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Biathlon

Weltverband wehrt sich gegen Kritik

Biathlon-Stars fühlen sich nach Regel-Reform übergangen

23.06.2022 11:04

Die vom Biathlon-Weltverband IBU hervorgebrachten Regeländerungen kommen bei den Top-Athletinnen und -Athleten alles andere als gut an. Die norwegische Skijägerin Ingrid Landmark Tandrevold fühlt sich übergangen.

Biathlon-Aushängeschild Johannes Thingnes Bö ist mit seiner Meinung nicht allein. Der Norweger hatte deutliche Kritik an der Entscheidung des Weltverbands geübt, dass die Ergebnisse bei Weltmeisterschaften künftig nicht mehr in die Weltcup-Gesamtwertung einfließen. Dies sei "eine Gefahr" für den Sport, so der 29-Jährige.

Ähnlich sieht es nämlich dessen Landsfrau Ingrid Landmark Tandrevold, die zusammen mit ihren Biathlon-Kollegen Clare Egan aus den USA, Sebastian Samuelsson aus Schweden, der Finnin Kaisa Mäkäräinen und DSV-Athlet Johannes Kühn Mitglied der Athletenkommission ist. Erst im vergangenen Winter hätten sich in einer Umfrage 65 Prozent der Biathleten dafür ausgesprochen, dass WM-Ergebnisse weiterhin in das Weltcup-Klassement eingerechnet werden sollen.

"Diese Mehrheit wollte auch die Regel beibehalten, dass die beiden schlechtesten Ergebnisse am Ende der Saison gestrichen werden", führte Tandrevold bei "TV2" aus. "Es ist seltsam, dass die Meinung der Biathleten von der IBU nicht gehört wurde."

Biathlon-Verband wehrt sich gegen Kritik

Etwas anders sieht es Norwegens Biathlon-Präsident Arne Horten: "Ich denke, alle Parteien wurden gehört. Es geht um eine Gesamtheit, die entscheidend ist. Dann wird es natürlich so sein, dass Veränderungen Widerstände auslösen, so wird es immer sein."

Auch die IBU widersprach der dreifachen Olympiasiegerin. "Athleten und Trainer wurden in die Meinungsbildung der Kontrollgremien eingebunden und da die Athleten ein Mitglied im Hauptvorstand haben, ist sichergestellt, dass sie gehört werden und bei allen Entscheidungen in der IBU mitreden können", sagt der ehemalige DSV-Biathlet Daniel Böhm, seit 2022 Sportdirektor der IBU.

Der Schwede Samuelsson zeigte bei "SVT Sport" dennoch sein Unverständnis darüber, dass ein funktionierendes System nun geändert wird. "Ich verstehe, dass sie wollen, dass jeder an allen Weltcup-Rennen teilnimmt, aber sie nehmen uns die Möglichkeit, uns von einer Krankheit oder Verletzung zu erholen", kritisierte er.

Zu diesem Punkt erwiderte Böhm, dass das neue Punktesystem mit einem größeren Punkteabstand in den Spitzenrängen das Aufholen eines krankheitsbedingt verpassten Wettkampfs erleichtert".