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Leclerc leistet durch Dreher unfreiwillig Hilfe

Sainz von Pole überrascht: "Runde war nichts Besonderes"

02.07.2022 19:24
Carlos Sainz fuhr unerwartet zu seiner ersten Formel-1-Pole
© IMAGO/HOCH ZWEI
Carlos Sainz fuhr unerwartet zu seiner ersten Formel-1-Pole

Im 151. Anlauf hat Carlos Sainz den Fluch gebrochen und seine erste Poleposition in der Formel 1 geholt. Im Regen von Silverstone schlug er Max Verstappen und seinen Teamkollegen Charles Leclerc und war selbst überrascht davon. 

"Meine Runde war eigentlich nichts Besonderes", sagt er. Doch weil ausgerechnet Leclerc mit einem Dreher seine eigene Runde und die von Verstappen versaute, reichte es.

Verstappen war auf dem Weg zu seiner dritten Poleposition in der Saison und lag nach dem ersten Sektor schon 0,643 Sekunden vor Sainz, allerdings geriet der Red-Bull-Pilot im zweiten Sektor in eine gelbe Flagge und konnte seine Zeit nicht mehr ausreichend verbessern, um Sainz noch von der Pole zu verdrängen.

Kurios: Ausgerechnet Sainz' Teamkollege Charles Leclerc hatte sich in der Chapel-Kurve gedreht und so unfreiwillig Teamwork geleistet. Laut ihm sei an dieser Stelle einfach eine Menge stehendes Wasser gewesen.

"Ich freue mich für Carlos, aber ich habe leider auf meiner letzten Runde einen Fehler gemacht", sagt Leclerc. "Ich wusste, dass ich in genau dieser Runde alles zusammenbringen muss, aber das ist mir als Fahrer nicht gelungen und von daher habe ich die Pole nicht verdient."

Sainz blind zur Pole

Von all dem hatte Sainz zu der Zeit keine Ahnung. "Ich wusste nicht, wo ich mich qualifizieren würde", sagt der Spanier. "Die Bedingungen haben sich ständig geändert und ich wusste nicht, welche Rundenzeit ich schlagen muss."

"Es gibt keine zwei Runden, in denen die Bedingungen wie in der Runde davor sind. Jede Runde ist ein neues Abenteuer", meint der Ferrari-Pilot und empfand das Qualifying daher als schwierig. "Vor allem in Q3 fand ich es hart, eine Runde zusammenzubekommen. Auf der Ideallinie gab es eine Menge stehendes Wasser und es war ziemlich schwierig, die Reifen auf Temperatur zu bekommen."

Für ihn war es eine Art Glücksspiel und er wollte am Ende einfach ein paar schnelle Runden drehen und dann schauen, was dabei herauskommt. Die letzte Runde von 1:40.983 Minuten war die entscheidende, gut fand sie Sainz aber nicht: "Es fühlte sich nicht fantastisch an", gibt er zu.

Viele Kleinigkeiten - und es passt doch!

Denn auf der Runde gab es viele kleine Dinge, die nicht gepasst haben: "Ich habe in Kurve 3 einen kleinen Fehler gemacht, wodurch ich in Kurve 4 etwas neben der Linie war", beschreibt Sainz. "Und in Kurve 15 und 16 ging mir dann die Batterie aus."

Angesichts der Umstände war Sainz überzeugt davon, dass es nicht für die Poleposition reichen würde. "Aber es hat gereicht", sagt er. Denn Leclerc und Verstappen blieben nach Leclercs Dreher auf ihren Positionen, und Sergio Pérez & Co. waren einfach nicht schnell genug.

Als die Nachricht über Funk kam, dass er zum ersten Mal in seiner Karriere Platz eins belegt hat, war er dementsprechend überrascht, aber glücklich: "Ich habe mich natürlich gefreut, das zu hören", sagt Sainz. "Die Runde war aber nicht perfekt, doch bei diesen Bedingungen geht es meistens darum, eine gute Runde hinzulegen."

"Die erste Pole zu holen, ist immer etwas Besonderes. Und es im Regen in Silverstone zu schaffen, fühlt sich richtig gut an."