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Nach Sturz: Olympia-Zweiter Dauser am Barren nur Vierter

26.06.2022 16:39
Durch den Sturz verpasste Lukas Dauser das Podium
© AFP/SID/LIONEL BONAVENTURE
Durch den Sturz verpasste Lukas Dauser das Podium

Nur Blech für den "Silver-Boy": Der Olympia-Zweite Lukas Dauser stürzt bei den deutschen Meisterschaften in Berlin am Barren und wird nur Vierter.

Der geschlagene "Silver-Boy" Lukas Dauser gratulierte dem neuen Meister Philipp Herder (Berlin) schon, bevor seine Übung überhaupt benotet war. Denn nach einer Wackel-Kür am Barren mit Sturz beim Abgang blieb der Olympia-Zweite von Tokio aus Unterhaching bei den deutschen Meisterschaften in Berlin ohne Medaille und wurde später auch am Reck nur Vierter.

Dennoch war Dauser nicht unzufrieden. "Ich wollte unbedingt meine volle Übung zeigen, auch wenn einige Körner gefehlt haben. Dieses Finale war nicht mein Zielwettkampf, in sieben Wochen bei der EM in München will ich auf den Punkt fit sein", sagte der 29-Jährige nach seinem Auftritt.

Noch beim gewonnenen Mehrkampf war die Übung des Sportsoldaten an seinem Lieblingsgerät nahezu makellos gewesen. Ganz ähnlich ging es Sarah Voss, die beim ihrem Triumph im Mehrkampf den Schwebebalken problemlos meisterte, im Finale aber einen Absteiger vom "Zitterbalken" nicht vermeiden konnte.

Pauline Schäfer am Schwebebalken eine Klasse für sich

In exzellenter Verfassung präsentierte sich indes Pauline Schäfer-Betz. Die Weltmeisterin von 2017 am Schwebebalken war an "ihrem" Gerät auf nationaler Ebene eine Klasse für sich und distanzierte ihre Rivalinnen um mehr als einen Punkt. Zu diesem immensen Vorsprung trug auch der von der Chemnitzerin kreierte Schäfer-Salto bei, der ihr nahezu perfekt gelang.

"Ich bin sehr erleichtert über diesen Sieg. Aber es ist auch noch Potenzial nach oben da", sagte die 25-Jährige am "ZDF"-Mikrofon. Erstmals Meister beim Sprung wurde der Hallenser Nick Klessing. Kim Bui aus Stuttgart siegte am Boden, am Reck verteidigte Carlo Hörr (Schmiden) seinen Titel.

Nicht mehr auf dem Turnpodium stand am Sonntag Elisabeth Seitz. Die deutsche Rekordmeisterin ist derzeit nur als "Teilzeitturnerin" unterwegs und wird nach derzeitiger Planung in der nach-olympischen Saison keine Mehrkämpfe bestreiten.

"Wenn mein Weg noch ein bisschen weiter gehen soll, muss ich eben auf meinen Körper hören", sagte die 28-Jährige, die seit nunmehr 13 Jahren auf höchstem internationalen Level mitmischt. In Berlin reichte eine "halbe Übung" - so die Stuttgarterin - am Stufenbarren nur zum zweiten Platz, am Sprungtisch gab es von der mit 23 nationalen Titeln dekorierten Athleten nur einen besseren Trainingssprung zu sehen.

Klar ist: Auch als Teilzeitkraft kann der neue Cheftrainer Gerben Wiersma nicht auf die WM-Dritte von 2018 verzichten, ebenso wenig auf die mittlerweile 33 Jahre alte Kim Bui (ebenfalls Stuttgart). "Die Kombination aus erfahrenen und jungen Athletinnen finde ich sehr vielversprechend", sagte der Niederländer, der zu Jahresbeginn die langjährige Teamchefin Ulla Koch abgelöst.