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McEnroe will Becker im Gefängnis besuchen

23.06.2022 14:58

Während des Grand-Slam-Turniers von Wimbledon (27. Juni bis 10. Juli) wird es wohl nicht nur auf dem Rasen des Londoner Stadtteils zu spannenden Begegnungen kommen. Tennis-Legende John McEnroe will seinen langjährigen Rivalen Boris Becker im Gefängnis besuchen.

Das kündigte der 63-jährige US-Amerikaner, der zurzeit für den britischen Fernsehsender BBC als Experte tätig ist, selbst an.

"Ich fühle mich schrecklich. Boris ist ein Freund von mir, das ist einfach furchtbar. Ich weiß nicht, wo er ist. Ich glaube, er wurde irgendwohin verlegt. Ich will ihn sehen, wenn ich kann, wenn er Leute sehen möchte oder kann. Ich fühle mich einfach schrecklich", sagte McEnroe in einem Mediengespräch.

Wegen Insolvenzverschleppung wurde Becker Ende April von einem Londoner Gericht zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Bei guter Führung kann der 54-Jährige das Gefängnis nach der Hälfte der Strafe auf Bewährung verlassen.

Die ersten drei Wochen seiner Haftstrafe saß die deutsche Tennis-Ikone im berüchtigten Londoner Wandsworth-Gefängnis ab. Im Mai wurde Becker in das Huntercombe-Gefängnis nach Nuffield verlegt, gut 70 Kilometer westlich von London.

John McEnroe über Boris Becker: "Einer der größten Spieler"

In den 80er und frühen 90er Jahren gehörten Becker und McEnroe zur Tennis-Weltspitze. Die Bilanz in den direkten Duellen fällt mit 8:2 klar für den Deutschen aus. "Er ist einer der größten Spieler, die je gespielt haben, und ich weiß, dass es Boris sehr viel bedeutet hat", erklärte McEnroe, der dreimal das Wimbledon-Turnier im Herreneinzel gewinnen konnte (1981, 1983, 1984).

Für seinen einstigen Rivalen empfindet er heute vor allem Mitleid: "Er hat eine Menge durchgemacht. Er hat mir immer wieder gesagt, es wird alles gut, es ist alles unter Kontrolle. So ist Boris." 

Die tragische Wendung im Leben Beckers kommentierte McEnroe so: "Er war einfach ein sehr selbstbewusster Spieler auf dem Platz. Aber manchmal ist man nicht unbedingt auch ein großartiger Investor und man kümmert sich nicht auch außerhalb des Platzes um sein Geld."