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Wintersport

Biathlon-Olympiasieger spricht über sein "neues Leben"

02.07.2022 08:13
Simon Desthieux beendete seine Biathlon-Karriere im Frühjahr
© Guo Cheng via www.imago-images.de
Simon Desthieux beendete seine Biathlon-Karriere im Frühjahr

Der französische Olympiasieger Simon Desthieux bereut das Ende seiner Biathlon-Karriere im vergangenen Frühjahr nach wie vor nicht.

"Die letzten drei Monate sind wie im Fluge vergangen. Ich habe sehr viel Zeit mit meiner Familie verbracht, habe das Ende der Saison gefeiert und an meinen nächsten Projekten gearbeitet", schilderte Desthieux gegenüber der offiziellen Webseite des Biathlon-Weltverbands IBU. Der 30-Jährige hatte Mitte März seinen Rücktritt verkündet. 

Desthieux hatte bei den olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang die Goldmedaille mit der Mixed-Staffel geholt. 2022 in Peking gewann er Silber in der Männer-Staffel.

"Wenn ich weitergemacht hätte, wüsste ich gar nicht, wie das hätte gehen sollen. Ich habe einfach gar keine Zeit", sagte Desthieux. "Es war seltsam, all die Geschichten über Trainingscamps auf Facebook und Instagram zu lesen, während ich zuhause saß. Aber der Wechsel in mein neues Leben ist mir leicht gefallen."

Die Geburt seines Sohnes vor einem Jahr habe "sehr viel geändert in meinem Leben", erklärte Desthieux. "Er hat mir geholfen, zu realisieren, dass es auch ein Leben ohne Biathlon gibt."

Bauer statt Biathlon-Star

Die Zukunftspläne des Staffel-Weltmeisters von 2020 sind bodenständig. "Ich werde vor allem ein Bauer sein. Unser Ziel ist es, Gemüse und vielleicht auch ein paar Eier für ein Restaurant zu produzieren. Wir wollen einen Platz haben, an dem die Leute gute Essen bekommen und die Dinge genießen können, die wir ebenfalls lieben: Natur und Musik", erläuterte Desthieux, dessen Partnerin die frühere Biathletin und Langläuferin Célia Aymonier ist.

Aber auch dem Biathlon-Zirkus will der Franzose nicht gänzlich den Rücken kehren. "Ich würde gerne der Jugend helfen. Ich könnte auch Gewehrschäfte bauen, denn ich liebe die Arbeit mit Holz und habe meine eigenen Schäfte gebaut. Das ist ein Weg, wie ich dem Biathlon nach meiner Karriere helfen könnte", sagte Desthieux.

Auf die Anfänge seiner letztlich extrem erfolgreichen Laufbahn mit unter anderem 38 Podestplätzen im Weltcup blickte Desthieux mit großer Genugtuung zurück: "Als ich meine Karriere startete, habe ich von einer Olympia-Teilnahme geträumt. Aber ich war nicht gut im Biathlon. Dann habe ich mich Jahr für Jahr verbessert. Ich habe immer für den Moment gelebt, alles Schritt für Schritt gemacht."