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Verbesserungspotenzial bei "DRS-Zügen"?

McLaren sieht Problem bei neuen Regeln

06.07.2022 15:12
Andreas Seidl sieht "DRS-Züge" als fortwährendes Problem der Formel 1
© MST
Andreas Seidl sieht "DRS-Züge" als fortwährendes Problem der Formel 1

Die neuen Regeln der Formel 1 haben beim Grand Prix von Großbritannien zwar für spektakuläre Action gesorgt, aber in einem Bereich gibt es noch Verbesserungspotenzial, meint McLaren. Und der betrifft den sogenannte "DRS-Zug".

Er entsteht, wenn ein Auto an der Spitze einer Gruppe in den richtigen Streckenabschnitten genug Geschwindigkeit hat, um seinen Verfolger aufzuhalten. Dahinter stauen sich die nachfolgenden Autos, weil die Vorteile des DRS effektiv nicht mehr greifen, wenn es mehreren Fahrern gleichzeitig zur Verfügung steht.

"Das ist ein Thema, das wir in einigen Diskussionen schon mal angesprochen haben", gibt McLaren-Teamchef Andreas Seidl zu bedenken. "Das ist wahrscheinlich etwas, das wir mit den anderen Teams, der FIA und der Formel 1 noch einmal besprechen müssen."

Seidl: DRS-Zug bleibt Element der Langeweile

"Mit dem Reglement, wie wir es jetzt für dieses Jahr eingeführt haben, haben wir definitiv gesehen, dass die Autos, wenn sie gegeneinander kämpfen, jetzt viel besser in der Lage sind, einander zu folgen, ohne gleich den Reifen zu zerstören. Das Problem, das noch aus der Vergangenheit übrig ist, ist das der DRS-Züge."

"Je nachdem, wie dieser Zug aussieht und welches Auto vorne ist, und ob das ein Auto ist, das alle anderen aufhalten kann, kann das zu einigen langweiligen Szenarien in der Mitte des Feldes führen", weiß Seidl und mahnt, sich dieses Themas anzunehmen. "Denn das haben wir in diesem Jahr schon einige Male gesehen."

Obwohl es noch Raum für Verbesserungen gibt, schwärmten die Formel-1-Fahrer am vergangenen Wochenende von der Renntauglichkeit der Autos beim britischen Grand Prix. Mercedes-Pilot Lewis Hamilton sagte: "Das hat mich sehr an die Kart-Tage erinnert. Und ich finde, das ist die Formel 1 von ihrer besten Seite."

Fahrer schwärmen vom Racing in Silverstone

"Die Tatsache, dass wir in der Lage waren, Runde für Runde so zu fahren und zu kämpfen, ist ein Beweis für die Richtung, in die wir uns meiner Meinung nach jetzt bewegen." Carlos Sainz, Sieger des Rennens, ergänzte: "Ich denke, die Formel 1 hat einen großen Schritt nach vorn gemacht, und das ist der Beweis dafür."

"Ich habe das Gefühl, dass diese Autos das Racing in Highspeed-Kurven sehr verbessert haben. Silverstone war ein großartiges Beispiel dafür. Bei hohen Geschwindigkeiten ist das Auto einfach viel berechenbarer, sodass man keine seltsamen Ausrutscher hat."

"Ich bin auch ziemlich überrascht vom Windschatteneffekt", sagte Sainz weiter. "Ich weiß, dass er bei diesen Autos nicht so groß ist wie im Vorjahr, aber sobald Max oder Charles mich überholten, konnte ich in Reichweite bleiben. Man gewinnt plötzlich vier Zehntel oder eine halbe Sekunde an Pace, einfach wegen des Windschattens."

Formel-1-Sportchef Ross Brawn ist der Meinung, dass der Erfolg der Regeln in diesem Jahr darauf zurückzuführen ist, dass diese gut durchdacht wurden, um engere Rennen zu ermöglichen: "Was wir sehen, ist eine neue Kultur in Bezug auf die Erstellung der Regeln."

In einer Kolumne auf der offiziellen Formel-1-Website schreibt er: "Wenn die Regeln geändert oder weiterentwickelt werden, werden nicht nur die Rundenzeit oder die Kosten berücksichtigt, sondern auch die Renntauglichkeit. Ihre Einführung wird eine bedeutende Veränderung für die Zukunft der Formel 1 sein."

"Wenn es ein Vermächtnis dieser Ära gibt", zeigt sich der Sportdirektor überzeugt, "dann ist es, dass die Renntauglichkeit nun ein Faktor ist, der immer berücksichtigt wird, wenn neue Autos für die Formel 1 entwickelt werden. Das haben wir bisher nicht erlebt."