagen, die den Wimbledon-Veranstaltern überhaupt nicht gefallen dürften.