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Druck auf Trainer, Top-Transfers

Salihamidzic und Kahn gehen mit FC Bayern "All-In"

07.07.2022 12:14
Hasan Salihamidzic treibt die Kaderplanung des FC Bayern voran
© IMAGO/Mladen Lackovic
Hasan Salihamidzic treibt die Kaderplanung des FC Bayern voran

Zwei enttäuschende Jahre in der Champions League sind genug. Der FC Bayern München plant das ganz große Ding: die Rückkehr an die europäische Spitze. Dafür wirbelt das Führungs-Duo Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic den Kader durcheinander und erhöht den Druck auf Trainer Julian Nagelsmann.

Was ist eigentlich mit Hasan Salihamidzic los? Stand der Sportvorstand des FC Bayern München nicht noch vor wenigen Wochen in der Kritik? Galt es nicht als ausgemacht, dass er über das Jahr 2023 hinaus keine Zukunft beim Rekordmeister hat? Und stand nicht mit Max Eberl bereits ein Nachfolger für diesen Sommer fest? Fragen über Fragen und es kann nur eine Antwort geben: Hasan Salihamidzic hat einen unfassbaren Lauf. Jetzt muss er aufpassen, dass er keine Fehler macht.

Weltstar Sadio Mané ist bereits da, die Ajax-Stars Ryan Gravenberch und Noussair Mazraoui auch und wer dann noch alles kommen soll: Matthijs de Ligt, Konrad Laimer und der erst 17-jährige Mathys Tel, der aktuell bei Stades Rennes unter Vertrag steht. Vielleicht dann auch noch ein neuer Stürmer - aber nicht Cristiano Ronaldo! - wenn der FC Barcelona sich doch noch zu einem angemessenen Angebot für Robert Lewandowski durchringen kann.

Geboten sind bislang bekanntlich nur rund 40 Millionen Euro, der FC Bayern erwartet mindestens 50 Millionen Euro und nicht in Raten, sondern direkt aufs Konto. So richtiges Vertrauen in die Zahlungsmoral des katalanischen Giganten besteht an der Säbener Straße nicht.

Kein Welpenschutz mehr

Es sind reichlich spektakuläre Transfertage im Süden der Republik nach zwei für Münchener Verhältnisse enttäuschenden Jahren. Auf das Sensationsjahr 2019/2020 und den Ausläufern in den internationalen Pokalen im Anschluss, nach dem Gewinn der Champions League und sämtlichen anderen Trophäen, die ein Klub so erringen kann, ging es bergab von den internationalen Höhen aufs nationale Top-Niveau.

Die Meisterschaften Nummer neun und zehn waren mehr oder weniger Selbstläufer, doch das Scheitern im DFB-Pokal und in der Champions League genügte nicht den Ansprüchen des europäischen Superklubs unter bayerischer Flagge.

Auf dem Trainerposten folgte auf den von den Scharmützeln mit Salihamidzic entnervten Hansi Flick mit Julian Nagelsmann der Shooting-Star der Szene. Der ist immer noch lange keine 40 Jahre alt, aber schon so lange dabei, dass man sich die Trainerwelt ohne ihn nicht mehr vorstellen kann.

Trotzdem lastete auf dem 34-Jährigen ein immenser Druck. In seinem ersten Jahr in München war er nicht nur Trainer, sondern Moderator beinahe sämtlicher Probleme, die so eine Saison mit sich bringt. Es ging um Impfverweigerer, Coronakrisen und Katar: Es ging um alles, nur nicht immer um den Sport.

Die neue Führungsriege der Bayern um Rummenigge-Nachfolger Oliver Kahn und Sportvorstand Salihamidzic tauchte für beinahe ein Jahr ab. Welpenschutz. Sie unternahmen erste Schritte ohne die, die den Klub seit Jahren getragen hatten. Ab und zu die Zwischenrufe von Karl-Heinz Rummenigge, vom Vereinspatron Uli Hoeneß. Die Stimmen werden weiter wahrgenommen werden, vor allen Dingen von den immer aufgeregten Medien im Hintergrund.

All die Transfer- und Bayer-Experten, die schon lange nicht mehr nur ihre Zeitungs- und Online-Seiten füllen, sondern auch in den Sozialen Medien abliefern und in Podcasts auftrumpfen müssen. Es gibt keine Tage ohne Nachrichten, es gibt keine Wochen ohne Skandale und keine Monate ohne Transferbeben. Die Breaking News sind längst zum Dauerzustand geworden. "True" oder "not true" sind die Kategorien, in denen sie die Welt aufteilen. Dazwischen? Niemandsland! Daran muss man sich auch erst einmal gewöhnen und damit zu spielen lernen. Die Bosse lernten, Nagelsmann moderierte einigermaßen souverän und Bayern wurde Meister, weil sie eben immer Meister werden.

Druck, Druck, Druck

Das aber langt nicht mehr im nächsten Jahr. "Wir sind beim FC Bayern zum Erfolg verdammt, das weiß er auch", sagte Kahn dem "kicker" über Julian Nagelsmann, der natürlich auch junge Spieler entwickeln und seine Spielphilosophie durchsetzen soll. Dann sprach Kahn über die Transferplanungen der Bayern, die noch vor Monate belächelt wurde, die jetzt aber deutlich an Fahrt aufgenommen hat. Er sagte: "Wir wollen einen Kader, mit dem wir im Optimalfall die Champions League gewinnen können."

Druck! Druck! Druck! Als Spieler hat Oliver Kahn diese Situationen geliebt, als Vorstandsboss übt er diesen nun aus. Noch ein Jahr ohne mindestens das Halbfinale in der Champions League wird in München kaum geduldet werden und dafür geht es jetzt auch an die Reserven.

"Ich wundere mich, woher plötzlich das viele Geld kommt", fragte der dauererstaunte Lothar Matthäus in der "Bild": "Es hieß zuletzt immer, man habe weniger zur Verfügung, auch wegen der Corona-Einbußen. Man findet auch deswegen mit Lewandowski keine Einigung über eine Verlängerung. Gnabrys Situation ist ungeklärt. Und dann kommt Mané für bis zu 41 Millionen Euro, soll Laimer kommen für 25, 30 Millionen Euro, soll de Ligt kommen für 60, 70 oder 80 Millionen Euro." Tatsächlich würde das ohne weitere Abgänge zu einem deutlichen Transferminus führen.

Woher das Geld kommen soll

Doch alles lässt sich dieser Tage erklären. Es ist Umbruchszeit an der Säbener Straße und dem Duo Salihamidzic und Kahn scheint in diesem Sommer alles zu gelingen - sogar die Quadratur des Kreises. Sie können den Weltstar Sadio Mané für schlankes Geld und ohne große Störgeräusche nach München bringen, sie können junge Talente wie Gravenberch von ihrem Weg überzeugen und gleichzeitig Bankspieler für eine ordentliche Ablöse weiterreichen.

So soll der im letzten Jahr ablösefrei verpflichtet Omar Richards für rund zehn Millionen Euro nach Nottingham transferiert werden. Und sie können bei ihrem Star Robert Lewandowski auf ihr Knallhart-"Basta" bestehen, bis Barcelona die Ablöse so hochschraubt, dass sie ihn gesichtswahrend abgeben können. Für Nationalspieler Serge Gnabry gibt es einen Markt. Er soll verlängern oder gehen. Das Gegenteil von Lewandowski quasi. Der nicht verlängern will, aber bleiben soll. Es ist ein Widerspruch, der nicht weiter ins Gewicht fällt.

Neben Lewandowski und Gnabry könnte in diesem Sommer dann noch Benjamin Pavard gehen. Der Verteidiger hat in den letzten Jahren solide seinen Dienst verrichtet, aber niemanden nachhaltig begeistern können. De Ligt wäre für den als Innenverteidiger eingeplanten Franzosen ein deutliches Upgrade. Und ob er nun sofort kommt oder in ein paar Wochen macht keinen großen Unterschied. Der FC Bayern plant immer mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft und hat immer den Kader dafür. Da ist egal, wie eingespielt sie am Anfang der Saison sein werden. Und die Champions League wird erst 2023 entschieden.

Was ist also eigentlich mit Hasan Salihamidzic los? Das war ja die Ausgangsfrage. Der Sportvorstand der Bayern hat aktuell ein verdammt gutes Blatt in der Hand und er geht All-In. Spannende Tage da unten im Süden.

Stephan Uersfeld

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