Suche Heute Live
Tour de France

Van Aert behält das Gelbe Trikot

Groenwegen gewinnt die dritte Tour-Etappe

03.07.2022 18:06
Dylan Groenewegen jubelt bei der Tour de France
© IMAGO/Nico Vereecken
Dylan Groenewegen jubelt bei der Tour de France

Erst schrieb Fabio Jakobsen vor einem Millionen-Publikum beim dänischen Auftakt der Tour de France ein Radsport-Märchen. Dann schlug 24 Stunden später in Dylan Groenewegen ausgerechnet der Fahrer zurück, dessen Manöver Jakobsen vor zwei Jahren beinahe getötet hätte: Mit den Etappensiegen der beiden niederländischen Widersacher hat schon das Auftakt-Wochenende für eine der unglaublichsten Geschichten der Frankreich-Rundfahrt gesorgt.

"Es war mental eine harte Zeit, nach all dem, was passiert ist. Das ist für meine Frau und meinen Sohn, das bedeutet mir sehr viel", sagte der 29 Jahre alte Groenewegen, nachdem er am Sonntag in Sönderborg unweit der deutschen Grenze den Massensprint in einer Millimeter-Entscheidung vor dem Belgier Wout van Aert gewonnen hatte. Van Aert geht nach drei Tagen bei sagenhafter Volksfest-Stimmung auf den Straßen zwischen Kopenhagen und Flensburger Börde im Gelben Trikot in den ersten Ruhetag am Montag.

Erst schrieb Fabio Jakobsen vor einem Millionen-Publikum beim dänischen Auftakt der Tour de France ein Radsport-Märchen. Dann schlug 24 Stunden später in Dylan Groenewegen ausgerechnet der Fahrer zurück, dessen Manöver Jakobsen vor zwei Jahren beinahe getötet hätte: Mit den Etappensiegen der beiden niederländischen Widersacher hat schon das Auftakt-Wochenende für eine der unglaublichsten Geschichten der Frankreich-Rundfahrt gesorgt.

Tour de France: Groenewegen nach Etappen-Sieg emotional

"Es war mental eine harte Zeit, nach all dem, was passiert ist. Das ist für meine Frau und meinen Sohn, das bedeutet mir sehr viel", sagte der 29 Jahre alte Groenewegen, nachdem er am Sonntag in Sönderborg unweit der deutschen Grenze den Massensprint in einer Millimeter-Entscheidung vor dem Belgier Wout van Aert gewonnen hatte. Van Aert geht nach drei Tagen bei sagenhafter Volksfest-Stimmung auf den Straßen zwischen Kopenhagen und Flensburger Börde im Gelben Trikot in den ersten Ruhetag am Montag.

Für Landsmann Jakobsen reichte es am Sonntag nur zu Platz fünf, nach seinem Coup vom Vortag war der 25-Jährige diesmal im Finale eingeklemmt gewesen. Dass er aber knapp 700 Tage nach dem fürchterlichen und von Groenewegen verursachten Crash bei der Polen-Rundfahrt nun ein Tour-Etappensieger ist, war Wunder genug.

"Es war ein langer Weg. Ich bin Schritt für Schritt zurückgekommen. Ich bin wirklich glücklich", sagte Quick-Step-Profi, der am Samstag den Spurt von Nyborg mit der spektakulären Überquerung der riesigen Storebaelt-Brücke für sich entschied.

Im August 2020 hätte ihn ein schwerer Rennunfall fast das Leben gekostet. In einem Zielsprint bei der Polen-Rundfahrt war Jakobsen von seinem Landsmann Groenewegen in die Absperrung gedrängt worden. Mit schweren Kopfverletzungen und nur noch einem Zahn im Mund lag Jakobsen im künstlichen Koma, das Schlimmste war zu befürchten.

"In dieser dunklen Phase hatte ich Angst, nicht zu überleben", sagte er. Mit viel Glück und Willenskraft überlebte Jakobsen. Und mehr noch: Ein Dreivierteljahr später fuhr er wieder Rennen und feierte nun seinen ersten Tour-Erfolg: "Die Tour de France ist das Größte, ich wollte immer eines Tages hierher. Heute hat sich ein Kreis geschlossen."

Das Verhältnis zu Groenewegen ist weiterhin kühl, es drohte zwischenzeitlich eine juristische Auseinandersetzung. Groenewegen war nach dem Crash monatelang gesperrt worden, jetzt gelang ihm der erste Tour-Erfolg nach der Zwangspause.

Magnus Cort sorgt für große Show

Vor dem Ruhetag verlor keiner der großen Favoriten auf den Gesamtsieg trotz der tückischen Windverhältnisse in Küstennähe Zeit. Titelverteidiger Tadej Pogacar hat acht Sekunden Vorsprung auf den Vorjahreszweiten Jonas Vingegaard, der in seiner dänischen Heimat frenetisch gefeiert wurde. Pogacars Landsmann Primoz Roglic liegt neun Sekunden hinter dem Champion zurück.

Eine ganz große Show für seine begeisterten Landsleute lieferte Magnus Cort ab. Der 29-Jährige sicherte sich am Samstag das Bergtrikot und wurde bei der Siegerehrung wie ein Popstar gefeiert. Einen Tag später ging Cort dann als Solist auf die Reise, hatte zeitweise 6:30 Minuten Vorsprung und sammelte unter Riesenjubel die Bergwertungen ein. Nach 130 km Alleinfahrt wurde er schließlich fröhlich winkend eingeholt.

Die deutschen Fahrer spielten am ersten Wochenende nur Nebenrollen. Cofidis-Profi Max Walscheid sprintete in Nyborg auf Platz zwölf, Alpecin-Mann Alexander Krieger kam am Sonntag auf Platz 15.