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"Der Schuss ging nach hinten los"

Marko wundert sich über Mercedes

24.06.2022 14:35

"Der Schuss ging für Mercedes nach hinten los", sagt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko über die neue Technische Richtlinie der FIA, die vor dem Rennen in Kanada herausgegeben wurde. Die soll das Porpoising-Problem in der Formel 1 bekämpfen, das die Fahrer seit Saisonbeginn ziemlich in Schwierigkeiten bringt.

Mercedes war bislang der Hauptleidtragende und hat sich dementsprechend dafür eingesetzt, dass die FIA Maßnahmen schafft, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Allerdings hat diese das auf eine Art und Weise gemacht, die den Silberpfeilen wohl nicht unbedingt entgegenkommt.

Denn statt ein Hilfsmittel einzuführen, setzt die FIA darauf, dass die Teams das Problem selber in den Griff bekommen. Wer in einer Metrik, in der es im Grunde um die vertikale Beschleunigung geht, über einem gewissen Wert liegt, der muss sein Auto eben höher machen und so sicherstellen, dass das Auto nicht über diesen Wert kommt - das kostet aber Performance.

"Es gibt Regeln, und diese Regeln sind für alle gleich"

Zwar glaubt Helmut Marko nicht, dass das einen Einfluss auf Red Bull haben wird, "weil wir im Moment keine Bouncing-Probleme haben", wie er gegenüber der niederländischen Edition von "Motorsport.com" sagt, dennoch hält er eine solche Regeländerung innerhalb der Saison für falsch.

"Und die nächste Sache ist", führt er weiter aus: "Es kann nicht die FIA sein, die unser Set-up vornimmt. Eine Änderung der Fahrhöhe bedeutet eine Änderung des Set-ups, und das kann die FIA nicht tun", stellt er klar.

Und all das sei nur auf die Probleme eines Teams zurückzuführen: Mercedes. "Dieses Team sollte einfach seine eigenen Probleme lösen und nicht die anderen Teams beeinträchtigen", fordert der Österreicher.

"Es gibt Regeln, und diese Regeln sind für alle gleich. Wenn ein Team seine Probleme nicht lösen kann, ist das sein Problem", betont er. "Auch dieses Problem ist relativ einfach zu lösen: Man muss das Auto nur höher machen, aber dann ist man natürlich langsamer."

"Anders kann man nicht erklären"

In diesem Zusammenhang wundert Marko aber noch eine andere Sache: Die FIA hatte im Zuge der Maßnahmen erlaubt, eine zweite Strebe zur Versteifung des Unterbodens anzubringen. Weil die Richtlinie aber erst am Donnerstag kam, konnten die Teams darauf nicht mehr reagieren - bis auf eines.

Mercedes hatte passenderweise eine zweite Strebe parat und fuhr im Training damit, bevor man sie am Samstag wieder entfernte - wohl aus Angst vor einem möglichen Protest, auch wenn das Team selbst gesagt hatte, dass die Strebe einfach nichts gebracht habe.

"Wir waren sehr überrascht, als wir die zweite Strebe gesehen haben", sagt Marko. "Es war klar, dass nach dem Erscheinen der Technischen Richtlinie nicht genug Zeit war, um ein solches Teil herzustellen", glaubt er, dass Mercedes schon im Vorfeld davon gewusst haben muss. "Anders kann man nicht erklären, was passiert ist."

Das Thema dürfte auch in den kommenden Wochen noch spannend bleiben, denn in Kanada wollte die FIA nur beobachten, ob ihre Maßnahmen umsetzbar sind. Mögliche Strafen könnte es dafür ab Silverstone geben. Doch Marko sieht noch Klärungsbedarf: "Es gibt zu viele Parameter, die noch nicht klar sind", sagt er. "Die FIA muss mit einer weiteren Aufklärung kommen."

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